Zweitkatze aus Tierheim?

Moni-Makkaroni

Moni-Makkaroni

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Einen schönen guten Abend an alle Katzenliebhaber ;-)

Ich bin neu in diesem Forum und wende mich heute direkt mit einer Frage an Euch.
Seit 3 Jahren nun lebt meine Moni-Makkaroni (den Namen Monika verdankt mein Herzstück nicht mir) bei mir. Sie kam vorher aus einer Familie, in welcher es leider an Hygiene und richtigem Umgang mit Katzen mangelte. Mein Schatz kam mit 4,5 Jahren ausgemergelt und mit rauem Fell zu mir. Der Vorbesitzer fütterte die Katzen lediglich mit Hundefutter.
Inzwischen geht es meiner Prinzessin super, sie hat zugelegt, ein schönes Fell (bis auf dieses dauerhafte haaren :roll:) und fühlt sich pudel- bzw. katzenwohl.

Da Moni vorher mit einem ihrer eigenen Jungen zusammenlebte und ich zum damaligen Zeitpunkt nur eine Katze aufnehmen konnte, plagt mich nun irgendwie ein schlechtes Gewissen. Moni ist eine Wohnungskatze und hat sich ganz gut ans Alleinsein gewöhnt. Tagsüber sind mein Partner und ich arbeiten und sie verschläft dann die meiste Zeit oder beobachtet Vögel vom Fenster aus. Zunehmend bemerke ich jedoch, dass sie förmlich auf unsere Nachbarskatze wartet. Diese kommt oftmals abends mit zur Haustür rein und sitzt dann im Hausflur. Monika flippt dann förmlich aus, da sie ein wirklich großer Schisser ist, nimmt sie jedes Mal allen Mut zusammen und rennt geduckt über den Hausflur zur gegenüberliegenden Tür und beschnuppert die andere Katze. Sie riecht und schmust und scheint
mir in dem Umgang ein mutigeres Wesen zu entwickeln und förmlich aufzutauen.

Jetzt kommt mein Problem. Mein Partner wollte damals eigentlich bei unserem Zusammenzug überhaupt keine Katze, da ich Monika aber bereits vorher hatte, musste er sie akzeptieren. Denn mich gibt es nur mit meiner Motte. Inzwischen ist er der weltbeste Katzenpapa - er beliest sich in Foren, füttert Rindfleischbrocken gegen Zahnstein und Mundgeruch mit liebevoller Ausdauer, baute ihr einen wirklich riesigen Kratzbaum, der mit einer Kiste unter der Decke endet und hat sogar einen echten Apfelbaumast in die Wohnung geholt, damit die Motte etwas zum Schnuppern, Klettern und Hangeln hat. Nun versuche ich seit geraumer Zeit immer mal wieder phasenweise zu nerven und ihn zu einer zweiten Katze zu bewegen. Er blockt jedoch völlig ab. Er denkt es sei viel mehr Arbeit (wobei er die normale Fütterung und Klo nicht übernimmt), die Katzenhaare würden sich verdoppeln und es würde dann etwas zu Bruch gehen ...
Ich bin der Überzeugung, dass es meiner Motte aber zu mehr Selbstbewusstsein und mehr Freude und Schmusespaß verhelfen würde, wenn wir eine Zweitkatze hätten. Mehr sollten es dann wirklich nicht werden. Nun hat meine bessere Hälfte aber beim Tierarzt eine Broschüre gefunden, in welcher man den Stresspegel seiner Katze prüfen kann. Quasi Psycho-Test für die Mietz :g035:
In der Auflösung stand, dass der Stresspegel für Katzen umso mehr steigt, desto mehr Katzen im Haushalt leben. Und Stress führt zu weiterem Fellausfall ... De facto will er kein weiteres Raubtier. Wissenschaftliche Studien zum Thema, ob Katzen Einzelgänger sind, habe ich nicht gefunden. Wobei ich folgenden Satz aus einem Forum gut fand: "Katzen sind Einzeljäger, aber keine Einzelgänger."

Was denkt ihr, sollte eine zweite Katze her? Wir haben eine 60 m² Wohnung und halten Monika als reine Wohnungskatze, da sie die Freiheit nie kennengelernt hat und da auch völlig in Schockstarre verfällt. Der Balkon wird nur betreten, wenn "Mama und Papa" in der Nähe sind. Ist es gerade bei Wohnungshaltung nicht vielleicht besser eine zweite Katze hinzuzuziehen?
Die Motte ist sehr fixiert auf uns. Ich bin mir nun auch nicht sicher, ob vielleicht eine junge Katze besser geeignet wäre oder doch lieber eine Ältere, welche genauso gediegen ist wie meine Maus oder eben doch gar keine?

Weiterhin war ich heute mal im Tierschutzzentrum und habe dort einen Kater kennengelernt, welcher im Dezember gefunden und dann dort aufgenommen wurde. Er hat kaum noch Zähne (passend zu meiner Motte - wie niedlich die Zungenspitze rausschaut, wenn die vorderen Zähne fehlen) und sieht aus wie eine Mischung aus Rasse- und Hauskatze. Die Dame vom Tierschutzzentrum kam jedoch mit dem Kater in einer extra Kiste in ein Vermittlungsbüro, wo der arme Kerl zitterte wie Espenlaub. Hier stellt sich meine erste Frage - ich kenne es so, dass das erste Zusammentreffen lieber in der gewohnten Umgebung der Katze stattfinden sollte. So war er ganz aufgeregt und überfordert. Seit seiner Kastration vor 2 Wochen macht er wohl normal aufs Katzenklo, ab und an aber auch auf seine Decke (aber wirklich nur seine). Kann das mit der hormonellen Umstellung zusammenhängen?
Fellpflege scheint auch nicht mehr sein Ding zu sein, da auch er sehr raues Fell hatte. Man weiß nicht genau, woher er kommt. Die Vermittlerin sagte er könne als Wohnungskatze gehalten werden und habe kein Problem mit Katzen, zumindest gehe er auf Sicht- und Pfotenkontakt. Kann sich ein Kater, der zwischen 10 und 14 Jahren ist, wirklich noch einleben?
Die Chancen, dass er krank ist, sind ja auch ziemlich hoch. Aber hat nicht auch der arme Kerl einen besseren Lebensabend als im Tierheim verdient?
Mich verwirrt jedoch am meisten die Tatsache, dass man die Katze in einer extra Box in ein Büro holt. Gibt es an der Haltung dann etwas zu vertuschen? Oder könnte es daran liegen, dass der ganze Bau des Hauses sehr verwahrlost ist, da sich das Heim komplett von Spenden finanziert?

Huch, jetzt ist es doch so viel Text geworden.
Ich hoffe, es gibt jedoch ein paar unter Euch, die hier ihre Meinung abgeben könnten.

Herzliche Grüße und tausend Dank
Laura und Monika
 

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Zuletzt bearbeitet:
10.03.2013
#1
A

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Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
T

Tschuna

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Also ich würde wirklich erstmal zwei Punkte abklären:

1. Wie reagiert Dein Partner, wenn eine 2. Katze einzieht? Ich würde nicht das Risiko eingehen, einfach ein zweites Tier zu holen.

2. Ist der Kater, der evtl. in die engere Wahl kommt, wirklich gesund?

Ansonsten ist die Überlegung, ein zweites Tier zu holen, grad für eine reine Wohnungshaltung, nie verkehrt.
 

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