Hallo!
Ich kann es so gut nachvollziehen, was Du grad durchlebst
Wir haben sechs Kater und erst seit ca 5 Jahren dürfen sie Freigang genießen. Wir wohnen in einem 500-Seelen-Dorf. Da jedoch in 1km Entfernung die A65 verläuft, haben wir unsren Garten mit einem 2m hohen Maschendraht umzäunt und hofften tatsächlich, daß die Kater sich mit dem großen Garten zufrieden geben würden. :lol::lol::lol:
Drei davon bestehen jedoch trotzdem auf Freigang außerhalb des Zauns. Zwei dieser drei sind sehr vertrauensseelig und würden sich auch wegklauen lassen wenn nur jemand käme der sie mitnehmen wollte - dachten wir...
Einer ist eine Handaufzucht (Chartreux), einer mehr Hund als Katze (Maine Coon). Der EHK ist supervorsichtig und ständig auf der Hut. Bei ihm habe ich keinerlei Bedenken.
Es hat sich aber rausgestellt, daß die beiden zutraulichen Kater durchaus mißtrauisch sind und sich nicht von jedem anfassen lassen. Die Nachbarn mußten sich schon länger "einschleimen" um sie kraulen zu dürfen. Aber GREIFEN und hochheben lassen sie sich von ihnen nicht. Vor Fremden rennen sie zwar nicht weg und es darf auch jeder gucken und mit ihnen sprechen, sie kommen ihnen aber nie auf armbreite zu nah.
Wegen der Impfungen sprichst Du am besten mit dem Tierarzt. Gegen Zecken wird er Dir wahrscheinlich Frontline und ne gute Zeckenzange empfehlen. Frontline verträgt jedoch nicht jede Katze... Aber wovon ich Dir auf jeden Fall abrate sind Halsbänder JEDER Art da die Sollbruchstellen nicht immer brechen wenn sie brechen sollen....
Falls Du ne chipgesteuerte Katzenklappe einbauen willst (was ich für sehr sinnvoll erachte) nimm so eine, die mit dem implantierten Chip gesteuert wird. Es gibt auch Klappen bei denen der Chip an nem Halsband getragen wird....
Wir haben für unsre Katzen immer Wasser draußen stehen, Futter gibt es ca 3x täglich. Das hat den Vorteil, daß man öfter am Tag mal ALLE Katers zu Gesicht bekommt.
GANZ wichtig für Outdoor-Katzen ist die Registrierung bei TASSO damit sie im Verlustfalle wiedergefunden werden können.
Was ich vor allem lernen mußte als unsre Indoorkatzen zu Outdoorkatzen wurden war:
- Gelassenheit zu trainieren
- Katzen sind Katzen und keine Säuglinge. :grin: Katzen sind clever und wissen sich in den allermeisten Fällen selbst zu helfen.
- Katzen gehen nicht einfach so verloren wenn man sie mal nicht sieht. Sie tauchen meist nach ein paar Stunden von allein wieder auf.
- Katzen nächtigen auch mal "aushäusig" und auch dann braucht man nicht gleich Vermißtenzettel an jeden Baum zu kleben
- wenn Katzen nicht gefunden werden wollen, findet man sie auch nicht
- wenn Katzen nicht kommen wollen wenn man sie ruft, kommen sie nicht, auch wenn man laut und ausdauernd lockt und ruft und sich damit bei den Nachbarn zum Äffchen macht :lol:
- Katzen verhungern nicht, wenn sie mal zum fressen nicht da sind. Sie haben dann mit Sicherheit grad was bessres zu tun oder grad gefressen :-?
- Katzen verhungern nicht vor einem vollen Napf.
- Katzen sind nicht aus Watte und auch wenn sie naß werden kriegen sich nicht gleich ne Lungenentzündung
- weiße kleine Fitzelchen an den Ohrrändern sind u.U. Igelzecken :roll:
- solang Katzen unverletzt und frei in ihren Entscheidungen sind, finden sie den Heimweg alleine. Man muß nicht
Trockenfutter-klappernd und rufend die Straßen absuchen :mrgreen:
- Katzen muß man nicht "einsammeln" gehen und sie nach Hause und die Haustür reintragen weil man glaubt, sie fänden alleine die Katzenklappe nicht. Solang man sie nicht während des Freiganges an eine andre Stelle gebaut hat, finden sie sie wieder.
- Katzen die auf Bäume klettern, kommen auch allein wieder runter. Ich hab noch nie von nem Katzenskelett gehört das von nem Baum gefallen wäre :lol:
- kleine Wunden gehören zum Freigängerleben dazu. Man muß nicht wegen jedem Kratzer zum Tierarzt fahren. Eine große Tube Betaisadonna-Salbe sollte jeder Freigänger-Dosi im Fundus haben
Übe Dich in Gelassenheit und vertrau den Katzen. Sie haben mehr draußen mehr Instinkt als man ihnen zutraut.
LG
Susele