Aus Wohnungskatzen Freigänger machen

Diskutiere Aus Wohnungskatzen Freigänger machen im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Folgende Ausgangslage: 2 Katzen, Momo und Merle. Momo 11 Monate alt, Merle 15 Monate. Beide Wohnungskatzen, wobei Merle aber eine kurze Zeit lang...
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Mistbaer

Mistbaer

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Folgende Ausgangslage:
2 Katzen, Momo und Merle. Momo 11 Monate alt, Merle 15 Monate. Beide Wohnungskatzen, wobei Merle aber eine kurze Zeit lang Freigang gekannt haben dürfte (nicht genau zu eruieren, da aufgefundene, wahrscheinlich misshandelte Katze).
Momo wurde von uns mit der Hand groß gezogen, kam mit 3 Wochen als Waise zu uns, kennt definitiv nichts Böses auf der Welt, ist regelrecht vertrauensSELIG. Aber eben auch neugierig, wie Zau, sie klopft ständig an die Türen, sie MÖCHTE die große Welt vorm Fenster kennenlernen, das spürt man an dem Tier.

Wir haben -nicht nur, aber auch wg der Katzen- nun ein Haus auf dem Dorf gemietet, derzeit wird noch saniert, Sackgasse, 80 Meter von einem Seufer, nahezu kein Verkehr, nächste größere Strasse einen Kilometer weg (und die "größere" ist nicht wirklich groß und viel befahren). Schuppen dabei, Gartengrundstück (leider nicht ans Haus angrenzend). Einzug ca Dezember. Und da sie beide immer wieder lautstark Ausgang fordern, sollen sie ihn dort, im dörflichen Idyll, dann auch erhalten.

Mein Plan (u.a.) ist außerdem, in den Schuppen eine chipgesteuerte Katzenklappe einzubauen, damit die zwei sich auch vor anderen Katzen etc in eine gesicherte Umgebung zurück ziehen können. So weit, so gut.
Die Fragen nun:

-Impfschutz muss um Tollwut erweitert werden... was sonst noch?
-Welcher Zeckenschutz (für den nächsten Sommer) hat sich bewährt?
-Welche weiteren Massnahmen für die Zwei kann ich ergreifen?
-Ist es sinnvoll, etwas Futter bei Abwesenheit (über Tag, wenn wir arbeiten) in dem erwähnten Schuppen unterzubringen, oder soll ich sie morgens und abends füttern und ansonsten auch mal jagen lassen?

Last, but not least:
Kann man IRGENDWIE der kleinen Momo beibringen, dass nicht alle Menschen und Gegenstände gut und lieb sind? Ich hab Angst um die kleine Madame Neugier, die Menschen als etwas betrachtet, vor dem man sich, wenn man möchte, auf den Rücken wirft und dann verwöhnt wird. Sie kennt nichts anderes. Sie ist so. Clever, neugierig und unendlich voller Vertrauen.

Falls euch Dinge einfallen, die ich übersehen hab, Tips, auch wenn ich nicht danach gefragt hab: Bitte einfach reinschreiben! Ich bin in der Vorbereitung um alles dankbar!

Merci bien, lG, Mistbär
 
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  • Aus Wohnungskatzen Freigänger machen Beitrag #2
Mistbaer diese Fragen haben wir uns auch alle gestellt.

Unsere Kleine ist in der Wohnung absolut vertrauenselig aber draussen nicht wir haben uns auch gedanken gemacht aber zumindest meine geht nicht hin zu fremden.

Was ich gemacht hab ist ich bin die erste Zeit hinter ihr hergelaufen und wenn sie zu einem fremden wollte hab ich in die hände geklascht.

Chippen wenn nicht schon geschehen.
Tollwut Impfung klar
Wir nehmen Spot-On gegen Flöhe und Zecken und hilft.

Wir haben draußen nur ein Schälchen mit wasser stehen.
 
  • Aus Wohnungskatzen Freigänger machen Beitrag #3
Als erstes würde ich ihnen, vor dem ersten Freigang, beibringen auf rufen oder pfeifen zu kommen, das geht prima mit Leckerlis.
Ich pfeife meine nach Haus, da es lauter ist als rufen.
Dann solltest du die ersten Male mitgehen, um zu sehen wie sie sich verhalten, meistens sind Katzen draußen viel vorsichtiger.
Mit meinen bin ich spazieren gegangen, immer weg von der Straße, in Richtung Wald und Feld.
Wenn eine in Straßenrichtung ging, habe ich sie da weg gefaucht, selbst eine wenig befahrene Straße sollte nicht die bevorzugte Richtung sein.


Zu den Impfungen, da würde ich den Tierarzt fragen, meine sind gegen Seuche, Schnupfen, Leukose und Tollwut geimpft.

Chipklappe im Schuppen ist prima, allerdings wirst du erst mal die Nutzung üben müssen und der Schuppen muss als Fluchtort akzeptiert werden, somit ist Futter keine schlechte Idee.
Im Haus wäre einfacher, vielleicht findest du da ja eine Lösung, man kann die auch in Fenster einbauen, alte Scheibe raus, einen Teil mit Holz ersetzen, da kann die Klappe rein und den Rest Glas. Beim Auszug musst du dann eine neue Glasscheibe einsetzen lassen.

Spot - On gegen Flöhe und Zecken hilft, gegen Flöhe 4 Wochen, gegen Zecken 2 Wochen, kauf dir eine Zeckenzange. Ob sie Zecken bekommen ist auch von der Katze abhängig, meine 3 hatten, diesen Sommer, zusammen 4 Zecken. Mein Sternekater hatte dauernd welche, trotz Spot - On.

Ansonsten brauchst du gute Nerven, unglaubliches Gottvertrauen und ab und zu ein Glas Wein, um nicht durch zu drehen, wenn Katz was besseres zu tun hat und nicht auf den Heimruf reagiert. ;-)
 
  • Aus Wohnungskatzen Freigänger machen Beitrag #4
Ansonsten brauchst du gute Nerven, unglaubliches Gottvertrauen und ab und zu ein Glas Wein, um nicht durch zu drehen, wenn Katz was besseres zu tun hat und nicht auf den Heimruf reagiert. ;-)


*lautlach*

1.: Dankeschön... der Pfeiftrick wird ab morgen geübt (noch min 3,5 Monate bis zum ersten Ausgang....)
2.: Die Sache mit dem Wegfauchen ist klug... allerdings sind wir in ner Sackgasse das letzte Haus, da fährt max mal der Fischer oder die 3 Kahnbesitzer ans Ufer durch... als Vorsichtsmaßnahme mach ichs trotzdem.
3.: Ab morgen "Nervenlind Forte" oder sowas... ich sterb ja schon Heldentote, wenn es eine meiner beiden in den Hausflur schafft (bislang 2-mal geschehen....)
 
  • Aus Wohnungskatzen Freigänger machen Beitrag #5
*lautlach*

1.: Dankeschön... der Pfeiftrick wird ab morgen geübt (noch min 3,5 Monate bis zum ersten Ausgang....)
2.: Die Sache mit dem Wegfauchen ist klug... allerdings sind wir in ner Sackgasse das letzte Haus, da fährt max mal der Fischer oder die 3 Kahnbesitzer ans Ufer durch... als Vorsichtsmaßnahme mach ichs trotzdem.
3.: Ab morgen "Nervenlind Forte" oder sowas... ich sterb ja schon Heldentote, wenn es eine meiner beiden in den Hausflur schafft (bislang 2-mal geschehen....)

Ja so ein Leben als Freigängerdosi ist nicht leicht, als Belohnung bekommt man aber wunderschöne Momente.
Zu sehen wie sie im Garten Schmetterlinge jagen, sich auf dem Rasen jagen, ein DRECKBAD nehmen :roll:, auf Bäume klettern und unheimlich glücklich sind, ist einfach schön. :smile:
Angst habe ich auch immer, doch letztlich geht es nicht um mich, sondern um sie.
Katzen sind freiheitsliebend, da schenke ich ihnen lieber ein, mit Pech, kürzeres aber glückliches Leben.
 
  • Aus Wohnungskatzen Freigänger machen Beitrag #6
Hallo!

Ich kann es so gut nachvollziehen, was Du grad durchlebst :)

Wir haben sechs Kater und erst seit ca 5 Jahren dürfen sie Freigang genießen. Wir wohnen in einem 500-Seelen-Dorf. Da jedoch in 1km Entfernung die A65 verläuft, haben wir unsren Garten mit einem 2m hohen Maschendraht umzäunt und hofften tatsächlich, daß die Kater sich mit dem großen Garten zufrieden geben würden. :lol::lol::lol:

Drei davon bestehen jedoch trotzdem auf Freigang außerhalb des Zauns. Zwei dieser drei sind sehr vertrauensseelig und würden sich auch wegklauen lassen wenn nur jemand käme der sie mitnehmen wollte - dachten wir...
Einer ist eine Handaufzucht (Chartreux), einer mehr Hund als Katze (Maine Coon). Der EHK ist supervorsichtig und ständig auf der Hut. Bei ihm habe ich keinerlei Bedenken.
Es hat sich aber rausgestellt, daß die beiden zutraulichen Kater durchaus mißtrauisch sind und sich nicht von jedem anfassen lassen. Die Nachbarn mußten sich schon länger "einschleimen" um sie kraulen zu dürfen. Aber GREIFEN und hochheben lassen sie sich von ihnen nicht. Vor Fremden rennen sie zwar nicht weg und es darf auch jeder gucken und mit ihnen sprechen, sie kommen ihnen aber nie auf armbreite zu nah.

Wegen der Impfungen sprichst Du am besten mit dem Tierarzt. Gegen Zecken wird er Dir wahrscheinlich Frontline und ne gute Zeckenzange empfehlen. Frontline verträgt jedoch nicht jede Katze... Aber wovon ich Dir auf jeden Fall abrate sind Halsbänder JEDER Art da die Sollbruchstellen nicht immer brechen wenn sie brechen sollen....
Falls Du ne chipgesteuerte Katzenklappe einbauen willst (was ich für sehr sinnvoll erachte) nimm so eine, die mit dem implantierten Chip gesteuert wird. Es gibt auch Klappen bei denen der Chip an nem Halsband getragen wird....

Wir haben für unsre Katzen immer Wasser draußen stehen, Futter gibt es ca 3x täglich. Das hat den Vorteil, daß man öfter am Tag mal ALLE Katers zu Gesicht bekommt. :)

GANZ wichtig für Outdoor-Katzen ist die Registrierung bei TASSO damit sie im Verlustfalle wiedergefunden werden können.

Was ich vor allem lernen mußte als unsre Indoorkatzen zu Outdoorkatzen wurden war:
- Gelassenheit zu trainieren
- Katzen sind Katzen und keine Säuglinge. :grin: Katzen sind clever und wissen sich in den allermeisten Fällen selbst zu helfen.
- Katzen gehen nicht einfach so verloren wenn man sie mal nicht sieht. Sie tauchen meist nach ein paar Stunden von allein wieder auf.
- Katzen nächtigen auch mal "aushäusig" und auch dann braucht man nicht gleich Vermißtenzettel an jeden Baum zu kleben
- wenn Katzen nicht gefunden werden wollen, findet man sie auch nicht
- wenn Katzen nicht kommen wollen wenn man sie ruft, kommen sie nicht, auch wenn man laut und ausdauernd lockt und ruft und sich damit bei den Nachbarn zum Äffchen macht :lol:
- Katzen verhungern nicht, wenn sie mal zum fressen nicht da sind. Sie haben dann mit Sicherheit grad was bessres zu tun oder grad gefressen :-?
- Katzen verhungern nicht vor einem vollen Napf.
- Katzen sind nicht aus Watte und auch wenn sie naß werden kriegen sich nicht gleich ne Lungenentzündung
- weiße kleine Fitzelchen an den Ohrrändern sind u.U. Igelzecken :roll:
- solang Katzen unverletzt und frei in ihren Entscheidungen sind, finden sie den Heimweg alleine. Man muß nicht Trockenfutter-klappernd und rufend die Straßen absuchen :mrgreen:
- Katzen muß man nicht "einsammeln" gehen und sie nach Hause und die Haustür reintragen weil man glaubt, sie fänden alleine die Katzenklappe nicht. Solang man sie nicht während des Freiganges an eine andre Stelle gebaut hat, finden sie sie wieder.
- Katzen die auf Bäume klettern, kommen auch allein wieder runter. Ich hab noch nie von nem Katzenskelett gehört das von nem Baum gefallen wäre :lol:
- kleine Wunden gehören zum Freigängerleben dazu. Man muß nicht wegen jedem Kratzer zum Tierarzt fahren. Eine große Tube Betaisadonna-Salbe sollte jeder Freigänger-Dosi im Fundus haben :p

Übe Dich in Gelassenheit und vertrau den Katzen. Sie haben mehr draußen mehr Instinkt als man ihnen zutraut.

LG
Susele
 
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  • Aus Wohnungskatzen Freigänger machen Beitrag #7
Hallo Mistbaer.
Meine Eltern haben auch eine Katze, die ihre ersten 2 Lebensjahre als Wohnungskatze verbracht hat. Inzwischen ist sie leidenschaftlicher Freigänger –bisher ohne Probleme. Sie wurde auch im Dezember an Freigang gewöhnt. Die Idee mit dem Schuppen finde ich super, zumal deine Stubentiger unter Umständen noch nicht so ein dickes Winterfell haben wie routinierte Freigänger. Die Katze meiner Eltern fand es am Anfang draußen so toll, dass sie im 20min-Takt rein bzw. raus wollte. Spannende Umgebung vs. muggelige Wärme; das ist auch ne harte Entscheidung...gut, dass sie gleich 5 Türöffner zur Verfügung hatte („bißchen flott, bitte!“).
Ansonsten kann mich den anderen nur anschließen: wo die Mieze hoch kommt, klettert sie früher oder später auch wieder heil runter. Schwieriger sind menschengemachte Gefahren: Ich habe auch so eine neugierige, sehr vertrauensselige (und durchaus selbstbewusste) Handaufzucht und würde dir raten in diesem Fall noch ein paar Vorsichtsmaßnahmen zu ergeifen. Wenn die Mieze gleich jedem Hans & Franz hinterher läuft, könnte sie schnell mal unbemerkt im Schuppen, Garage oder sogar im Haus eingesperrt werden. Evtl. bei den Nachbarn Bescheid sagen, dass man nicht möchte, dass die Katzen bei ihnen reingelassen werden und die Katze es sich so gar nicht erst angewöhnt durch jede offenen Tür zu schlüpfen. Solche Katzen steigen unter Umständen sogar freiwillig in Autos ein (extrem spannend, was da alles drin sein könnte): eine frühere Katze meiner Eltern wäre beinahe mal mit unserem Nachbarn davon gefahren (ohne sein Wissen natürlich). Deshalb würde ich im neuen Heim mit ihr üben, dass sie nicht in offene Autos springen darf (anfauchen/klatschen/ erschrecken, wenn sie einsteigen will). Ein bißchen Respekt vor Autos kann nie schaden.
Was Zecken angeht, ist es v.a. wichtig die Katzen regelmäßig gut abzusuchen und die Viecher ggf. mit einer Zeckenpinzette zu entfernen. Ob du regelmäßig ein Spot-on verwendest, würde ich daran abwägen, ob Zecken in der Region tatsächlich häufig vorkommen (ist natürlich auch Saison-bedingt, wenn es kalt ist verfallen Zecken in Kältestarre). Ich hab inzwischen schon öfter gehört, dass viele Spot-on-Mittel echte Chemie-Keulen und für den Körper sehr schwer abbaubar sind. Einige Katzen vertragen die nicht gut, deshalb würd ich das Zeug nur anwenden, wenn tatsächlich regelmäßig Floh- bzw. Zeckenbefall vorliegt. Wenn ein Spot-on das erste Mal verwendet wird, die Katzen gut beobachten und nicht gleich rauslassen, falls Nebenwirkungen auftreten.
Alles Gute für den Umzug. Ich bin gespannt was du ab Dezember berichtest.
 
  • Aus Wohnungskatzen Freigänger machen Beitrag #8
1.: Dankeschön... der Pfeiftrick wird ab morgen geübt (noch min 3,5 Monate bis zum ersten Ausgang....

Du kannst statt dessen auch auf das Klappern der Leckerlidose trainieren, auf jeden Fall sollten Freigänger ein Geräusch kennen, auf das sie zuverlässig reagieren
 
Thema:

Aus Wohnungskatzen Freigänger machen

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