Hallo,
meiner Meinung nach: der Kater wird das NIE vollständig akzeptieren. Warum sollte er auch? Das Zimmer gehörte mal zu seinem Revier. Warum darf er dort nicht morgens mal nach dem Rechten sehen -> nach Monstern suchen, nach Mäusen schnüffeln? Könnte man doch in den Aufsteh-Futter-Spiel 'wie auch immer' Ritualen irgendwie einbinden?
Für die Katze ist es so: plötzlich ist alles anders, obwohl gar nichts anders sein dürfte. Jetzt kann ich mir neue Regeln und Grenzen definieren und neue Freiheiten erkämpfen! Im Grunde würde ich einfach die alten Regeln weiter durchsetzen, so wie früher auch. Und versuchen, den Kater mit der Freundin vertraut zu machen. Da kann man nur abwarten und Leckerlie geben. Es sind doch wohl erst 2 Wochen in dieser Situation? Es kann schonmal 2-3 Monate dauern, bis eine Katze sich so richtig in einen neuen Alltag eingefunden hat.
Vielleicht wäre auch mit einem ruhigen, nicht zu dominanten Zweitkater etwa im gleichen Alter (oder etwas jünger) der Verlust der übrigen Menschen ein weinig auszugleichen. Denn die Eltern fehlen wohl seit März? Das sind immerhin 2 fehlende Bezugspersonen, die nicht durch eine neue unbekannte Person ausgeglichen werden können. Das ganze Rudel ist zerbrochen
Der Kater ist doch völlig aus der Bahn geworfen durch diese radikalen Einschnitte. Wahrscheinlich wurde in der Wohnung auch viel verändert? Ihr habt bestimmt, unbewusst und ohne es zu wollen, einige wichtige Eckpfeiler in seinem Revier entfernt, die uns Menschen gar nicht so bewusst sind.
Lasst ihm Zeit aber seid jetzt auch nicht unnötig schleimig und zu nett zu dem Kater. Zeig ihm, dass du weiterhin seine vertraute Bezugsperson bist. Deine Freundin sollte Aufforderungen zum Spiel erkennen und darauf eingehen, ansonsten erstmal zurückhalten bleiben und auch am Füttern beteiligt sein.