Folgende Situation: Ich selbst habe zwei Katzen, ein Kater 4 Jahre alt, ein Siammix aus Spanien, den ich mit 8 Monaten bekam und eine getigerte Hauskatze, zierlich gebaut, 5 Jahre alt. Als ich die beiden vor 4 Jahren zusammen führte, hat es kräftig gerumpst, meine Katze hat natürlich ihr Revier verteidigt. Da der Kater sich aber unterwarf und fügte, war nach ca. 2 Monaten alles gegessen und beide sind mittlerweile die besten Freunde.
Nun gibt es seit drei Monaten einen neuen Kater in der Runde. Mein Freund ist mit seinem ziemlich stämmigen Britisch Kurzhaar Kater vor drei Monaten zu mir gezogen in eine 2- Zimmer Wohnung. Sein Kater ist bereits 15 Jahre alt und lebte allein mit ihm, seit er 2 Jahre alt ist. Die erste Woche hat er sich erst mal ins Bad unter einem kleinen Schrank zurück gezogen und war sehr ängstlich. Meine Katzen witterten, dass Sie nun Besuch bekamen, aber die „Bedrohung“ war ja insofern noch nicht zu spüren, da er ausschließlich im Bad blieb.
Nach einer Woche eroberte er, zunächst noch vorsichtig, sukzessiv die Wohnung, was meinen beiden Katzen wenig passte. Es war ein ewiges Geknurre und Gefauche. Der neue Kater hat sich dann zunehmend dominant verhalten, was dann zur Folge hatte, dass sich meine Katze immer mehr oben auf dem Kleiderschrank im Schlafzimmer verzog. Immer, wenn der neue Kater herein kam, flüchtete sie vor Angst. Das hat ihn anscheinend noch mehr angespornt und irgendwann rannte er ihr schon hinterher, sobald er mitbekam, dass die Tür vom Schlafzimmer offen war. Sie flüchtete immer ängstlich auf den Kleiderschrank. Dann machte sie aufs Bett. Dies war dann der Moment, wo wir entschieden, das Katzenklo ins Schlafzimmer aufzustellen, da meine Katze sich sichtlich nicht mehr aus dem Zimmer traute.
Nun haben wir ein Klo im Schlafzimmer...zu meiner großen Begeisterung ;-((( wenigstens hat sie seitdem nicht mehr aufs Bett gemacht. Ich schaltete dann meine Tierheilpraktikerin ein und sie kreierte ein Mittel, welches ihr optimaler weise etwas die Angst nehmen sollte.
Damit sie sich zwischen durch auch entspannen kann, in Ruhe mit uns schmusen und in Ruhe fressen kann, machen wir regelmäßig (nachts immer) die Tür zu. Dann ist sie eigentlich ganz die „Alte“. Wir versuchen mit Schmuseeinheiten und Zuwendung ihr Selbstbewusstsein zu stärken, dennoch hat sich ihre Angst nur minimal gemindert. Sie kommt eigentlich nur vom Schrank herunter, wenn die Tür zu ist bzw. ganz selten auch mal, wenn Sie sehr hungrig ist und sich aber relativ sicher sein kann, dass der neue Kater nicht in der Nähe ist, wenn die Tür auf ist. Dann guckt sie immer sehr unsicher und unruhig um die Ecke. Leider sind wir bisher nicht dazwischen gegangen, wenn der neue Kater meiner Katze hinterher lief. Wir sind davon ausgegangen, dass sie das irgendwie untereinander klären müssen. Mittlerweile stehen wir mit einer Spritzflasche bewaffnet da, wenn sich der neue Kater anpirscht und meine Katze anfängt zu jagen. Der neue Kater soll spüren, dass sein dominantes Verhalten so nicht okay ist und er sich als neuer Kater so nicht aufführen „darf“.
Schließlich waren meine Katzen zuerst da und nun kommt sie aus dem Schlafzimmer nicht mehr raus und der neue Kater hat die ganze Wohnung für sich.
Meine Vermutung ist, dass durch die fehlende Konfrontation der beiden Katzen – durch das Fluchtverhalten meiner Katze begegnen sie sich ja quasi gar nicht- sie dadurch keine neue Rangordnung fest legen können. Wenn sie sich wenigstens fetzen würden und es so untereinander ausmachen könnten, wäre evtl. die Situation klarer, aber den Fluchtweg meiner Katze deswegen einzuschränken, wäre sicher auch nicht die richtige Lösung, sondern würde ihre Angst sicher nur verstärken.
Mein Kater knurrt und faucht den neuen Kater öfters an, sie begegnen sich aber und schnuppern auch ab und zu mal aneinander, sie mögen sich nicht wirklich, aber akzeptieren sich. Der neue Kater macht indes Anzeichen, dass er spielen möchte, was mein Kater nicht immer so versteht. Mein Kater wechselt immer zwischen den Zimmern hin und her, schließlich will er auch mit seiner Freundin Zeit verbringen und schläft besonders nachts mit ihr zusammen im Schlafzimmer, bei geschlossener Tür.
Wer hat evtl. eine ähnliche Situation erlebt und kann uns weiter helfen? SO ist das auf Dauer kein Zustand!! Das homöopathische Mittel hat bisher nicht geholfen und einige Tipps vom Tierarzt wie z. B. alle Katzen von hinten mit dem gleichen Parfum ansprühen haben nicht geholfen. Wer hat gute Erfahrungen gemacht mit Katzenpsychologen? Wir hätten längst jemanden zu Hilfe geholt, wäre es nicht so eine kostspielige Sache. Von Feliway haben wir schon gehört, allerdings auch von der Abhängigkeit, die dadurch entstehen kann, sprich, wenn man das Mittel nicht mehr benützt, würden die Katzen wieder in ihr altes Verhaltensmuster zurück fallen. Wir legen generell auch mehr Wert auf natürliche Mittelchen.
Wir sind für jeden Tipp und jede Erfahrung dankbar. DANKE.
