Hallo ihr Lieben!
Ich habe mich neu angemeldet um mich mit euch über ein dramatisches Problem auszutauschen.
Ich möchte mich möglich kurz halten und euch alle wichtigen Stufen unseres Leidenswegs schildern, und würde mich sehr über Tipps oder Ähnliches freuen, denn mein Latein ist am Ende.
Meine Mina, eine schneeweiße, liebe und etwas pummelige Katze von etwa 8 Jahren ist schwer krank.
Sie lebte die vergangenen 7 Jahre bei meiner Mutter, ist aber eigentlich meine Katze. Nach meinem Auszug dauerte es lange, bis ich endlich in einer katzengerechten Wohnung lebte, nun ist die Kleine seit 6 Wochen bei mir. Sie und ich haben uns sehr gefreut, sie hat sich hier direkt wohl gefühlt.
Leider waren die letzten vier Wochen ein Horrortrip.
Es begann damit, dass sie sich sehr auffällig oft übergab. Vorher, bei meiner Mutter, war das maximal 2 Mal die Woche, aber auch mal wochen- oder monatelang nicht.
Hier wurde es dann immer mehr, schließlich auch täglich. Der erste Tierarzt machte ein großes Blutbild und ein Röntgen, fand aber nur leicht erhöhte Entzündungswerte vor, die er auf Zahnfleischentzündung münzte.
Durch
MCP Tabletten ging es dann zwei Wochen eigentlich ohne brechen.
Vor heute genau einer Woche musste sie wieder zweimal am Tag brechen, ich habe eine Hausbesuchs-Ärztin holen lassen, die ihr nur Spritzen gab.
Ihr war aber nicht wirklich geholfen, daher habe ich einen dritten Arzt konsultiert, der ihr Mittel gegen Brechen spritzte und sich nach seinem Urlaub, der da begann, ganz intensiv damit auseinandersetzen wollte.
Bis Montag ging alles gut, dann der große Schock, der immer noch tief sitzt.
Sie erbrach 12 Mal in einer Nacht. Ich bin sofort zum Notdienst, man spritzte Cortison und Brech-Stopper und Antibiotika - Verdacht auf
Gastritis.
Dienstag kam nun Arzt Nummer 5 ins Spiel. Er machte nochmal einen Bluttest und Röntgen, und wollte einen Labortest machen, der Bauchspeicheldrüsenentzündung nachweisen könne.
Der Bluttest ergab einen etwa doppelt so hohen Wert an weißen Blutkörperchen wie normal.
Das Röntgenbild gab ersten Aufschluss.
Im Magenbereich sei alles merkwürdig verdichtet, man könne kaum die Grezen der Organe ausmachen, auch war in der Magengegend ein Lufteinschluss, der eigentlich typischerweise oberhalb des Magens Richtung Wirbelsäule liegen müsste.
Außerdem waren Pünktchen in der Lungengegend.
Es könne tumorös oder eine Entzündung sein, das Ergebnis für die Bauchspeicheldrüse musste man abwarten. Ihr Leben sei in Gefahr.
Ein Schock und eine absolut schlaflose, tränenreiche Nacht folgten. Denn uns wurde gesagt, es könne nötig sein, sie "zu öffnen" und nachzusehen. Es könne auch sein, dass er währenddessen einen grausigen Befund feststelle und sie dann gerne schlafen lassen würde - für immer.
Ich war also in dem Bewusstsein "dies könnte ihre letzte Nacht und ihr letzter Tag sein"... furchtbar.
Wir sollten sie mit Hühnchen füttern, Teelöffelweise alle 2 Stunden. Sie hat nichts gegen Brechreiz bekommen, aber Cortison und Antibiotikum, sowie eine Infusion.
Sie fraß normal mit Apettit und war ansonsten auch fidel und munter. Etwa 5 Mal fraß sie ohne Brechen. Gegen Mittag des Folgetages (Mittwoch, gestern) wurde sie etwas schlapper, aber nicht teilnahmslos oder lethargisch.
Heute ging es dann wieder zum Arzt, neben Infusion und den Spritzen kam auch der Labortest: keine Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Nun müsse man von etwas tumorösen ausgehen. Dieser müsse im Bauchraum liegen. Die Verfärbungen auf der Lunge könnte eine Streuung sein. Die Möglichkeit, dass es doch etwas in Richtung schwere Entzündung wäre, wäre "wider allen Erwartens".
Morgen ist der nächste Termin. Es soll wieder Infusion, Cortison und anderes gegeben werden, es wird auch diskutiert werden müssen, sie aufzumachen. Am Wochenende hat die Praxis zu, davor habe ich sehr Angst, sollte sich da ihr Zustand verschlechtern. Am Montag ist die Ultraschall-Ärztin in der Praxis, das solle gemacht werden, bevor man sie sinnlos aufschneidet. Man erhofft sich, da den wohl tumorösen Keimort zu finden und klarer zu sehen. Dann müsse man weiter überlegen, ob es Sinn macht, etwas zu tun, und wenn ja, was. Chemotherapie mit Cortison sei eine Möglichkeit, falls es ein Tumor ist.
Ich kenne mich damit absolut nicht aus und will Mina nicht leiden lassen, aber auch nicht frühzeitig aufgeben.
Heute Abend hat sie gut gefressen und war sehr fidel und frech, so wie immer eigentlich. Auch verschmust. Ganz normal.
Und das ist das, was uns momentan so weh tut. Ihr geht es so gut (wegen der Medikamente oder generell?) und in ihr brodelt es. Wir sprechen Tag und Nacht über sie, über mögliches wie es weitergeht, über ihre Chancen, über ihre Zukunft wenn sie Chemo-artiges bekäme, über ihr Befinden, über ihren Tod.
Es klang für uns so, dass, egal was passiert, das Maximalste an Erfolg sein könnte, die todbringende Entwicklung "herauszuzögern". Wie lange geht sowas...lohnt es sich.... ich weiß es nicht.
Momentan ist meine Mama, ihre zweite Bezugsperson, zu Besuch bei mir. Das war schon lange vor Minas Krankheit geplant, es fühlt sich in meiner Trauer so an, als wäre es Schicksal. Ihre beiden Menschen bei ihr in ihren schlimmsten Stunden...die sie selbst gar nicht so schlimm wahrzunehmen scheint.
Mehr möchte ich jetzt gar nicht sagen, ich hoffe, ich bekomme einige Anregungen, Tipps, egal was.
Ich schicke noch den Befund von vor 2 Wochen mit, auch Röntgen. Der erhöhte Wert sei momentan nun doppelt so hoch, das Röntgen wäre noch genau so. Man sehe dort die ungewöhnlichen Lungenschatten und diese Verschachtelte Magengegend. Vielleicht hilft das ja irgendwie...
Viele liebe Grüße
André (21)
