Liebe Mausi, es ist jetzt schon fast 8 Monate her, dass du uns verlassen hast, ich denke jeden Tag an dich.
Ich kann mich noch ganz genau an den Tag erinnern, an dem du mit deiner Schwester zu uns kamst.
Unsere Shiva hatte uns verlassen, sie kam eines Tages von ihrem Morgenrundgang nicht wieder und wir haben sie nie wieder gefunden. Obwohl wir die Hoffnung lange nicht aufgegeben haben, irgendwie wussten wir, sie kommt nicht mehr nach Hause. Wir entschlossen uns, einem anderen armen Kätzchen ein neues zu Hause zu geben. Wir sind dann wochenlang durch mehrere Tierheime gezogen, ohne fündig zu werden. Wir wollten auch nicht irgendein Tier mitnehmen. Irgendwie hat es nie "gepasst", und ich habe mich auch mit der Atmosphäre in einigen Tierheimen nicht anfreunden können. Schon allein wie wir dort aufgenommen wurden war sehr befremdlich. Wir wurden da (wenn man überhaupt Kenntnis von uns genommen hat) durch die Katzenzimmer geführt , ohne dass es Kontakt zu irgendwelchen Katzen gab. Am Ende wurden wir dann gefragt: Wollen Sie jetzt eine mitnehmen?
Ich kann ja verstehen, daß die Mitarbeiter in Tierheimen einen harten Job machen und sie wahrscheinlich viel Elend sehen und damit auch manchmal überfordert sind, aber das war für mich schon sehr abschreckend.
Dann las ich in der örtlichen Presse, dass es in unserem Ortskreis einen Tierschutzverein und ein Tierheim gibt, wo ganz viele Samtpfoten auf ein neues Zuhause warten. (Weiß nicht, warum ich vorher nicht darauf gekommen bin, vielleicht weil man den Baum im Wald nicht sieht).
Wir sind dann da hin, mal schauen.
Dort wurden wir sehr nett aufgenommen. Es gab zu der Zeit als wir da waren (es muss so Juli/August 2001 gewesen sein) etliche Katzenbabys, die in einem Extra-Raum in Boxen untergebracht waren, teilweise noch mit ihren Müttern.
Im Eingangsbereich des Tierheim gibt es so eine Art Quarantäne-Käfig, dort warst du mit deiner Schwester untergebracht. Deine Mama war mit 5 Babys gefunden worden, 3 von den Kitten haben leider nicht überlebt. Zudem sagte man uns, "die beiden kleinen" hätten wohl einen ganz schlechten Start ins Leben (Katzenschnupfen und Katzenseuche) und die Lebenserwartung ist eher gering. Bei deiner Schwester wurde sogar vermutet, dass sie die nächsten 2 Wochen nicht überlebt.
Einmal reingeschaut in den Käfig, und da waren zwei scheue und ängstliche kleine getigerte Kätzchen. Sehr blass und unscheinbar, aber ihr habt euch direkt in mein Herz geschlichen. Da habe ich gedacht, diesen beiden Kätzchen möchte ich gern ein liebevolles Zuhause geben.
Die Tierheim-Mitarbeiter waren erst etwas irritiert, dass wir diese "kranken" Katzen mitnehmen wollten, andererseits aber auch sehr erleichtert. Ihr wart wohl "schwer vermittelbar". Auch wenn euch vielleicht nur ein kurzes Leben beschert sein sollte, warum sollte es dann nicht schön sein?
So seid ihr dann bei uns eingezogen. Wir mussten euch dann noch Namen geben, und dann nannten wir dich Twinky und deine Schwester Bonny.
Die erste Zeit mit euch war dann für uns etwas schwierig, wir hatten ja noch keine großartigen Erfahrungen mit Kitten, wollten aber alles richtig machen. Und ihr wart genau das Gegenteil von dem, was man uns von Katzen erzählt hatte. Unfug machen?, herumtollen?, in Vorhängen baumeln?, Schnürsenkel von den Schuhen bearbeiten? Bei Menschen im Arm liegen und kuscheln? usw.
Ihr habt nichts von dem gemacht, ihr wart immer nur brav und ruhig. Ihr habt natürlich auch zusammen gespielt und gekuschelt, aber dieses "lebhafte und wilde" haben wir bei euch nicht erlebt. Und anfassen oder gar auf den Arm nehmen durfte man euch schon gar nicht. Das war für uns aber absolut ok. Wir wollten ja keine "Fusswärmer", sondern euch Kätzchen ein schönes Zuhause geben.
Eure Scheu habt ihr auch nie ganz abgelegt. Wir haben da vermutet, ihr müsst schon als Babys ganz schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Irgendwie seid ihr immer halbe Wildkatzen geblieben. Mich und Papa habt ihr dann irgendwann mal akzeptiert, aber fremde Menschen haben euch nie gesehen. Immer wenn es geklingelt hat, seid ihr sofort verschwunden und erst aus eurem Versteck wieder aufgetaucht, wenn ihr sicher sein konntet, dass da kein fremder Mensch mehr ist. Uns wurde manchmal schon gesagt : "Ihr habt ja gar keine Katzen". So wart ihr nun mal. Wir hatten auch nie das Bedürfnis, unsere Katzen "vorzuführen".
Deine Schwester Bonny blieb entgegen aller Prognosen (Aussage Tierheim und Tierarzt: Sie wird vielleicht noch 2 - 4 Wochen durchhalten) 7 Jahre bei uns. Dann hatte sie von einem Tag auf den anderen beschlossen, über die Regenbogenbrücke zu gehen. Sie wollte morgens nicht mehr aufstehen, hat nicht mehr gefressen und getrunken, und hat sich auch nicht mehr geputzt. Wir haben sie dann in die Transportbox gesetzt und sind zu unserer TÄ gefahren. Ich weiß genau, wir hätten sie in diese Box nicht reinbekommen, wenn sie nicht zu schwach gewesen wäre, sich zu wehren. Da bekam sie eine Spritze zur Stabilisierung und es hatte den Anschein als würde es ihr besser gehen. Wir sollten dann einige Tage beobachten und sonst nach dem WE wiederkommen. Wir haben das dann beobachtet und glaubten festgestellt zu haben, ihr geht es besser (Wunschdenken). Dann sind wir wieder zu unserer Tierärztin gefahren und sie war da selbst entsetzt, wie die Katze in dieser Woche "abgebaut" hatte. Sie hat dann noch Blut abgenommen usw. (das volle Programm), konnte aber unserer Bonny nicht mehr helfen. Wir sind dann nach Hause gefahren, und Bonny ist aus dieser "verhassten" Transportbox nicht mehr rausgeklettert. Sie wollte nicht mehr. Wir haben sie mit der Box immer in unserer Nähe gehabt, sie gestreichelt und beruhigend auf sie eingeredet. Sie ist nach ca. 3 Stunden in der Box eingeschlafen. Wir waren einerseits stolz darauf, dass sie entgegen aller Vermutungen eine so lange Zeit bei uns blieb und ihr kurzes Leben wirklich in allen Zügen genossen hatte, aber andererseits kamen da die Zweifel, ob wir wirklich alles richtig gemacht hatten.
Und neben der Trauer um Bonny machten wir uns dann Sorgen um dich. Wie wirst du damit zurechtkommen, dass deine Schwester nicht mehr da ist? Du bist eigentlich immer ein "Eigenbrötler" gewesen, wolltest nie mit irgendwelchen anderen Tieren oder Menschen was zu tun haben. Die einzige, die du in deiner Nähe halbwegs akzeptiert hast war Bonny. Auch wenn es sich manchmal darauf beschränkt hat, dass Bonny einen neuen Schlafplatz gefunden hatte und du dann der Meinung warst, du müsstest da jetzt liegen. Dann hast du sie so lange traktiert, bis sie den Platz geräumt hat und du da liegen konntest. Bonny war immer so gutmütig und hat sich dann eben einen anderen Platz gesucht. Du warst auch ein kleiner "Feigling". Immer wenn es etwas Neues gab, musste Bonny erstmal testen, ob das vielleicht "beißt". Erst wenn du sicher warst, dass deiner Schwester nichts passiert ist, hast du das dann auch angenommen.
Wenn wir abends ins Bett gingen hat Bonny immer bei uns im Schlafzimmer geschlafen. Du bist einmal ums Bett rumgelaufen, hast geguckt ob alle da sind und bist dann wieder abgezogen auf einen deiner Lieblingssessel. Morgens hast du dann gewartet, bis es Futter gab und dann bist du wieder "deine eigenen Wege" gegangen.
Als dann Bonny gegangen war, wussten wir nicht, wie wir jetzt mit dir umgehen sollten. Trauerst du? Vermisst du sie? Brauchst du eine neue Freundin? Fragen über Fragen. Und eine Katze spricht ja nicht. Da habe ich das erste Mal zu dir gesagt: Twinky gib mir bitte ein Zeichen, damit ich verstehen kann, was du möchtest.
Du gabst mir diese Zeichen, wir haben da so einiges versucht, aber deine Entscheidung war dann, du wolltest ein verzogenes Einzelkind sein.
Ganz langsam wurdest du auch etwas zutraulicher dem Papa und mir gegenüber. Auf den Arm nehmen, auf dem Schoß sitzen oder dich evtl. sogar rumtragen ging immer noch nicht, aber das haben wir auch nie erwartet.
Als wir dann in unser eigenes Haus gezogen sind (wir mussten dich mit Gartenhandschuhen bewaffnet und am Ende mit einem über dich geworfenen Kissenbezug in die Tansportbox befördern), hast du hier jeden Raum nacheinander erobert. Das wurde dann hier dein Haus. Du hast entschieden, welchen Platz auf welchen Fensterbänken die Katze braucht, auf welchen Sesseln die Katze sitzen muss usw. Wir haben manchmal scherzhaft gesagt, unsere Katze hat sogar eine eigene Wohnung (Wir haben hier im Haus im OG eine Einliegerwohnung, die wir möbliert haben, die aber leer steht). Dort hast du immer gern im Sonnenstrahl unter den Dachfenstern gelegen.
Im Sommer 2012 hattest du einen Schlaganfall und wir dachten schon, wir verlieren dich. Du hast dich aber sehr schnell wieder "aufgerappelt". Anhand eurer traurigen "Vorgeschichte" hätten wir ja eigentlich darauf vorbereitet sein müssen, dass es irgendwann so kommt, aber wenn es dann so ist,.....?
Da habe ich dir ein Versprechen gegeben. Mausi (wir nannten dich seit dem Zeitpunkt deines Anfalls nur noch Mausi) du sollst selbst entscheiden, wann du gehen möchtest, und wenn ich dir dann helfen muss, dann gib mir bitte ein Zeichen.
Dein Verhältnis uns gegenüber hatte sich da auch plötzlich geändert. Auf einmal warst du eine "Kuschelkatze".
Aber du wolltest noch nicht gehen. Das hast du uns sehr deutlich gezeigt. Du hattest in den letzten 1,5 Jahren die du noch bei uns warst mal gute und mal schlechte Zeiten. Manchmal ging es dir 3 Tage schlecht, und ich habe gedacht ich muss dich jetzt erlösen und dann hast du auf einmal wieder gefressen wie ein "Scheunendrescher" und vor der Vorratskammer gestanden und dein Leckerli eingefordert.
Du wurdest aber körperlich auch immer schwächer. In deinen letzten drei Monaten haben wir dich beobachtet und du konntest nicht mehr das, was du sonst konntest. Manchmal haben wir dich gesucht (wir wollten dir ja deine Unabhängigkeit, die du so geliebt hast, nicht nehmen), und dann hast du oben an der Treppe gesessen, weil du es zwar geschafft hast da hoch zu kommen, aber dich nicht getraut hast, die Treppe wieder herunterzusteigen. Da haben wir dich eben runtergetragen. Wir haben dir auch "Treppen" gebaut, damit du auf deine Lieblingsfensterbänke und Sessel kommen konntest. Ich glaube für uns war das manchmal sogar schwerer als für dich.
Wir wussten doch alle, dass die Zeit des Abschieds kommen würde.
Wir hatten dann zu Weihnachten 2013 nochmal einen Weihnachtsbaum. Nicht für Papa und mich, wir hatten schon einige Jahre keinen mehr, war uns nicht wirklich wichtig, aber ich habe mich daran erinnert, dass du und deine Schwester einen wahnsinnigen Spaß daran hattet. Ihr wart da auch immer nur vorsichtig, habt nie randaliert oder so, aber ihr wart fasziniert von den Kugeln und habt da nur ab und zu mal eine Kugel angestupst und ansonsten habt ihr nur unter dem Baum gesessen und ihn bewacht.
Mausi, du hast diesen Baum bewacht, du lagst nur darunter, irgendwelche Kugeln noch anzustupsen dafür warst du wohl schon zu schwach. Am 1. Weihnachtstag hatte ich grad mal die Zeit, mich für 1-2 Stunden auf das Sofa im Wohnzimmer zu legen. Da kamst du dann und bist erst auf der Sofalehne rumgehopst und hast dich dann mit unter die Wolldecke gewühlt. Da warst du munter und fidel wie ein junges ausgelassenes Kitten. Nur einen Tag später hast du wieder "gehumpelt", und wir haben dich dorthin getragen, wo du auch immer hin wolltest.
Das war wieder einer der Momente, wo ich mit mir kämpfen musste. Ich hatte dir doch versprochen, du darfst selbst entscheiden, wann du gehst. Aber andererseits: Hast du noch Lebensqualität oder leidest du vielleicht? Muss ich dir vielleicht helfen?
Manchmal in der Zeit vorher habe ich gedacht du hattest schon über die Regenbogenbrücke geschaut, du wolltest schon gehen, aber du hattest Angst davor. Du warst ja allen anderen ob Mensch oder Tier gegenüber immer etwas "feindselig" und hattest Angst vor dem, was dich dann da erwartet. Da habe ich dir dann gesagt, Mausi du musst keine Angst haben, wenn du über die Regenbogenbrücke gehst wird Bonny dich dort erwarten und sie wird dich beschützen, wie sie es hier gemacht hat.
Wir sind dabei geblieben, dich selbst entscheiden zu lassen, wann du gehst. Und das war gut so.
Mausi, du und ich wir wusstean einen Tag vorher ganz genau, dass du gehen wirst. Du bist abends in mein Bett unter die Decke gekrochen und warst sehr unruhig. Unter der Decke hast du sonst nie gelegen, nur auf der Decke. Wir haben beide die Nacht nicht geschlafen. Morgens wolltest du nicht aufstehen. Du wolltest auch nicht fressen, trinken oder sonstwas. Du wolltest nur ausruhen.
Ausgerechnet an dem Tag musste ich ins Büro fahren. Papa war bei dir und hat andauernd nach dir gesehen. Ich habe nur die absolut nötigen Sachen erledigt und bin dann direkt wieder nach Hause gefahren. Ich hatte Angst, wenn ich nach Hause komme, dass du dich schon "davongemacht" hast. (Das hört man ja manchmal von Tieren, dass sie auf den Moment warten, wenn sie allein sind, um zu gehen).
Aber du hast auf mich gewartet. Papa war ja den ganzen Vormittag bei dir und sagte nur, dass es dir sehr schlecht geht. Du lagst nur im Bett und wolltest einfach gar nichts mehr. Ich wusste ja, es war so weit, dass du uns verlassen wirst.
Ich habe alle 3 Minuten nach dir gesehen und versucht, mich darauf vorzubereiten, dass ich die von dir absolut verhasste Transportbox holen muss, und dich zu unserer TÄ fahren muss um dich zu erlösen.
Ich war grad in der Küche noch eine rauchen, und nochmal tief durchatmen, da hörte ich ein Geräusch. Ich bin sofort in den Flur gerannt. Obwohl du gar nicht mehr laufen konntest hattest du es innerhalb von Sekunden geschafft, aus dem Bett zu springen und so ca. 8 Meter über glatten Parkettboden bis zu deinem Lieblingsplatz neben der Eingangstür zu kommen. Ich habe dann bei dir auf dem Fussboden gesessen, und habe versucht dich zu beruhigen. Hab geheult wie ein Schlosshund und immer wieder gesagt: Mausi alles ist gut, du musst keine Angst haben. Irgendwie hast du dich dann beruhigt und wir haben dich mit deiner Decke zu uns in die Küche geholt.
Ich werde nie vergessen, wie du da gelegen hast. Du kamst langsam zur Ruhe, lagst auf der Seite und hattest deine Vorderpfoten um meinen Fuss geschlungen und mich aus deinen großen lieben Augen angeschaut. Ich habe dich nur gestreichelt und immer nur vor mich hin gebrabbelt: Mausi alles ist gut, du musst keine Angst haben, alles ist gut.
Dann bist du gegangen.
Auch wenn es hart für mich war, Mausi, ich danke dir dafür, dass ich dich auf deinem Weg über die Regenbogenbrücke begleiten durfte. Ich glaube einen größeren Vertrauensbeweis einer Katze gibt es nicht.
Wir haben dich den Nachmittag und die Nacht noch auf deinem Lieblingsplatz liegen lassen. Am nächsten Tag haben wir dich dann am Rande unserer Terrasse begraben.
Es war Anfang Januar und ich konnte auf deinem Grab keine Blumen pflanzen. So steckte ich eine alte Solarlampe, die sich noch irgendwo im Garten befand auf dein Grab. Mir fiel nichts Besseres ein. Die blöde Lampe blieb dunkel. Ich hatte auch wieder mit Zweifeln zu kämpfen, ich wollte für dich doch nur das Beste. Hatte ich was falsch gemacht? Mausi gib mir doch bitte ein Zeichen.
Du hast mir das Zeichen gegeben. Nach drei Tagen fing diese alte Lampe in der Dämmerung an zu leuchten. Seither leuchtet sie jede Nacht. Das war für mich das Zeichen, dass du angekommen bist. Ich glaube fest daran, dass Bonny dich am anderen Ende der Brücke in Empfang genommen hat und ihr beide jetzt mit allen anderen Sternkatzen im Regenbogenland herumtollt.
Ich gehe jeden Abend zu deinem Grab und spreche mit dir. Ich hatte dann das Bedürfnis (wie Menschen nun mal sind) auf deinem Grab etwas zu pflanzen. Ich bin damit im Frühjahr angefangen. Aber jede Blume, die ich dort eingepflanzt habe ist innerhalb weniger Tage eingegangen. Hat dir wahrscheinlich nicht gefallen. Egal. Hab ich eben was neues eingepflanzt. Hab dann gesagt : Mausi ich pflanze hier jetzt so lange was neues, bis es dir gefällt. Sagen kannst du es mir ja nicht, also muss ich ausprobieren.
Manchmal wenn ich wieder da draussen gesessen habe und das verdorrte Gestrüpp wieder austauschen musste hatte ich den Verdacht, du lachst mich aus. Ich mach mich hier zum Affen, und ich glaube euch Katzen ist irgendwelches Grünzeug im Garten total egal. Aber für uns Menschen kann sowas wichtig sein.
Nachdem ich etliche (erfolglose) Versuche mit der Grabbepflanzung gestartet hatte habe ich mich wieder zu dir gesetzt und dich gefragt was du davon halten würdest, wenn wir in deinem Haus wieder einem armen Kätzchen, ein Zuhause geben würden. Mausi gib mir bitte eine Zeichen!
Mitte Juli hast du mir dann das Zeichen gegeben, die Blume auf deinem Grab lebte schon 3 Wochen. Ich hatte auch grad 2 Wochen Urlaub und da haben wir uns auf den Weg zum Tierheim gemacht, um mal zu schauen.
In dem gleichen Quarantäne-Käfig wo wir euch gefunden hatten, wohnten 2 Babys, die irgendwo gefunden wurden. Die haben uns direkt adoptiert. War für uns keine Frage, die beiden sollten bei uns ein schönes Zuhause bekommen.
Als wir dann die Verträge unterzeichneten, gab es noch ein "Zeichen". Für die beiden Zwerge ist der gleiche Geburtstag eingetragen, wie für euch. Es sollte dann wohl so sein.
Jetzt beherbergen wir hier in deinem Haus 2 "Zwergterroristen".
Ich bin sicher, du und deine Schwester, ihr sitzt jetzt im Regenbogenland und ihr seid einverstanden mit unserer Entscheidung.
Wenn ich abends bei dir sitze um dir gute Nacht zu sagen, erzähle ich dir von dem Unfug, den die beiden wieder angestellt haben. Solche Sachen hättet ihr nie angestellt. Ich muss dann auch noch ganz oft weinen, wenn ich an dich denke. Manchmal habe ich dann den Eindruck, du lachst mich aus, aber das ist ok Mausi, du darfst das. Du hast uns so viel gegeben, und ich hoffe, wir haben dir auch etwas zurückgeben können. Wir werden dich nie vergessen. Du wirst immer hier bei uns sein.
Ich wünsche dir, dass du ganz viel Spass mit allen anderen Katzen im Regenbogenland hast.