Gibt es Katzen, die nicht trauern?

Moni1980

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Hallo,

habe hier schon vor ein paar Tagen über die Erkrankung und den Tod meines Katers geschrieben.
Hatte ihn im September letzten Jahres zusammen mit seiner Wurfschwester gekauft da beide unzertrennlich waren.
Als ich sie im Februar im Alter von 8 Monaten beide kastrieren ließ brach durch den OP-Stress bei meinem Kater FIP aus. Er starb letzte Woche Montag. Seine Schwester hatte die
Chance, Abschied zu nehmen und seinen toten Körper zu beschnüffeln.
Schon da kam es mir irgendwie seltsam vor, wie scheinbar gleichgültig Melinda dem Tod ihres Bruders gegenüber stand. Ich weiß auch nicht, welche Reaktion ich genau erwartet habe. Aber ein einziger prüfender Blick nach dem Motto: Ist er jetzt tot? Gut! Und dann gleich über die Reste seines Futters hergemacht - Hallo?? Etwas mehr Emotion habe ich da irgendwie schon erwartet. Ich selber hatte mir tagelang die Augen aus dem Kopf geheult.
Überhaupt habe ich nicht den Eindruck, dass sie der Verlust irgendwie belasten würde. Sie spielt und tobt und sieht zufrieden aus, verhält sich wie immer. Nur manchmal scheint ihr langweilig zu sein. Das tollste Katzenspielzeug wird mit der Zeit öde und zum Herumbalgen ist ja keiner mehr da.
Sie frisst jetzt nicht die Massen. Aber das hat sie ja ohnehin noch nie getan - immer eher so über den Tag verteilt.
Kann es sein, dass sie gar nicht trauert? Oder konnte sie vielleicht besser damit abschließen, weil sie ihren Bruder tot sehen konnte? Wie habt ihr denn die Trauerzeit bei euren Katzen erlebt?
 
17.03.2014
#1
A

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Paule

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Mein Beileid zu dem viel zu frühen Tod deines Katers.
ich denke das ist ganz unterschiedlich. wie bei den menschen auch. sie wusste das er krank ist, sie hat gesehen das er tot ist. ich denke die meisten Tiere leben da eher im hier und jetzt, gerade wenn sie jung sind.
das heißt nicht, das sie sich nicht nach einem neuen tobe- und kuschelpartner sehnen....
 
Jubo

Jubo

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Hallo Moni,

es tut mir leid um deinen Kater. FIP ist echt ein Arschloch!

Ja, es gibt Katzen, die nicht wirklich trauern. Meine Jule z.B.. Hier war es ähnlich wie bei dir. Während es mich fast zerriß, als mein Kater starb, ging Jule sehr schnell zur Tagesordnung über. Bolle war ihr Wurfbruder. Die beiden hatten über 9,5 Jahre sehr eng zusammengelebt. 80% des Tages lagen sie immer irgendwie über-, unter- oder nebeneinander. Und dann das.

Anfangs wußte ich nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ich selbst trauerte wie verrückt, Jule verhielt sich relativ normal. Erst viele Wochen später zeigte sich, daß sie zwar nicht um ihren Bruder trauerte, aber durchaus Katzengesellschaft vermisste. Daraufhin zog eine neue Katze ein.

Leider ist mir auch diese Katze nun vor 2 Wochen ganz plötzlich verstorben. Und die Geschichte wiederholt sich. Jule trauert nicht um Ella, aber sie ist einsam. Daher bin ich wieder auf der Suche nach einer Zweitkatze, da Jule langfristig nicht allein bleiben kann.

Heute frage ich mich manchmal, ob Jule nicht schon lange vorher wußte, daß ihr Bruder totkrank war und sie so Zeit hatte, Abschied zu nehmen. Und ob sie auch bei Ella gespürt hat, daß sie nicht mehr lange bei uns sein würde. Ich weiß es nicht, aber es wäre mir ein Trost.

Gruß
Jubo
 
Rovena

Rovena

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Hallo Moni, mein aufrichtiges Beileid zu Deinem Verlust. :cry:

Was Jubo hier geschrieben hat:

Heute frage ich mich manchmal, ob Jule nicht schon lange vorher wußte, daß ihr Bruder totkrank war und sie so Zeit hatte, Abschied zu nehmen. Und ob sie auch bei Ella gespürt hat, daß sie nicht mehr lange bei uns sein würde.
kann ich so bestätigen. Ende 2012 mussten meine Eltern einen ihrer Kater gehen lassen, mit 18 Jahren. Für seinen Bruder war es "okay" - er durfte Abschied nehmen, hat aber keine Anzeichen von Trauer gezeigt. Ein paar Wochen später allerdings verstarb er auch.
Ich vermute sehr, dass Dusty gespürt und mitbekommen hat, dass sein Bruder über einen längeren Zeitraum krank war.

Es würde mich nicht wundern, wenn Deine Melinda "gewusst" hat, was passiert und ihre eigene Art gefunden hat, damit umzugehen.
 
Moni1980

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Hallo Moni,

es tut mir leid um deinen Kater. FIP ist echt ein Arschloch!

Ja, es gibt Katzen, die nicht wirklich trauern. Meine Jule z.B.. Hier war es ähnlich wie bei dir. Während es mich fast zerriß, als mein Kater starb, ging Jule sehr schnell zur Tagesordnung über. Bolle war ihr Wurfbruder. Die beiden hatten über 9,5 Jahre sehr eng zusammengelebt. 80% des Tages lagen sie immer irgendwie über-, unter- oder nebeneinander. Und dann das.
Ja, genau so waren meine beiden auch.
Dass Melinada nicht alleine bleiben kann ist für mich klar. Und dieser Gedanke macht mich erst recht wahnsinnig. Habe das Gefühl, wenn es nach Melinda ginge könne morgen schon jemand Neues einziehen. Aber ich selbst kann ans Katzen kaufen nicht mal DENKEN. Außerdem muss ich ständig dran denken, dass durch den Stress einer Zusammenführung auch bei Melinda vielleicht FIP ausbrechen könnte. Oder beim Neuzugang. Aaaaaah! Ich sag ja - es macht mich wahnsinnig. Ich kann mit der ganzen Sache noch gar nicht umgehen.

Es würde mich nicht wundern, wenn Deine Melinda "gewusst" hat, was passiert und ihre eigene Art gefunden hat, damit umzugehen.

Ja, dass sie es gewusst hat glaub ich schon. Und auch ihr Bruder hat es denke ich gewusst. Er war in seinen letzten wachen Tagen extrem anhänglich zu mir - vielleicht wollte er lebe wohl sagen?
Seine Schwester hat ihn ständig hingabevoll geputzt - viel mehr als sonst. Nur am letzten Tag, als es ihm wirklich schlecht ging und er jegliche Liebe und Nähe einfach ablehnte hielt sie sich komplett von ihm fern.
Gut möglich, dass Melinda zu dieser Zeit bereits einen Abschluss gefunden hat.
 

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