Hallo
Es geht um meinen Kater Ulfgand. Ich habe das Gefühl, dass er hyperaktiv ist oder zumindest Phasen, richtige Ticks hat, in denen er einfach nur durch die Wohnung galoppiert (Laminatboden), oft stundenlang, ohne dabei wirklich etwas zu tun, es geht ihm einfach nur um das hin und her. Er ist dabei auch nicht zu bremsen, wenn er sich hinsetzt, sieht man richtig, "wie es ihn juckt", also wie er seinen Hintern einfach nicht still halten kann. Er wedelt mit dem Schwanz, plappert vor sich hin, dann hetzt er los, wenn er nicht galoppiert, macht er Unsinn. Wirklich Unsinn im Sinne von randalieren oder seine Mitbewohnerin durch die Gegend hauen (aber ohne Krallen!). Wenn er dann kurzfristig zur Ruhe kommt, sitzt er wie gesagt höchst angespannt da, wedelt mit dem Schwanz und wenn man ihn anfassen und beruhigen möchte, springt er weg und hetzt weiter. Das passiert alle paar Tage. Danach ist er meistens einige Tage ruhig und sehr sehr verschmust, er spielt dann auch gern, aber kennt dann auch ein Ende und kann irgendwann schlafen.
Meine andere Katze ist taub. Oft sehe ich sie stundenlang dort liegen und mit aller Seelenruhe schlafen und nichts kann sie aus ihren Träumen reißen. Er jedoch hat Tage, an denen er richtig "Hummeln im Hintern" hat und manchmal glaube ich, er möchte schlafen und gekuschelt werden, weil er dann ja auch zu einem kommt, aber es geht einfach nicht. Er legt sich hin, schließt die Augen, aber der Schwanz wedelt hektisch weiter und es kehrt einfach keine Ruhe in ihn ein. Dann springt er wieder auf und alles geht von vorne los :?
Ich muss dazu erwähnen, dass die Vorgeschichte von Ulfgand etwas kompliziert ist. Das Alter ist unbekannt, er kommt aus dem Tierheim, ist eigentlich gehandicapt, aber irgendwie doch nicht. Er hatte einen Unfall und sein rechtes Hinterbein ist "steif und nicht reparabel". Er konnte im Tierheim kaum laufen, es hieß Treppensteigen müsste er neu lernen da er monatelang in Behandlung war, er könnte nur in Bodennähe schlafen etc.. Also habe ich mich darauf eingestellt, die zwei Invaliden aufzunehmen. Allerdings galoppiert Ulfgand nun wie gesagt fröhlich durch die Wohnung und seit dem ersten Tag, als er aus dem Tierheim zu mir kam, ist er wie durch ein Wunder geheilt. Wenn er nun manchmal zu sehr herum gerannt ist oder ein Sprung doch zu hoch war, hinkt er danach leicht. Aber wirklich behindern scheint ihn sein eigentlich kaputtes Beinchen nicht.
Aufgrund dieser Vorgeschichte habe ich mich für eine reine Wohnungshaltung entschieden, da ich mir ja zwei Invalide geholt habe, war ich davon überzeugt, das ginge gut, dass ich das auch ruhigen Gewissens trotz Schichtarbeit verantworten kann, zwei ruhigere Tierchen aufzunehmen ohne die Möglichkeit auf Freigang. Die Wohnung ist eigentlich nicht klein, Ulfgand hat hier eine 12 m Gerade als Rennstrecke, die er auch voll ausnutzt plus alle Räume. Was er nicht weiß: es ist das Dachgeschoss und unter uns wohnen auch noch andere Leute... Habe schon darüber nachgedacht, in diese Gerade eine "Bremse" einzubauen, einen Vorhang oder so, aber das würde alles wesentlich interessanter für ihn machen und wie lang ein Vorhang da hängen bleibt...
Beschäftigung hat er hier genug. Wenn er nicht selbst spielt, dann werfe ich ihm auch gerne die Bällchen, die er dann auch zurück bringt. Die Katzenangel treibt ihn auf 180, das mache ich vor allem abends, um ihn auszupowern, damit er die Nacht mal ruhig ist. Er hat hier alles mögliche plus Baldriankissen, damit er sich wenigstens auf eine Stelle der Wohnung konzentriert, wenn er mal wieder austickt. Funktioniert aber meistens nicht.
Wie soll man so ein Verhalten deuten? Und was kann man da tun?
Grüße
Pantherlily