Hallo,
ich bin neu hier und muss gleich mal auf Eile drängen. Meine Mom hat drei Katzen und zieht somit auch Wildlinge an. Im Juni kam so also Clochard, eine ungefähr einjährige Katzendame auf ihren Hof, im Schlepptau ein Katzenbaby. Meine Mom fütterte die beiden. Das Kleine, Kiwi genannt, hat eine sehr enge Bindung an seine Mutter. Meine Mom stellte Futter hin, entfernte sich, Clochard kam an, fraß ein bisschen und schnalzte dann nach Kiwi, der dann ankam und ebenfalls fraß. Danach waren sie sofort wieder weg. Im Laufe der Monate wurde Clochard ein wenig zutraulicher und konnte von meiner Mom auch mal über den Rücken gestreichelt werden. Kiwi hielt sich immer versteckt, bis Clochard ihn rief.
Vor knapp drei Wochen dann das Unglück: meine Eltern wollten ihren Schuppen abreißen, nicht ahnend, dass Clochard gerade darin lag und gebärte. Ein kleines Fellknäuel lag schon bei ihr. Clochard lief weg, auf Anraten des Tierheims siedelte meine Mutter das Fellknäuel um und wartete bis zum nächsten Morgen. Clochard kam zwar mal an und roch aus einem Meter Entfernung an dem kleinen Kater, haute dann aber wieder ab. Nun ist der Kleine bei mir und wird per Hand aufgezogen.
Allerdings ist Clochard noch immer dick. Anfangs riet die Tierklinik dazu, abzuwarten. Letzte Woche sagten sie: einfangen und hinbringen, die Kleinen in ihrem Bauch sind wohl verstorben. Also Lebendfallen besorgt, leider ging Kiwi in die Falle. Weil er (oder sie) so auf die Mutter geprägt ist, hatten wir Angst, er kommt uns um, wenn wir Clochard in die Klinik bringen, dass wir gesagt haben, er kommt erst mal zu mir. Seit Sonntag Mittag wohnt Kiwi also nun in meinem Arbeitszimmer, weil es da besonders ruhig ist und ich mich dort und im angrenzenden Wohnzimmer am meisten aufhalte, auch wegen dem ganz Kleinen dort schlafe (wegen nächtlichen Fütterungen und so).
Problem: Kiwi hat, seit er hier ist, weder gefressen, noch getrunken. Wenn er allein im Zimmer ist, dann höre ich ihn schon mal rumspringen, wenn ich dazu komme, verhielt er sich ganz still. Seit gestern Abend traut er sich auch schon mal raus, wenn er mich sieht, mauzt seitdem aber auch ganz kläglich.
Meine Vermutung: er traut sich weder an Futter noch an die Wassernäpfe ran, weil Clochard nicht da ist, die ihm sagt: "du darfst". Er ist auch schon des Öfteren mal an einen Futternapf rangegangen und hat geschnuppert, aber eben nichts genommen. Gestern Abend habe ich ihn wieder gelockt, er antwortet dann auch mit Mauzen, ist dann auch ins Wohnzimmer gekommen, hat mich immer wieder angemauzt, aber er muss jetzt endlich mal wenigstens was trinken!
Berühren lässt er sich übrigens, Atmung ist derweil relativ ruhig, sobald er anfängt, unruhig zu werden, gehe ich dann auch in Zeitlupe weg. Meist bleibt er liegen, manchmal schleicht er sich dann weg, wobei er nicht mehr diese extreme Duckstellung hat beim laufen.
Zurück zu Clochard, die Tierklinik hat uns nun ein Sedierungsgel gegeben, weil sie absolut nicht in die Lebendfalle geht. Seit sie die aufgestellt hat, läuft Clochard auch wieder von meiner Mutter davon. Heute oder morgen soll nun das Gel verabreicht werden. Eigentlich hatten wir mit der Katzeninsel in der Nähe die Abmachung, dass Clochard dann dort leben kann, Quarantänezimmer ist schon eingerichtet und wartet nur noch auf sie.
Jetzt komme ich aber ins Grübeln und hier hätte ich gerne Rat:
Einerseits denke ich, dass Kiwi sich schneller eingewöhnt, wenn Clochard nicht hier ist, weil sie ja den Takt vorgibt und wenn sie bei der Ankunft, noch dazu nach einer evtl. anfallenden OP, "sagt": "friss hier nichts!", dann wäre das natürlich der Obergau. Andererseits denke ich, dass Clochard Kiwi dabei helfen könnte, sich schneller einzugewöhnen. Sie hat Menschen hat ja immerhin bis auf einen Meter und meine Mutter ganz an sich rangelassen, während mal von Kiwi bis Sonntag immer nur einen schwarzen Schatten sah.
Noch ist Kiwi gut unterwegs, aber nach 3-4 Tagen (ich weiß ja nicht, wann er das letzte Mal getrunken hat, das letzte Mal essen war definitiv am Samstag) bekomme ich langsam Panik. Er hat, seit er hier ist, auch kein einziges Mal sein Geschäft erledigt. Als Futter benutze ich übrigens das selbe, wie meine Mutter. Umstellen kann ich ja später noch. Aber auch Thunfisch (im eigenen Saft) und Wurststückchen verschmäht er komplett. Katzenklos hab ich übrigens einmal mit Rindenmulch und einmal mit Blumenerde gefüllt, weil ich das von dem ganz kleinen so kenne, dass er nichts trinken kann, wenn er sich vorher (und hinterher natürlich auch) nicht erleichtern kann.
Könnt ihr mir zu irgendwas raten?
LG, Tanja