Auswandern und die Babies zurücklassen?

Diskutiere Auswandern und die Babies zurücklassen? im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Ich bin 41 Jahre alt, mein Mann 51. Wir haben im September letzten Jahres geheiratet. Vor drei Jahren ist seine Frau, mit der er sein ganzes Leben...
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nell

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Ich bin 41 Jahre alt, mein Mann 51. Wir haben im September letzten Jahres geheiratet. Vor drei Jahren ist seine Frau, mit der er sein ganzes Leben lang zusammen war, an progressiven Schlaganfällen gestorben.
Im November habe ich ihn für zwei Wochen nach Thailand geschleppt, und wir hatten dort eine wunderschöne Zeit, obwohl ich dachte, das wäre nicht sein Land. Seit wir zurück in Deutschland sind, spricht er davon, nach Thailand auszuwandern. Das wäre kein finanzielles Problem für uns, ganz im Gegenteil. Und ich will auch unbedingt hier weg. Wärme, gütige Menschen usw versus Wedding/Leopoldplatz.
Aber ich habe seit kaum 5 Wochen diese beiden bezaubernden (ca 1 Jahr alten) Babies - vor unserem Thailandurlaub ist mein fast 20 Jahre altes Babie gestorben und ich habe nach Nachfolgern gesucht. Die sind jetzt bei mir, und ich liebe sie schon so sehr - was soll ich tun??? Mein Mann sagt, wir müssen in Deutschland bleiben, solange die Babies leben. Mein Herz sagt das gleiche. Aber was ist mit unseren Menschenleben? Soll man seine Lebensentscheidungen, wenn alles so konfus und plötzlich passiert, davon abhängig machen?
Ich möchte keine Sensibelchen in Quarantäne, etliche Flugstunden und nochmal Quarantäne schicken.
Ihr werdet mich hassen, doch die Frage ist: mein Mann und ich oder die Katzen? Das ist so neu für mich, ich bin wirklich komplett überfordert....
 
  • Auswandern und die Babies zurücklassen? Beitrag #2
wünsche euch das beste.

wenn kitten abgeben leicht an freunde und bekannte ist, gib sie, fast, ab.
habe jetzt nicht nachgesehen: fahrt mit dem schiff!
 
  • Auswandern und die Babies zurücklassen? Beitrag #3
Deine Entscheidung ist offensichtlich gefallen. Du solltest für deine Katzen liebevole sehr tierfreundliche neue Besitzer finden.
 
  • Auswandern und die Babies zurücklassen? Beitrag #4
Ich habe noch gar keine Entscheidung getroffen! Das ist alles ganz neu, und ich frage danach, was das Beste für uns alle sein könnte. Die Babies bedeuten mir alles. Aber mein Mann, der die Babies auch sehr liebt, kommt auch vor.
 
  • Auswandern und die Babies zurücklassen? Beitrag #5
Ich könnte meine Kleinen niemals zurücklassen. Ich fahr schon nicht in Urlaub oder so :oops:

Aber mal abgesehen von den Katzen: es ist so ne Sache mit dem Auswandern in ein Land, das man nur von einem 2wöchigen Urlaub kennt. In dem man weder gearbeitet hat noch Freunde oder Familie - also soziales Umfeld - hat ... und das noch dazu soooooo weit weg ist.

Seid Ihr Euch sicher, dass das für EUCH das richtige ist?

Ich lebe seit 13 Jahren im Ausland, im europäischen Ausland - Deutschland ist 10km entfernt und "Heimweh" hatte ich eigentlich nie, weils eben so nah ist.

Aber ... OBWOHL es so nah ist und ich hier unglaublich gern lebe, merke ich doch, dass mir manches von "Zuhause" fehlt. Nix schlimmes oder so, aber ich merk eben doch, dass ich woanders großgeworden bin... und ich glaub, wenn ich jetzt am anderen Ende der Welt leben würde, könnte es ein Problem sein.

Wärs nicht vielleicht das Beste, eine tolle Catsitterfamilie für die Tierchen zu finden, und 2 mal im Jahr richtig schön Urlaub in Thailand zu machen?
 
  • Auswandern und die Babies zurücklassen? Beitrag #6
Hallo Nell,
es gibt Viele, die wenigstens nicht einmal vom Auswandern träumen und diesen Traum dann wahr werden lassen.

Ich selbst bin mit 27 "ausgewandert", und habe in meiner Wahlheimat gearbeitet.
Damals hatte ich einen Kater Namens Pablo. Er war mein Ein und Alles.
Aber mein Seelenheil, und dazu gehörte nun mal meine unendliche Sehnsucht nach dieser mir so innerlich verbundenen Wahlheimat, war mir damals "wichtiger" als mein Schätzchen.
So hatte ich einen lieben Freund als gut empfunden Pablo anzuvertrauen.
Ihm ging es dort sehr gut, und ich denke nicht, daß er mich vermißt hat.

Momentan bin ich wieder in Deutschland und mußte umgekehrt viele liebgewonnene Tiere dort zurücklassen.
Denn eines weiß ich, wenn nicht wirklich für eine adäquate Unterbringung gesorgt ist, dann ist es besser die Tiere dort zu lassen, wo sie vorher waren.

Allerdings könnte sich eine reine Wohnungskatze, vorrausgesetzt sie werden weiterhin sicher in einem Haus gehalten, an einen Klimawechsel und an eine komplett fremde Umgebung gewöhnen.
Bleibt dann "nur" noch der Transport, den man seinen Lieben zumuten möchte.

Ich wünsche Dir und Deinem Mann eine gute Entscheidungsfreudigkeit, mit der Ihr Beide glücklich werdet.
 
  • Auswandern und die Babies zurücklassen? Beitrag #7
Zuallererst mal bin ich beeindruckt, dass sich jemand Gedanken in der Weise macht, wie du es tust, Nell! Das machen sich viele, die meisten Menschen sogar, weitaus leichter!

Die ganze Frage "Ich möchte auswandern; was soll mit meinen Tieren geschehen?" ist natürlich so groß und komplex, dass man im Grunde nur Teilaspekt für Teilaspekt beleuchten kann. Die Mitnahme der Tiere schließt du aus verständlichen Gründen aus. Damit ist eine Option schon mal entfallen.
Also lauten die Alternativen: "Nicht auswandern" oder "Die Tiere in gute Hände abgeben"!
Das "In gute Hände abgeben" kann man dabei noch in Teilaspekte untergliedern:
So abgeben, dass ihr gar nichts mehr mit den Tieren zu tun habt, oder so, dass ihr weiterhin einen gewissen Kontakt halten könnt, dafür auch eine gewisse Verantwortung mit übernehmt. Ich hab dergleichen vor vielen Jahren mal getan: ein Kätzchen war mir zugelaufen und hat binnen Stunden mein Herz erobert. Da ich einfach nur die Zeit nicht hatte, das Tier bei mir zu behalten, hab ich es an meine damalige Ex und "beste Freundin" übergeben, die in einem Winzerhaus lebte und allen Platz der Welt für Streicher (so hatte ich den kleinen Kater genannt) hatte. Ich hab Futter, anfallende Tierarztkosten uswuswusw beglichen, hatte dafür mein "Besuchsrecht"... das ging zwei Jahre, bis Streicher seine Welt zu klein wurde. Heut lebt er auf einem Bauernhof an der Mosel, den er sich ausgesucht hat; er ist dort zugelaufen und wollte bleiben; wir haben ihn am Ende dann da gelassen, da er dort mehr als willkommen und in besten Händen war, und noch einige Male besucht.
Die Frage bei einem solchen Konstrukt, bei dem ihr für die Tiere GUTE Hände sucht, denen ihr sie übergebt, die Verantwortung aber weiter mit tragt, ist, ob ihr z.B. Familie in Deutschland zurücklasst, die ihr regelmässig besuchen werdet. In dem Fall hättet ihr bei solchen Besuchen auch die Gelegenheit, eure Babys wieder zu sehen. Ich gehe dabei davon aus, dass ihr die fin. Last tragen könnt, wenn auswandern für euch kein fin. Problem darstellt, sondern, wie du schreibst, "im Gegenteil", eher sogar günstiger kommt. Denn das heisst für mich, dass ihr von eurem Vermögen lebt... also nicht auf Einnahmen in dem Land, in das ihr geht, angewiesen seid.
Wenn regelmässige Aufenthalte in Deutschland nicht geplant sind, dann würde ich an eurer Stelle GUTE Menschen für die beiden suchen... "handverlesene" Menschen. Menschen, denen ihr die Tiere zwar schweren Herzens, aber mit dem Gefühl, dass sie umsorgt sind, als würdet ihr die Pflege weiter selbst tragen, übergebt. Das ist nicht leicht, aber allemal machbar, denn ihr habt ein Plus: Ihr habt ZEIT, das zu tun, steht (noch) unter keinem Termindruck, bis wann "die Tiere aus dem Haus müssen".

Ganz generell ist es halt wohl immer so, dass man nirgends weg gehen kann, ohne dass ein Stückchen des Herzens zurückbleibt. Die Frage, ob dies Stück so groß ist, dass es einen zerreißt, wenn man das erlebt, die kann jeder nur für sich, die können dein Mann und du nur für euch selbst beantworten. Bleibt man jedoch, wo man nicht mehr sein will, dann tut man meist nicht nur sich selbst, sondern auch denen, die man liebt, nichts Gutes. Denn zuerst müssen wir auf dieser Welt immer für unser eigenes Wohlbefinden sorgen! Wer sich selbst nicht wohl fühlt, kann auch denen, die er liebt, nicht geben, was er geben KÖNNTE, behandelte er sich selbst besser.

Ich wünsche dir Zuversicht, Kraft und Glück für deine nächsten Schritte bei der Entscheidungsfindung!
 
  • Auswandern und die Babies zurücklassen? Beitrag #8
Wow, ich bin richtig gerührt über die ausführlichen Gedanken, die ihr euch gemacht habt. Danke!

Erst nochmal kurz zum Auswandern selbst. Ich hatte das nicht so genau geschildert, wie vielleicht nötig gewesen wäre. Falls wir nach Thailand gehen, wäre das erstmal eine "Teilzeitlösung". In den warmen Monaten in Deutschland leben und arbeiten, in den kalten in Thailand leben (arbeitstechnisch ginge das). So könnten wir herausfinden, ob wir irgendwann wirklich in Thailand bleiben möchten. Reich sind wir nicht, aber für Thailand würden Rente usw absolut ausreichen, während man in Deutschland ja trotz eines vollen Arbeitslebens nicht mehr sicher sein kann, ob man nicht doch in der Altersarmutsfalle landet.

Wenn wir das so machen würden, wäre es natürlich unmöglich, Katzen zu halten oder mitzunehmen.

Wenn wir im Urlaub sind, wohnt mein bester Freund immer in meiner Wohnung und kümmert sich. Das hat sich so eingespielt, als meine Milay krank wurde (Schilddrüse) und in ihren letzten Jahren 2mal täglich Medikamente brauchte. Ich habe aber immer schreckliches Heimweh nach ihr gehabt. Und von meinem Freund könnte ich kaum verlangen, die Hälfte des Jahres in meiner Wohnung zu leben...

Die finanzielle Verantwortung für die Babies weiter zu tragen, wäre überhaupt kein Problem, ganz im Gegenteil. So könnte ich an ihrem Leben auf gewisse Weise weiter teilnehmen, und das fände ich sehr schön.

Es ist wirklich gottverdammt schwierig, im Moment auch nur einen klaren Gedanken zu fassen... Was zusätzlich schlimm ist: Ich weiß, je länger ich meine Entscheidung aufschiebe, umso schwieriger wird es für uns alle, weil die Bindung zwischen den neuen Babies und uns ja täglich wächst. Und zwar mit Riesenschritten...
 
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