FAQ zum Frankenprey

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Labiae

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Hallo ihr Lieben!

Da das Thema Frankenprey doch auf überraschend viel Interesse gestoßen ist, hat mir die Moderation angeboten, einen FAQ-Thread dafür anzupinnen. Hier ist er also :-D

Die erste Frage, die sich für die richtige Zusammensetzung stellt, ist: was genau fällt eigentlich unter Muskelfleisch, was unter Innerei?
Nicht alles, was für den Menschen Organe sind, gilt in der Katzenernährung automatisch als Innerei. Hier mal eine kleine Liste, was zu Fleisch zählt und was zu Innereien:

1. Fleisch:

Muskelfleisch
Haut/Fett
Herz
Zunge
Knorpel
Magen
Sehnen

2. Innereien:

Leber
Milz
Niere
Augen
Hirn

Beim Thema Lunge besteht uneinigkeit, einige füttern sie als Organ, andere (so wie ich) als Fleisch. Da sie nicht viele Nährstoffe beinhaltet, ist sie aber generell eher zum Strecken des Futters für übergewichtige Katzen geeignet.


Kommen wir nun zur Zusammenstellung. Auch beim Frankenprey gibt es ein paar - wenn auch wenige - Richtlinien. Grundsätzlich gilt im Frankenprey: Getreide, Gemüse und Obst haben in der Katze nichts zu suchen! Wir bauen - eben wie Frankenstein mit seinem Monster - das natürliche Beutetier der Katze nach.
Hierbei gilt eine einfache Grundrichtlinie: 85/5/10 bis 83/7/10.
Bedeutet: 83-85% Muskelfleisch, davon mind. 10-15% Fett und etwa die Hälfte bis 1/3 Herzen. Am besten Puten- oder Hähnchenherzen, da diese das meiste Taurin enthalten. Im Gegensatz zu Hunden und auch Menschen können Katzen Taurin nicht selbst bilden und müssen es daher vermehrt durch die Nahrung aufnehmen.
Desweiteren gilt: 5-7% reine Knochen. Füttert man - wie ich meistens - fleischige Knochen, wie Hähnchenhälse oder -flügel, wird der Knochenanteil auf 10-14% erhöht.
Die letzten 10% gehören den Innereien. Die Hälfte davon sollte aus Leber bestehen. Die andere Hälfte sind gemischte Innereien. Ich füttere meistens Niere und Milz, da das die absoluten Nährstoffbomben sind. Ja, und das war's auch schon.
Beim Fett gilt, lieber mehr als weniger. ZU VIEL Fett gibt es bei Katzen eigentlich nicht. Auch bei übergewichtigen. Fett macht Katzen nämlich nicht dick, er ist ihr absoluter Energielieferant.

Das einzige "Supplement", das im Frankenprey hinzugefügt werden MUSS, ist Lachsöl, wenn man Masttiere verfüttert. Denn bei Masttieren stimmt das Omega3:6-Verhältnis nicht mehr, weshalb das durch das Öl ausgeglichen wird. Bei Wildtieren muss das nicht sein.

Der Tagesbedarf der Katze entspricht etwa 25-40g/KG Körpergewicht oder 3-4% des Idealgewichts.
Es KANN vorkommen, dass die Katze durch die reine BARF-Fütterung Probleme beim Kot absetzen bekommt. In diesem Fall sollten dann Ballaststoffe zB in Form von Flohsamenschalen oder Gemüse hinzugeben. Es sollte aber
ruhig erst ohne versucht werden. Sollten Ballaststoffe nötig sein, nimmt man eben entsprechend weniger Muskelfleisch.
Gefüttert werden kann auf zwei verschiedene Arten: entweder, man füttert die verschiedenen Stoffe einzeln (zB morgens Herz, mittags Fleisch, abends Innereien und Knochen), oder man mischt komplette Rezepte und teilt sie in Tagesportionen ein.
Bei der ersten Variante gilt es nur zu beachten, dass die Katze mindestens nach einer Woche alle Nährstoffe hat, die sie braucht. Außerdem ist immer ratsam, das Fleisch am besten erst direkt vor dem Füttern in Stücke zu schneiden. Das ist bei "Rezeptlern" natürlich nicht möglich. Ist aber nicht schlimm, solange man darauf achtet, möglichst große Stücke zu haben. Ich komme dazu später nochmal.

Ich selbst mische mir meistens 1 KG fertige Rezepte an und friere die in Tagesportionen ein.
Solche Rezepte können dann zB so aussehen:


350g Muskelfleisch (mager)
100g Fett
360g Putenherzen
140g Hühnerhälse
50g Leber
25g Niere
25g Milz
1g Lachsöl
50g Blut (optional)


Wer fettes Fleisch nimmt, muss eben dafür kein Fett geben - kann aber natürlich trotzdem - wie gesagt: zu viel Fett gibt's bei Katzen eigentlich fast nicht :)
Zum Thema große Stücke: Je kleiner die Stücke sind, desto mehr "Oberfläche" gibt es. Je mehr Fläche an der Luft ist, desto mehr luftlösliche Nährstoffe können sich auflösen. Außerdem sind große Stücke gut für die Zähne und die Muskulatur :)
Sollte eure Katze - so wie mein Kater - Innereien am Stück nicht mögen, ist es nicht schlimm, wenn ihr sie wolft oder püriert, um sie als Soße drüberzugeben - aber es sollte eben so viel wie möglich so groß wie möglich sein.

Nun ist beim Frankenprey Abwechslung das A und O - unterschiedliche Fleischsorten von unterschiedlichen Körperteilen enthalten unterschiedliche Nährstoffe. Durch die Abwechslung wird sichergestellt, dass man alles dabei hat. Um jedoch zu wissen, wann ein Rezept ausgewogen ist, muss man wissen, welche Nährstoffe worin enthalten ist. Hier mal eine Liste zur Frage "Was braucht meine Katze eigentlich? Und worin ist es enthalten?"


Eiweiß: 4-5g/KG Körpergewicht/Tag -> Muskelfleisch


Fett: bis zu 30g/Tag -> Fettabschnitte, Geflügelhaut


Vitamine:
- Vitamin A: 1500-2000 IE/Tag; 0.03mg/KG Körpergewicht/Tag -> Leber (100-150g/Woche), Eidotter, Fischöl
- Vitamin B1 (Thiamin): 0.1 mg/KG Körpergewicht/Tag -> roher Fisch, Fleisch, (Weizenkeime)
- Vitamin B2 (Riboflavin): 0.05mg/ KG Körpergewicht/Tag -> Muskelfleisch, Innereien, Leber
- Vitamin B3 (Niazin): 0.8mg/KG Körpergewicht/Tag -> Fleisch
- Vitamin B5 (Panthothensäure): 0.2 mg/KG Körpergewicht/Tag -> Leber, Herz, Nieren
- Vitamin B6 (Pyridoxin): 0.08mg/KG Körpergewicht/Tag -> Innereien, Fisch
- Vitamin B9/B11 (Folsäure): 0.02mg/KG Körpergewicht/Tag -> Leber, Nieren, Katzengras
- Vitamin B12 (Kobalamin): 0.0004mg/KG Körpergewicht/Tag -> Fleisch, Fisch, Geflügel, Leber, Niere
- Vitamin C (Ascorbinsäure): Wird vom Körper selbst hergestellt
- Vitamin D: 50-100 IE/Tag; 0.000125mg/KG Körpergewicht/Tag -> Fisch, Fischöl, Leber, Eigelb, Lammherz

- Vitamin E: 2mg/KG Körpergewicht/Tag -> Milz, Herz
- Vitamin H (Biotin): 0,002-0.004mg/KG Körpergewicht/Tag -> Leber, Niere, Eigelb, Lachs


Chlor/Chlorid: 120mg/KG Körpergewicht/Tag -> Fisch, Ei, Geflügel


Kalium: 160mg/KG Körpergewicht/Tag -> Fleisch, Milz


Kalzium: 80mg/KG Körpergewicht/Tag -> (Eierschalen,) Knochenmehl, Knochen, Milz, Niere


Magnesium: 12mg/KG Körpergewicht/Tag -> Fleisch, Kochen/Knochenmehl, Niere


Natrium: 80mg/KG Körpergewicht/Tag -> (Salz,) Blut, Niere


Phosphor: 70mg/KG Körpergewicht/Tag -> Fleisch, Fisch, Leber, Milz


Eisen: 1.5mg/KG Körpergewicht/Tag -> Leber, Milz, Lunge, Blut


Jod: 0.015mg/KG Körpergewicht/Tag -> Fisch, Ei, Blut, Fleisch, Milz


Kupfer: 0.1mg/KG Körpergewicht/Tag -> Fleisch, Innereien, Leber


Mangan: 0.1mg/KG Körpergewicht/Tag -> Knochen, Blut, Leber


Selen: 0.002mg/KG Körpergewicht/Tag -> Fleisch, Fisch, Ei, Leber, Niere


Zink: 1mg/KG Körpergewicht/Tag -> Fleisch, Innereien, Wasser


Wasser: 60mg/KG Körpergewicht/Tag -> Wasserhahn ;-)


Taurin: 200-500mg/KG Fleisch -> rotes Fleisch und Herz (am besten Pute)


Wer sich nicht ganz sicher ist, ob das Taurin in den Herzen genügt, der kann - da Taurin ja besonders wichtig für die Katze ist - ein bisschen Taurinpulver mit dazufügen. Ich kenne ein paar Frankenpreyer, die das machen. Ich selbst habe es bisher nicht getan, überlege aber daran.


Das erst einmal zum Thema :)
Alle Fragen die ihr gestellt habt und die dadurch nicht abgedeckt sind, hab ich hier in einem Frage-Antwort-Text nochmal reinkopiert:


Was wird bei Prey-Barf als Supplemet bezeichnet? Supplement ist alles, was nicht natürlicherweise im Beutetier vorhanden ist.

Was muss ich bei Mäkeleien beachten? Das gleiche wie bei allen anderen Futterarten auch: wenn es vorher gefressen wurde, gibt es keinen grund, weshalb es nicht mehr gefressen werden sollte. Daher durchhalten :wink:
Wurde es noch nie gefressen, langsam heranführen, wie bei allem.

Kann ich mit Prey auch auf Krankheiten eingehen? Auf Über- oder Unterversorgungen ebenso wie Nierenprobleme etc. kann man dadurch, dass man entsprechend mehr oder weniger Nährstoffe (s. Tabelle) füttert, eingehen. Bei anderen Krankheiten, z.B. SDÜ, sind bestimmte Supplemente wie Jod ab einem bestimmten Punkt nicht mehr umgehbar.

Kann ich Prey-Barf und Kalki-Barf "mischen? (Eine Mahlzeit so und die nächste anders?) Ja, es gibt nichts, was dagegen spricht.


Könnt ihr noch was zum Thema "schlachtwarm" sagen? Ich hab jetzt von @Tragetasche ein paarmal gelesen, dass sie nur(?) ganz frisches, nicht abgehangenes Fleisch verfüttert ... was ist, wenn man an solches nicht rankommt? Kann man das mit Zusätzen ausgleichen, oder sollte man dann auf (Franken-)Prey-Barf lieber verzichten?
Ach ja, und wenn schlachtwarm, kann/darf man das dann trotzdem einfrieren, oder stellt man immer alles frisch zusammen?
Meine Recherchen konnten bisher nicht ergeben, dass abgehangenes Fleisch so viele Nährstoffe verliert, dass es für die katze nicht ausreichend wäre. Ich behandle daher abgehangenes Fleisch nicht anders als frisches.

Und ich hab auch noch gleich eine Frage zu den Nieren. Fressen die Katzen die so problemlos mit? Werden die vorher gewässert oder spült das zu viele Nährstoffe heraus? Da die Niere ein Ausscheidungsorgan ist, wird sie in der Regel gewaschen, bevor sie verfüttert wird. Ich persönlich wolfe oder püriere Innereien auch zwecks besserem Mischen :wink:

Kann ich dann eigentlich "nur" reine Rezepte machen? Oder kann ich dann auch verschiedene Tiere mischen? Sofern keine Ausschlussdiät stattfindet, kann man die Fleischsorten getrost mischen. Ich glaube, ich hatte bisher noch nie ein "reines" Rezept. Mischen ist sogar sehr gut, denn Abwechslung ist beim Frankenprey das A und O, da man ja nicht wie beim Kalki-BARF alles genau ausrechnet, lässt sich nur so sicherstellen, dass die Katze alles hat, was sie braucht, denn das ist ja in verschiedenen Fleischsorten auch in unterschiedlichen Maßen vorhanden.

Äh ... was ist Frankenprey? Und was ist normales Prey? Prey ist sozusagen die "Urform" vom Frankenprey. Prey bedeutet, die Beutetiere ganz und mit allem drum und dran vollständig zu verfüttern. Da dies nicht jedem möglich ist und es auch nicht jeder machen möchte (da man dafür die Futtertiere entweder selbst züchte müsste oder jemanden kennen muss wo man weiß dass er es richtig macht), gibt es das Frankenprey - wo man im Prinzip wie Frankenstein verschiedene Teile des Tieres nimmt und sie zu einem vollwertigen Beutetier zusammenbastelt.

Update 1: Ich habe in der letzten Zeit viel mit Frankenpreyern und Suppi-BARFern gesprochen. Zum einen ging es darum, dass gerade bei gewolftem viele Vitamine oxidieren, zum anderen darum, dass den Katzen ein so hoher Putenherzanteil zum Halse heraushängt und auch die Besitzer es langsam albern fanden, Rezepte bspw. "Rind" zu nennen, obwohl die Hälfte des Muskelfleisches aus Putenherzen besteht.
Ich habe daher für mich entschieden, mich ein wenig vom strikten Frankenprey-Prinzip zu lösen und einen eigenen Mittelweg einzuschlagen. Ich nenne ihn "Frankenprey Plus" :-D
So bin ich mittlerweile dazu übergegangen, den Putenherzanteil in manchen Rezepten zu reduzieren oder wegzulassen, und dafür etwas Taurin dazuzugeben. Das hat meinen Kater sehr glücklich gemacht, dem die vielen Putenherzen deutlich sichtbar zum Hals heraushingen, obwohl er sie eigentlich mag. Außerdem bin ich dazu übergegangen, pro kg Fleisch 2 Tropfen VitE zuzugeben, nicht zuletzt, weil das ein natürlicher antioxidant ist und somit verhindert, dass allzuviele Nährstoffe verloren gehen, wenn ich die Innereien zu einer Soße püriere. Außerdem füge ich jedem Rezept Blut zu, auch wenn es eigentlich optional ist im Frankenprey.
Das widerspricht dem Frankenprey-Prinzip eigentlich, aber so fühle ich mich sicherer, und mein Kater frisst wieder mit Freude. Entscheiden muss das natürlich jeder für sich.
Hier mal ein Beispielrezept zum "Frankenprey Plus":

540g Putenfleisch (mager)
114g Putenherz
140g Hühnerhälse
76g Fett
30g Lachs
50g Leber
25g Niere
25g Milz
50g Blut
2g Taurin
2 Tropfen Allurca VitE
1g Lachsöl


Für weitere Fragen, Anregungen und Diskussionen habe ich folgenden Thread aufgemacht: Frankenpreyer's Plauderthread
Neue Fragen, die dort beantwortet werden, werden auch regelmäßig hier wieder eingepflegt.
 
Zuletzt bearbeitet:
27.03.2014
#1
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