Tja, wie fang ich an? Am besten wohl ganz vorne. Am 1. März kam unser jüngster Kater (1 Jahr - Findelkind) nach Hause, mit einem merkwürdigen Verhalten, offentsichtlich unter Schock. Ab in den Korb und sofort zur Tierklinik. Diagnose: Vergiftung mit Schneckenkorn. Einige Stunden später verstarb der Kater in der Klinik und ich konnte (und wollte es auch) ihn mitten in der Nacht abholen. In alten Handtüchern eingepackt, haben wir ihn erstmal auf den Balkon gelegt. Es war ein Freitag, die Temperaturen weit unter 0 Grad. Also nachdenken, wie und wo wir den Kleinen beerdigen können.
2 Tage später (ein Sonntag) bekam unser Senior (wäre jetzt im Juli 14 geworden) von jetzt auf gleich einen heftigen Infekt. Ihm lief der Schnodder aus allen Öffnungen. Er mochte nicht laufen, blieb liegen wo er gerade "hinfiel" und pieselte sogar unter sich. Also wieder ab zur Tierklinik. Sein Blutbild war bis auf die Nierenwerte ganz Ok. Das diese Werte erhöht waren, kann daran liegen, das er den ganzen Tag nichts gefressen und getrunken hatte. Er bekam einen Zugang gelegt und wurde an den Tropf gehängt. Mußte natürlich in der Klinik bleiben. Allerdings mit wenig Hoffnung. 2 Tage später kam der Anruf, der Kater spricht nicht auf die Medikamente an, ich sollte ihn gehen lassen. Bin dann zur Klinik gefahren und habe meinen Kater die ganze Zeit im Arm gehalten. Ziemlich heftig, wenn man innerhalb von 4 Tagen 2 Katzen verliert. Noch am selben Tag haben meine Tochter und ich die beiden (der Kleine lag noch tiefgefroren auf dem Balkon) im Wald beerdigt.
Am 18. März, also gute 14 Tage später stand plötzlich das Veterinäramt vor der Tür: auf meinem Balkon würden tote Katzen liegen!
Ich war total von der Rolle, konnte kaum klar denken und bin wohl in Verteidigungsstellung gegangen. Natürlich waren auf dem Balkon keine toten Tiere. Aber - ich habe in Pflege eine Maine Coon, die aus einem desolaten Haushalt zurück geholt werden mußte. Seit Ende des Jahres ist sie bei uns, fing Ende Februar/Anfang März endlich an Vertrauen zu uns zu haben. Die Amtsärztin hat sich die Coonie angeschaut, für zu leicht befunden und mich dazu verdonnert sofort zum Tierarzt zu fahren, denn diese Katze wäre zu leicht und würde spätestens in 2 Tagen tot umfallen, weil sie verhungert ist. Das ist natürlich nicht so. Sie wurde in der Tierklinik dann auch von 2 TÄ untersucht, aber beide konnten nichts lebensbedrohliches feststellen.
Meine anderen beiden Mädels sind Freigängerinnen und somit haben wir auch hin und wieder ein Flohproblem. So auch im o.g. Zeitraum. Das war gerade die Zeit wo alle Katzen sowieso wieder entfloht werden mußten.
Jetzt habe ich Post vom Veterinäramt bekommen mit dem Hinweis ich solle eine tierärztliche Bescheinigung erbringen, das meine Freigängerinnen flohfrei sind.
Ich bin jetzt ziemlich verwirrt und weiß nicht wie ich richtig reagieren soll. Auf der einen Seite möchte ich dieser Aufforderung nachkommen, denn ich habe schließlich NICHTS zu verbergen oder zu verheimlichen. Auf der anderen Seite aber: warum bin ich die EINZIGE Katzenhalterin in der ganzen Stadt die einen Nachweis erbringen muß? Und weiter: wenn ich diesen Nachweis jetzt nicht vorzeige und die "Dame" vom Vet-Amt steht wieder vor der Tür, darf ich ihr dann sagen: Sie dürfen meine Wohnung betreten sobald ich meinen Beistand angerufen habe, der dabei sein sollte? Steht mir ein Beistand zu? Schließlich hätte ja auch das Vet-Amt die Möglichkeit die Polizei hinzuzuziehen um ihre Rechte durchzusetzen.
Ich bin absolut nicht GEGEN das Veterinäramt und/oder das Tierschutzgesetz. Ganz im Gegenteil. Aber muß man sich wirklich alles gefallen lassen?
Nachtrag: allen Katzen hier geht es gut. Wir wissen bis heute nicht, warum der Senior plötzlich so einen heftigen Infekt hatte.