Hallo, ich muss es mir von der Seele schreiben, es tut so weh. Gestern verließ uns unsere Familienkatze, Miezi, mit fast 18 Jahren (die wäre sie im Mai geworden). Es ging ihr am Sonntag schon so schlecht (nachdem sie über Wochen kontinuierlich abbaute), dass wir uns entschlossen hatten, sie am Montag einzuschläfern. Ich war in der Früh noch bei ihr, sie lag ganz hinten im Keller, dort hatte sie viele Schlafplätze - in einem ihrer Körbchen. Sie war so schwach, dass sie kaum noch den Kopf heben konnte. Ich streichelte sie und verschloss die Tür (da wir noch eine weitere Katze haben, sich die beiden aber nicht so wirklich vertrugen), damit sie einfach ihre Ruhe hat. Ich wusste, dass sie stirbt, aber ich konnte nicht bei ihr bleiben, da ich ein Baby habe und mich um dieses kümmern musste. Bei der Tierärztin hatte ich schon angerufen, dass wir am Nachmittag zum Einschläfern kommen würden, ich hatte das vor zwei Wochen schon mit ihr besprochen. Sie riet mir damals zu warten, bis es wirklich soweit ist und zu versuchen, nicht aus der menschlichen Perspektive zu urteilen, denn die eigene Katze einzuschläfern sei auch sehr schlimm. Aber das Leid konnte ich nicht mit ansehen. Als ich dann mit allem fertig war und mein Kind schlief, bin ich am Nachmittag in den Keller und sah sofort an ihrer Körperhaltung, dass sie gestorben war. Aufgrund des Körperzustandes wusste ich, dass sie ganz kurz nach meinem letzten Besuch gestorben sein musste.
Ich mache mir solche Gedanken, sie war doch allein, das wollte ich nicht, aber ich hätte mich ja schlecht mit dem schreienden Baby daneben setzen können, wo ich doch merkte, dass sie ihre Ruhe braucht um gehen zu können

( Und die ganze Zeit denke ich: vllt. hätte ich sie vor zwei Wochen schon erlösen sollen... Andererseits ruft eine Stimme in mir: das ist die Natur, das Sterben gehört dazu und ist natürlich...Wer soll schon entscheiden, wann es für ein geliebtes Lebewesen Zeit ist, zu gehen, wenn nicht das Tier selbst? Und ihr ganzes Leben war von Natur erfüllt, sie war so viel draußen, sie hatte ein richtig gutes Katzenleben.
Sie hat mich mehr als die Hälfte meines bisherigen Lebens begleitet und im Moment sehe ich sie immer nur tot vor mir im Körbchen liegen. Und während ich mit mir kämpfte, ob ich mitgehe zum Tierarzt oder mein Mann das für mich übernimmt (ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass sie in einem sterilen Raum liegt und in meiner Hand zusammensinkt), ist sie einfach schon losgegangen. Als wollte sie uns diese wirklich extrem schwere Entscheidung abnehmen.
Nun liegt sie unter ihrem Lieblingsbaum begraben und hinterlässt ein Riesenloch in unserer Familie - obgleich sie das kleinste Mitglied war...