Tja, war anscheinend doch nicht genug Puderzucker auf dem Text. Hier die Antwort:
"Sehr geehrte Familie S.,
Ihre Nachricht haben wir gelesen und dazu möchte ich Ihnen auch die
eigentlich reale und richtige Situation der Katzen schildern.
Diese Katzen gehören niemanden und streunten in W. herum. Die ersten
sind uns schon vor mehr als 15 Jahren!! zugelaufen, weil wir ihnen hier
etwas zu fressen gegeben haben. Wir haben sie ständig mehr als gut gefüttert
- mein Mann kauft jede Woche für mehr als 25 Euro Katzenfutter in Dosen und
auch festes Futter. Außerdem bekommen sie vom Haus oft übrig gebliebene
Wurst usw.
Ich habe gesehen, daß sie von Ihnen auf dem Hof gefüttert wurden. Sie können
nicht hungrig gewesen sein, denn sie werden hier morgens, mittags und abends
gefüttert und haben immer Wasser zum trinken. Wenn sie Ihr Futter gefressen
haben, dann vielleicht, weil es mal eine andere Sorte war. Ansonsten sind
sie nicht hungrig. Vor Jahren haben wir schon alle kastrieren lassen, auf
unsere Kosten, weil wir Inzucht und Vermehrung vermeiden wollten. Was sollen
wir mehr tun? Sie sehen wegen des hohen Alters nicht mehr schön aus und
machen deshalb den Eindruck, als wenn sie verwahrlost sind. Wir haben ca. 15
Jahre alles für die Katzen getan, aus diesem Grunde können wir Ihre
Nachricht nicht so richtig nachvollziehen und es tut uns weh, wenn Sie so
etwas schreiben. In den harten Wintern haben wir den Katzen einen beheizten
Raum zur Verfügung gestellt, wo sie unterkommen können. Weil es hier bei uns
immer etwas zu fressen gibt, kommen viele andere Tiere und auch Katzen hier
her. Wir haben bisher noch keine Mühe gescheut, sie alle zu versorgen - und
Sie schalten nun den Tierschutz ein?
Warum haben Sie uns nicht direkt darauf angesprochen, dann hätten wir Ihnen
alles gleich wahrheitsgemäß erzählen können? Meinem Mann, der sicherlich
schon Tausende Euro dafür an Futter ausgegeben hat und ständig für die
Katzen da ist, wird das sehr weh tun.
Was hätten Sie denn mehr gemacht in unserer Situation? Oder wir mehr tun
können? Wegen des hohen Alters der Katzen kann man schon behaupten, sie
bekommen hier das Gnadenbrot. Andere Menschen hätten sie womöglich schon
längst getötet, weil sie nicht mehr "vorzeigbar sind".
Übrigens ist die Katze mit dem behinderten Vorderfüßchen wohl in eine Falle
gekommen, die die "netten Nachbarn" in Wulkow aufgestellt haben. Sie war
tagelang verschwunden und ist dann nach etwa 14 Tagen plötzlich wieder
dagewesen. Da konnte man nichts mehr machen - sie kann mittlerweile wieder
auf allen Vieren laufen, wenn auch nicht so gut wie vorher - aber wir können
es nicht ändern.
Dann warten wir mal ab, was die Dame vom Tierschutzverein sagt. Wenn alle
Katzen im Landkreis so gut versorgt werden, wie diese hier bei uns, dann
kann jeder Tierfreund zufrieden sein.
Es bleibt Ihnen auch gern überlassen eine oder mehrere der Katzen bei Ihnen
Zuhause aufzunehmen.
Mit freundlichen Grüßen
- Direktorin -"
Und ein neuer Versuch die Wogen zu glätten:
"Liebe Frau H.,
Vielen Dank für Ihre Antwort.
In meinem Brief habe ich ihnen doch kein Fehlverhalten vorwerfen wollen. Im Gegenteil, ich finde es wunderbar, dass Sie die Katzen nicht ignorieren oder vollkommen allein ihrem Schicksal selber überlassen. Ich glaube Ihnen natürlich, dass Sie rein von sich aus schon einiges an Geld für Katzenfutter ausgeben; das habe ich nie in Frage gestellt.
Wenn Sie schreiben, dass ich die Katzen gefüttert hätte, so muss es sich um eine Verwechslung handeln, denn das habe ich nie getan. Ich habe mich auch direkt erkundigt, wen ich zum Thema Katzen auf dem Hof ansprechen könnte, aber wir sind viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen und uns bei der Kürze der Zeit bedauerlicher weise nicht persönlich begegnet. Auch bin ich nur kurze Zeit in ihrem Hause zu Gast gewesen, vom Sonntag (20.7. -23.7.14) bis Mittwoch. Das Alter der Tiere zu beurteilen fehlt mir die Erfahrung, mir ging es um den grundsätzlichen Gesundheitszustand und wenn schon alle Tiere kastriert sind – wunderbar!
Es tut mir leid, wenn meine Mail sie verletzt hat, denn das war nicht meine Absicht, ich habe nur Kontakt zum Tierschutz aufgenommen, damit auch Sie Unterstützung bekommen – nicht um anzuprangern.
Leider ist es mir selber nicht möglich weitere Katzen aufzunehmen, da ich selber 2 eigene Katzen habe und schon einen fremden Streuner mit versorge.
Ich hoffe, das Missverständnis klären zu können und dass Sie Hilfe und Unterstützung vom Tierschutzverein erhalten können. Vielleicht kann ja auch das eine oder andere Tier darüber vermittelt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Andrea S."
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