Ich würde vor allem Baldriantee für die Dosine vorschlagen... so dumm das klingt, aber wirklich mehr kannst du im Grunde nicht machen. Wenn der kleine Kerl raus möchte, dann möchte er raus, und daran kannst du nicht viel machen, sicherer Garten hin, Durchgangsstraße her. Solange er weiß, wo er hingehört, und dass dort Futter zu haben ist, wird er zurückkommen, auch wenn so eine Tour gerne mal ein paar Tage dauern kann. Wenn gesundheitlich mit ihm alles okay ist, spricht auch nichts dagegen, dass er so lange weg ist.
Gerade jetzt, in den ersten Tagen bzw. Wochen, nachdem er drinnen bleiben musste, möchte er natürlich ganz ausgiebig nach draußen und hat vielleicht auch noch ein bisschen Angst, dass er, wenn er wieder nach drinnen kommt, nicht wieder nach draußen darf. Da werden die Streifzüge natürlich länger. Und wenn er hört, aber nicht kommt, will er schlicht und einfach noch nicht nach drinnen, so doof das für dich natürlich ist.
Wenn er bis Mittwochabend noch nicht da ist, dann musst du einfach arbeiten gehen, so doof das ist. Aber wenn er genau in der Zeit beschließt, dass es jetzt grade genehm wäre, ein kleines Häppchen zu nehmen und auf eine Stippvisite vorbeizukommen, wird er vor der Tür sitzen, wenn du nach Hause kommst, und herzerweichend maunzen, weil, es geht ja nicht, dass du genau dann nicht zu Hause bist, wenn ER etwas zu futtern möchte. Falls es dich ein bisschen beruhigt, kannst du ihm auch ein kleines Schälchen mit Futter nach draußen stellen, wobei das dann natürlich nicht zwangsläufig bei deinem Kater landet.
Mein bester Tipp für das "Wieder-nach-Hause-kommen" ist, so paradox das klingt, ihn immer nach draußen zu lassen, wenn er das möchte, auch nacht oder bei Regen. Wenn er merkt, dass er immer, wenn er das möchte, wieder Streunern gehen kann, dann kommt er auch zurück, wenn er es draußen grade nicht so toll findet, weil er keine Angst haben muss, eingesperrt zu werden. Zusätzlich kannst du ihn natürlich noch mit einem Leckerli belohnen, wenn er nach Hause kommt, und ihn eventuell auf das Rascheln der Dosi konditionieren, aber leider reagieren die meisten Hardcore-Freigänger auf den Tausch "Reinkommen gegen Leckerli" nur mit dem patentierten "Du bist wohl bescheuert?"-Blick.
Ansonsten viel hochwertiges Nassfutter für den kleinen Kerl (viele Streuner magern in den Sommermonaten ab, weil alles andere viel interessanter ist, als regelmäßig zum Futtern nach Hause zu kommen), abwarten und Tee trinken. Viel Tee. Die Chancen stehen gut, dass du ca. ab November dann doch wieder eine Katze mehr hast. Und falls es dich tröstet... hier gab es auch Machtkampf zwischen Monsieur und mir, schlecht gelaunte Katze auf der einen Seite, verzweifelte Dosine auf der anderen, bis wir uns darauf geeinigt haben, dass er gewonnen hat und nach draußen darf.