Hallo,
mein Problem:
Die Geschwister Othello und Shina haben 12 Jahre lang bei mir gelebt, bis Othello im Januar starb. Shina war schon immer sehr ruhig, ängstlich und zurückhaltend. Nach Othellos Tod hatte ich das Gefühl, dass sie mehr nach Aufmerksamkeit bettelte als früher. Sie kam morgens ins Bad und strich mir um die Beine und wollte in jeder Minute, in der ich nicht Zähne putze, dusche, usw. gestreichelt werden. Sobald ich mich der Couch näherte rannte sie an mir vorbei, sprang auf die Couch und wartete maunzend mit zitterndem, erhobenem Schwanz auf meine Streicheleinheiten. Immer wenn ich auf der Couch saß, kam sie auf meinen Schoß und schnurrte ohne Ende.
Dann hatte ich natürlich total das schlechte Gewissen, weil Shina jetzt den ganzen Tag alleine war, und ich ihr nicht die Zuwendung geben konnte, von der ich annahm, dass sie sie brauchte. Darum zog Doby bei uns ein. Doby ist ein 10-jähriger kastrierter Kater, er lebt hier seit Anfang Februar, über einem Monat in Quarantäne, seit 20.03. sind beide zusammen.
Und seitdem hat sich Shinas Verhalten meiner Meinung nach total geändert. Sie kommt nicht mehr ins Bad, streicht nicht mehr um meine Beine, trippelt nicht mehr auf der Couch, kommt nur noch selten auf meinen Schoß.
Mit Doby… ich weiß nicht ob sie ihn mag, vielleicht akzeptiert sie ihn nur. Er mag sie durchaus, sucht immer ihre Nähe, fordert sie zum Spielen auf. Sie macht nie mit, hat eher Angst wenn er durch die Wohnung fetzt und verkriecht sich.
Meine Taktik war bisher immer: Shina nicht bedrängen, warten bis sie von sich aus kommt. Und sie kam! Früher. Wenn ich z.B. nur 5 min Zeit hatte, durfte ich mich bloß nicht auf die Couch setzen, weil ich wusste, Shina kommt angeflitzt und geht nicht mehr runter von meinem Schoß. Ich-setze-mich-auf-Couch war immer das Signal für Shina: juhu, es gibt Streicheleinheiten. Jetzt ist ich-setze-mich-auf-Couch für Shina kein Signal mehr…
Ansonsten ist alles mit ihr in Ordnung, ich war neulich beim
Tierarzt, sie hat im Moment nur eine abklingende Bindehautentzündung.
Im nachhinein beschleicht mich das Gefühl, dass Shina Doby nicht gebraucht hätte… Vielleicht hat ihr das allein-sein gar nicht so viel ausgemacht? Vielleicht hat sie es genossen, im Mittelpunkt zu stehen, alle Streicheleinheiten selber abzukriegen und nicht teilen zu müssen.
?
Vielleicht ist es aber auch jetzt besser, vielleicht war es falsch dass Shina so auf mich fixiert war? Vielleicht tut ihr Doby durchaus gut und es ist besser für sie, dass sie nicht auf mich warten muss?
Das weiß ich alles nicht…
Wie kann ich Shina unterstützen?
Klickern hab ich versucht, Shina hat Angst vor’m Klicker… :-(
Spielen mag Shina nicht. Sie würde schon, auf ihre eigene, sanfte, langsame Art, aber da grätscht ständig Doby dazwischen und nimmt ihr den Ball weg.
Im Moment bin ich mir unschlüssig, ob eine dritte Katze die richtige Lösung wäre. Ich fürchte, dann würde sich Shina womöglich noch mehr zurückziehen…
Meine konkrete Angst: Shina fühlt sich vernachlässigt. :-(
Was kann ich tun, damit Shina nicht zu kurz kommt? Ihr Zeit lassen… ok. Aber kann ich nichts anderes tun, während ich ihr Zeit lasse?
Danke für eure Ideen!
