Hallo,
ich stecke gerade in einem Dilemma... Unser Familienkater ist 19 und hat seit vielen Jahren
CNI. Seit Samstag nacht hat er nun heftige Krampfanfälle (etwa wie bei einem epileptischen Anfall; ich war bislang nicht dabei, da er bei meiner Mutter lebt, aber es muss wohl wirklich, wirklich schlimm sein, mit Stürzen, Gekrampfe, Urinabsetzen etc. :-(); die TÄ hat meiner Mutter Medikamente mitgegeben, die das Katerchen nun 2x/Tag bekommt; wenn es damit bis zum WE nicht besser wird, müssen wir ihn erlösen, da führt kein Weg dran vorbei.
Mir bricht das natürlich schon das Herz, aber für meine Tochter ist das alles noch viel schlimmer; sie ist 11 und hat, bis sie zur Schule kam, wirklich jeden Tag ihres Lebens mit dem Kater verbracht und hängt enorm an ihm (mittlerweile wohnen wir 60km entfernt, fahren aber trotzdem regelmäßig hin). Jetzt frage ich mich, was ich machen soll -- nochmal mit ihr hinfahren? Sie weiß bislang nicht, dass es ihrem Katerchen so akut schlecht geht, nur, dass er kranke Nieren hat, sehr, sehr alt ist und sich das auch körperlich/mental bemerkbar macht; so wurde bei ihm auch bereits Altersdemenz diagnostiziert. Wenn das Mittel anschlägt, würde ich schon hinfahren, aber wenn nicht? Ich habe Angst, dass der Kater vor ihren Augen wieder einen Krampfanfall bekommt... Meine Tochter ist eh schon sehr sensibel, und vor vier Wochen mussten wir erst ihr Lieblingskaninchen einschläfern, davon haben wir uns auch noch nicht erholt.
Wie würdet ihr das machen??? Wäre es vielleicht gnädiger, ihr die Erinnerungen zu lassen, wie er vor ein paar Wochen noch war -- ein genießerischer, verschmuster alter Herr, der den Tag in der Sonne verschlief --, statt sie mit dem plötzlichen Verfall zu konfrontieren? Ich weiß ja selbst, dass der Tod zum Leben gehört und auch Kinder diese Erfahrung machen müssen usw. usf. (bin selbst mit einem halben Zoo aufgewachsen, musste also auch immer wieder Abschied nehmen), aber die Trauer wird schon hart genug ohne den Schock über einen schlimmen Krampfanfall. (Auch zum Einschläfern würde ich sie nicht mitnehmen, das würde sie nicht verkraften; dann käme zur Trauer noch das Trauma.)
Ach Mist, mir fahren die Gedanken im Moment einfach nur Karussell. Das ist unsere allererste Katze, als Miniwaisenbaby gefunden, ein wirklich toller Bursche... die beste Katze der Welt eben. Ich bin froh und dankbar, dass wir diese 19 Jahre mit ihm verbringen durften, aber dass es nun so enden muss... Für meine Mutter ist das auch der Totalhorror, zumal vor 2 Jahren erst mein Vater gestorben ist und der Kater ihr in der Zeit viel Trost gespendet hat.
Ach, es ist alles ein Mist.
