Die Frage mag jetzt relativ blöd klingen, aber ich hab in letzter Zeit öfter drüber nachgedacht...
Bei Hunden ist es ja oft so, dass sie sehr leicht das Vertrauen in einen bestimmten Menschen verlieren aus unterschiedlichen Gründen, aber anderen Menschen weiterhin vertrauen.
Trifft das auch auf Katzen zu oder ist das da entweder "Ich mag alle oder keinen"?
Es geht um unsere Ruska.
Sie kommt aus dem Tierschutz, war wohl längere Zeit auf einem Bauernhof vorher, trächtig einmal, man weiß nicht genau was ihr widerfahren ist. Sie hatte von Anfang an große Probleme mit menschlicher Nähe. Sie mag nicht auf den Arm genommen werden und schreckt sofort zurück wenn man ihr mit dem Gesicht zu nahe kommt. Anfangs hat sie sich kaum streicheln lassen, das genießt sie inzwischen, egal ob von mir oder meinem Freund.
Allerdings ist mein Freund sehr ungeduldig und hätte gerne eine totale Schmusekatze. :roll: Er hat ihre Abneigung gegen Nähe von Anfang an nie wirklich akzeptiert, sie dann eben einfach geschnappt und durchgeknuddelt, bis sie sich mit aller Kraft freigestrampelt hatte und entkommen konnte.
Mir ist klar, dass man ihr Zeit geben muss und vor allem den Abstand den sie braucht, nur so kann sie Vertrauen aufbauen, das sie scheinbar aus irgendeinem Grund zum Teil verloren hat. Natürlich gibt es auch Katzen die einfach von Natur aus nicht gern geknuddelt werden, aber man merkt Ruska an, dass bei ihr mehr dahinter steckt.
Mein Freund ist aber ein wahnsinniger Dickkopf. Ruska ist "seine Katze", weil er sie ausgesucht hat und ich Phoebe. Deshalb ist in seinen Augen Phoebe meine und Ruska seine Katze. Ich finde das dämlich. Die Katzen gehören niemandem außer sich selbst und der Natur und wir sind BEIDE ihre Dosis, die sich kümmern.
Er hört absolut nicht auf mich und wird regelrecht beleidigt, wenn ich versuchen will ihm klarzumachen, dass er Ruska nicht bedrängen darf, weil er damit das Gegenteil bewirkt.
:roll: Zum Teil kommt sogar "Du hast leicht reden, du hast ja mit Phoebe deine Schmusekatze!" :roll:
Es frustriert mich zunehmend und Ruska tut mir wahnsinnig Leid.
Ich mache weiter mit meinem "Programm". Wenn sie entspannt ist versuche ich stückchenweise näher zu kommen. Sobald ich bemerke dass sie nervös wird, sich nicht mehr wohl fühlt oder zurückweicht, gehe ich auf Abstand und signalisiere ihr, dass ich ihren "Bereich" respektiere und ihr nicht gegen ihren Willen zu Nahe kommen werde.
Keine Ahnung ob das katzenpsychologisch gesehen die richtige Vorgehensweise ist, aber es scheint zu funktionieren.
Wenn ich auf dem Bett lieg und sie ein Stück weiter weg auf dem Bett kommt sie in den letzten Tagen immer näher gerobbt, weil sie dann gestreichelt wird. Heute hat sie glaube ich den Näherekord gebrochen, der von ihr ausging. :-D
Sie schnurrt sich in Extase und man merkt ihr kaum an, dass sie keine Schmusekatze ist. Sobald sie allerdings meinen Freund näher kommen hört - zisch und weg.
Wenn sie nicht schnell genug ist gehts natürlich prompt los "OH RUSKA KUSCHELT!" und er wirft sich daneben und knuddelt sie durch.
Wenn ich was sage kommt in blaffigem Ton "Warum darfst DU sie knuddeln und ICH nicht?"
Äh... weil ich sie nicht einfach schnappe sondern sie freiwillig zu mir kommt? :roll:
Aber das kapiert er nicht. :evil:
Zurück zum eigentlichen Thema, was mir im Kopf rumschwirrt.
So gerne ich es hätte, dass sie auch ihm vertraut und sich ihm annähert, bei seiner Dickköpfigkeit ist es mir inzwischen egal ob er es sich mit ihr völlig verscherzt.
Aber meint ihr er ruiniert damit auch die "Arbeit" die ich hineingesteckt habe um Ruskas Vertrauen zu gewinnen?
Oder merken sich Katzen (wie eben Hunde auch) wem sie vertrauen und wem nicht?
Nur so interessehalber.
