Zuallererst mal bin ich beeindruckt, dass sich jemand Gedanken in der Weise macht, wie du es tust, Nell! Das machen sich viele, die meisten Menschen sogar, weitaus leichter!
Die ganze Frage "Ich möchte auswandern; was soll mit meinen Tieren geschehen?" ist natürlich so groß und komplex, dass man im Grunde nur Teilaspekt für Teilaspekt beleuchten kann. Die Mitnahme der Tiere schließt du aus verständlichen Gründen aus. Damit ist eine Option schon mal entfallen.
Also lauten die Alternativen: "Nicht auswandern" oder "Die Tiere in gute Hände abgeben"!
Das "In gute Hände abgeben" kann man dabei noch in Teilaspekte untergliedern:
So abgeben, dass ihr gar nichts mehr mit den Tieren zu tun habt, oder so, dass ihr weiterhin einen gewissen Kontakt halten könnt, dafür auch eine gewisse Verantwortung mit übernehmt. Ich hab dergleichen vor vielen Jahren mal getan: ein Kätzchen war mir zugelaufen und hat binnen Stunden mein Herz erobert. Da ich einfach nur die Zeit nicht hatte, das Tier bei mir zu behalten, hab ich es an meine damalige Ex und "beste Freundin" übergeben, die in einem Winzerhaus lebte und allen Platz der Welt für Streicher (so hatte ich den kleinen Kater genannt) hatte. Ich hab Futter, anfallende Tierarztkosten uswuswusw beglichen, hatte dafür mein "Besuchsrecht"... das ging zwei Jahre, bis Streicher seine Welt zu klein wurde. Heut lebt er auf einem Bauernhof an der Mosel, den er sich ausgesucht hat; er ist dort zugelaufen und wollte bleiben; wir haben ihn am Ende dann da gelassen, da er dort mehr als willkommen und in besten Händen war, und noch einige Male besucht.
Die Frage bei einem solchen Konstrukt, bei dem ihr für die Tiere GUTE Hände sucht, denen ihr sie übergebt, die Verantwortung aber weiter mit tragt, ist, ob ihr z.B. Familie in Deutschland zurücklasst, die ihr regelmässig besuchen werdet. In dem Fall hättet ihr bei solchen Besuchen auch die Gelegenheit, eure Babys wieder zu sehen. Ich gehe dabei davon aus, dass ihr die fin. Last tragen könnt, wenn auswandern für euch kein fin. Problem darstellt, sondern, wie du schreibst, "im Gegenteil", eher sogar günstiger kommt. Denn das heisst für mich, dass ihr von eurem Vermögen lebt... also nicht auf Einnahmen in dem Land, in das ihr geht, angewiesen seid.
Wenn regelmässige Aufenthalte in Deutschland nicht geplant sind, dann würde ich an eurer Stelle GUTE Menschen für die beiden suchen... "handverlesene" Menschen. Menschen, denen ihr die Tiere zwar schweren Herzens, aber mit dem Gefühl, dass sie umsorgt sind, als würdet ihr die Pflege weiter selbst tragen, übergebt. Das ist nicht leicht, aber allemal machbar, denn ihr habt ein Plus: Ihr habt ZEIT, das zu tun, steht (noch) unter keinem Termindruck, bis wann "die Tiere aus dem Haus müssen".
Ganz generell ist es halt wohl immer so, dass man nirgends weg gehen kann, ohne dass ein Stückchen des Herzens zurückbleibt. Die Frage, ob dies Stück so groß ist, dass es einen zerreißt, wenn man das erlebt, die kann jeder nur für sich, die können dein Mann und du nur für euch selbst beantworten. Bleibt man jedoch, wo man nicht mehr sein will, dann tut man meist nicht nur sich selbst, sondern auch denen, die man liebt, nichts Gutes. Denn zuerst müssen wir auf dieser Welt immer für unser eigenes Wohlbefinden sorgen! Wer sich selbst nicht wohl fühlt, kann auch denen, die er liebt, nicht geben, was er geben KÖNNTE, behandelte er sich selbst besser.
Ich wünsche dir Zuversicht, Kraft und Glück für deine nächsten Schritte bei der Entscheidungsfindung!