Kater als Aufpasser

Diskutiere Kater als Aufpasser im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo liebe Gemeinde, ich bin neu hier und möchte euch einmal von unserem Kater "Lumpi" erzählen und hoffe dass der Eine oder Andere User hier...
  • Kater als Aufpasser Beitrag #1
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pum82

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Hallo liebe Gemeinde,

ich bin neu hier und möchte euch einmal von unserem Kater "Lumpi" erzählen und hoffe dass der Eine oder Andere User hier seine Erfahrungen mit einbringen kann.

Unser Lumpi ist 2002 geboren. Er war damals eine Art Campingplatz-Katze. Also relativ wild lebend und ohne Besitzer. Er und seine Geschwister sollten von diesem Campingplatz "entfernt" werden. Also haben wir ihn sozusagen "adoptiert". Lumpi ist schon immer sehr anhänglich. Man kann mit ihm problemlos im Dorf spazieren gehen, ohne Leine. Er kommt einfach mit. Manchmal meckert er ab einer gewissen Distanz, weicht uns aber nicht von der Seite. Er ist eben sehr treu :lol: "Wir" sind meine Freundin und Ich.

Nun ist es folgendermaßen: Wir haben seit 2010 einen Sohn. Erst dachten wir dass wir Probleme durch Eifersucht bei Lumpi bekommen würden. Aber genau das Gegenteil ist er Fall. Lumpi ist seit der Geburt unseres Sohnes extrem darauf bedacht, auf den Sohnemann aufzupassen. Das beschränkte sich (bis vor 2 Wochen) vor allem auf Hunde jeglicher Größe. Nähert sich ein Hund unserem Sohn, auch wenn wir dabei sind, wird Lumpi zur wilden Bestie, anders kann man es eigentlich nicht mehr nennen. Der Hund kann friedlich sein wie er will, Lumpi stellt sich zwischen Sohn und Hund und geht ihn grundsätzlich an. Ganz schlimm ist Schäferhundgröße. Denen springt er regelrecht ins Gesicht ohne Rücksicht auf Verluste. Er ist im Dorf bereits als Kampfkatze bekannt. Kein schöner Umstand eigentlich.
Diese Verhaltensweise legt er allerdings nur an den Tag wenn unser Sohn in der Nähe ist. Er lässt einfach keine fremden Hunde ran. Es ist einfach so als würde er eine Art Bodyguard für unseren Sohn sein. Aber eben extrem übertrieben.

Das Ganze ist allerdings völlig relaxt wenn Lumpi allein im Hof ist und z.B. der Hund (Rasse Briard) unseres Vermieters kommt. Die beiden kennen sich und es passiert eigentlich nix, der Hund kann direkt an Lumpi schnüffeln ohne dass was passiert. Ist aber unser Sohn mit im Hof, weiß der Hund schon dass er lieber nen Bogen machen sollte.

Vor 2 Wochen hat er seine Verhalten erweitert. Bei einer neulichen Wanderung wollte er 2 fremden Menschen den Weg Richtung Sohnemann versperren... Wir kamen uns sowas von blöd vor...

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Interessant wäre auch die rechtliche Seite wenn Lumpi tatsächlich mal einen Hund ernsthaft verletzt in seinen Aktionen. Wer kommt für sowas auf?

Ich weiß es ist viel geschrieben, aber ich hoffe einfach dass ich über dieses Forum mal aufgeklärt werden kann was da mit Lumpi los ist.

mfg
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Kater als Aufpasser Beitrag #2
Schade, dass dir hierrauf noch niemand eine Antwort gegeben hat :-(
Ich würde versuchen, bei den Spaziergängen ihn an die Leine zu nehmen (Klar, das sieht immer ein wenig verrückt aus, aber Lumpi gewöhnt sich mit der Zeit dran und so hast du ihn vielleicht ein bisschen besser unter Kontrolle).
Sollte das gar nicht aufhören, darf er eben nicht mehr mit spazieren gehen... mit der rechtlichen Seite kenne ich mich leider gar nicht aus.

Ich drücke euch die Daumen, dass sein Beschützerinstinkt nicht zu einem Grund wird, sich zwischen Lumpi und den Spaziergängen mit dem Sohnemann entscheiden zu müssen.
 
  • Kater als Aufpasser Beitrag #3
Hallöchen!!

Du hast ja einen wirklich ganz besonderen Kater!
So etwas kenn ich eigentlich nur von Hunden...

Ich denke mir mal, aus rechtlicher Sicht wird es dafür keinen Präzedenzfall geben.
Eine Katze greift schon mal einen Hund an wenn sie sich bedroht fühlt. Das ist "normal". Das auf deinen Fall umzulegen... ich glaube nicht das es sowas schon mal gab.
Vor allem lassen sich Katzen nicht so kontrollieren/erziehen wie zB Hunde. Da ist man als Besitzer eher machtlos. Ich würde also eher kein verschulden beim Halter sehen.

Natürlich solltest du solche Situaionen vermeiden wenn du es schon weißt.
Es ist ja für den armen Hund auch kein Spaß eine hysterische Katze im Gesicht zu haben.

Das mit der Leine könntest du mal versuchen.
Vielleicht versucht ihr auch seine Aufmerksamkeit auf anderes zu lenken. Bei Hunden macht man das doch auch so. Eventuell Klickertraining?!
 
  • Kater als Aufpasser Beitrag #4
Hallo zusammen,

ich dachte auch schon dass sich gar keiner meldet :roll:

Es war ja auch immer schön wenn man mit ihm spazieren gehen konnte, da wurde man von den Mitmenschen immer belächelt, das waren schon tolle Momente.

Momentan ist es aber so dass wir ihn zum spazierengehen in der Wohnung lassen, sicher ist sicher. Es gab auch schon mal den Fall dass wir ihn ins Haus gesperrt haben, als wir bemerkten dass gleich ein Hund am Grundstück vorbeikommt. Da springt Lumpi doch tatsächlich aus einem kleinen offenen Fenster in ca. 2m Höhe nach draußen, nur um wie ein wahnsinniger auf den Hund zuzurennen! Da dachte ich echt ich bin im falschen Film:d035: Lumpi ist eigentlich total lieb, aber bei sowas tickt er irgendwie aus...

Mit der Leine spazieren gehen... hmm... ich war irgendwie noch nie ein Freund von sowas bei Katzen. Bei einem absoluten Freigänger, der nur zum fressen reinkommt... Da lass ich ihn für die Zeit des Spaziergangs lieber drin.

Anfangs dachte ich ja, dass er mal Bekanntschaft mit nem Hund gemacht hätte und deshalb so schlecht auf sie zu "sprechen" ist, aber da er ja an und für sich mit Hunden auskommt, kann das ja eigentlich nicht sein. Ende Oktober bekommt der Sohnemann eine Schwester, ich bin mal gespannt wie es dann wird :a080:
 
  • Kater als Aufpasser Beitrag #5
Ich bin bei meiner Oma aufgewachsen. Aus Erzählungen weiß ich, daß ich auch so eine Beschützer hatte. Oma hat mich sogar im Park stehen gelassen und ist Einkaufen gegangen. Putzi ließ absolut niemanden an mich heran. Toll, was Tiere so für Eigenheiten entwickeln.
 
  • Kater als Aufpasser Beitrag #6
Also ein vorweg:

ich finde das irgendwie total süß! Ein Bodyguardkater, nicht schlecht. So grundsätzlich. Bitte kraul ihn mal von mir!

Aber es ist, wie du schon sagst zu extrem. Woran es liegt und was du tun kannst weiß ich leider auch nicht. Klickertraining könnte man sicher probieren um Lumpi anderweitig zu inspirieren und auszulasten. So das er das Bewachen deines Sohnes nicht mehr als Hauptlebensaufgabe empfindet.

Was mir noch einfällt wäre schlicht und ergreifend einen Tierkommunikator oder Tierpsychologen zu Rate zu ziehen.

Welches von beiden das richtige für Euch ist ist Dir überlassen. Aber beides auf jeden Fall einen Versuch wert.

Viel Glück
 
  • Kater als Aufpasser Beitrag #7
Ja, das ist wirklich etwas extrem.
Mein Kater hat auch das "Herdenschutzhundsyndrom", jedoch nicht bezogen auf ein Kind, sondern auf seine Kätzin und seine Hündin.
Okay, wenn Kater meint.
Ich reagiere, wie ich bei einem Hund reagieren würde. Ich zeige dem Kater, dass ich die Sache regele und er sich entspannen kann. Dazu trete ich zwischen Kater und die "Gefahr" für seine Damen, schicke den Kater in eine Richtung (Stupser mit Fuß, Handzeichen, Worte) und die "Gefahr" in eine andere (Hunde und deren Halter reagieren da GsD meist kooperativ oder ich kann den Hund "blocken", körperlich oder verbal; mit Menschen kann man reden und sie bitten, einen höflichen Bogen zu gehen). Mein Kater sieht dann zwar immer noch aus wie eine Flaschenbürste, nimmt sich aber zurück. Und begreift, dass ich verantwortlich bin, nicht er. Dauert nur.

Per Clickertraining könntest du versuchen, das Verhalten deines Katers zu steuern. Z. B. den Kater darauf konditionieren, dass er sich in "gefährlichen" Situationen auf ein Target konzentriert. Target zeigen, Kater stupst an, klick, Leckerchen. Wird erst einmal in der Wohnstube trainiert, dann im Garten, später im Ernstfall. Diese Ernstfälle kann man mit Freunden üben. So würde man bei Hunden vorgehen. Da dein Kater zu 70% (?) Hund ist, ... . Übrigens könnte das Clickern noch einen Vorteil haben, nämlich den, dass euer 150%-Freigänger etwas häuslicher wird, weil es bei euch spannend ist.

Und aus rechtlicher Sicht ist dein Kater ein Kleintier, dass in die Privathaftpflicht eingeschlossen ist. Das war die Auskunft meiner Versicherung, als ich nach einer Haftpflicht für Katzen fragte. Eine "Katzenhaftpflichtversicherung" gibt es nicht. Egal, ob Katze einen Menschen beißt oder einen Zug umwirft, die Privathaftpflicht reicht.

Kraul deinen Kater auch von mir. Ich finde Hunde im Katzenpelz toll.
 
  • Kater als Aufpasser Beitrag #8
Die Idee, sich dazwischen zu stellen und so Lumpi vom Hund fernzuhalten, hatte ich auch schonmal. Hat in sofern funktioniert dass ich blutige Hände und zerkratzte Schuhe hatte :???:
Der Kater vergisst sich dabei einfach...

btw...momentan sitzt er einfach nur unter dem Bürostuhl, putzt sich und genießt meine Anwesenheit :smile:
Als könne er keiner Fliege was zuleide.
 
  • Kater als Aufpasser Beitrag #9
Du sollst dich ja nicht beißen oder kratzen lassen, sondern lediglich das militante Katzentier aus der bedrohlichen Situation drücken. :) Da muss man schon mal etwas massiver werden, sowohl gegen den "gegnerischen" Hund als auch gegen den eigenen Kater. Frag mich nicht, wie ich das mache, aber mein Kater glaubt mir, dass ich es ernst meine - und geht, meist ins Gestrüpp / Unterholz.

Und alternativ halt clickern und target? In den Zoos machen sie "medical training" auf diese Art. Was für Tiger, Bären, Nashörner und Co geht, müsste doch auch bei der gemeinen Hauskatze funktionieren. :roll:

Nö, 'ner Fliege tut Lumpi nix, nur größeren Tieren.
 
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