Die Pflegis von Ostfriesin und Ostfriese

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Ostfriese

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Nachdem wir Oskar gut vermittelt und unser Pensionszimmer gründlich gereinigt hatten, gönnten wir uns erstmal ein verlängertes Wochenende in Hamburg. Dank der Userin Sahneschnitte waren unsere 3 Kater ja bestens versorgt, auch wenn Percy seine Zuneigung nicht so zeigen kann und die Sahneschnitte gehauen hat.

Eigentlich sollte ja Scheuchen Luna jetzt bei uns einziehen, aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
Da ist man mal ein paar Tage nicht da, und schwupps ist die Quarantäne-Station im Katzenhaus auf einmal voller Neuzugänge. Einer davon ist Bono, ein schwarz-weißer Kater.

Völlig entkräftet und voller Parasiten wurde er in Marienhafe gefunden. Neben Flöhen und Würmern hatte er auch noch Ohrmilben an Bord. Zu allem Übel konnte er kaum fressen, eine Rachenentzündung machte ihm das fressen zur Hölle. Ich mag mir ja gar nicht vorstellen wie Henry sich fühlen würde wenn er nicht fressen könnte....Er ist ja von
unserer Dreierbande der Kalorienstaubsauger, und fressen ist für ihn ein Teil seiner Daseinsberechtigung.
Nun hockte Bono also in der Quarantäne, spindeldürr und ohne Stimme. Er erinnert beim lautgeben ein wenig an eine krude Mischung aus Bonnie Tyler, Joe Cocker, und Rod Steward. Glücklicherweise haben wir die Rachenentzündung jetzt im Griff und sie schwillt ab, aber es bleibt sein "Kampfgewicht": Er ist spindeldürr. Man kann die Wirbelsäule und die Hüftknochen problemlos ertasten. Bei Henry geht das nicht, er hat diese Körperteile aus Eigensicherung bei möglichen Unfällen unter einer soliden Speckschicht begraben.

Der Ostfriesin und mir war schnell klar, Bono hat Priorität. Also zog er heute morgen bei uns ins Pensionszimmer ein. Henry hat natürlich sofort geblickt was da in der blauen Box zur Tür rein kam, und verbrachte die Zeit von morgens bis mittags vor der Tür von Bonos Zimmer.

Ich habe Bono dann erstmal alleine gelassen damit er sich etwas eingewöhnen konnte. Als ich dann vorhin nach ihm sehen und ihm Futter bringen wollte, schlüpft doch irgendwie Henry auch mit ins Zimmer. Dabei hatte ich doch so gut aufgepasst.:mrgreen:
Bono hockte verschüchtert in seinem Katzenklo und Henry inspizierte erstmal das Futter. Generös opferte er sich als Vorkoster und fraß ein gutes Viertel des Futters weg, bis ich ihm den Napf unter Prostest wegnahm.
Nun fand Henry, dass man sich auch mal den Rest im Zimmer anschauen könnte, und irgendwann erblickte er Bono im Katzenklo. Henry kletterte auch hinein (soweit es ihm möglich war) und beschnüffelte unseren Pensionsgast erstmal ausgiebig. Bono, jeglicher Fluchtmöglichkeit durch Henrys kampfschiffähnlichen Ausmaße beraubt, ließ das gelassen über sich ergehen. Henry lockte Bono dann aus dem Klo und, oh wunder, die neue Freundschaft war besiegelt. Manchmal glaube ich, dass Henry selbst im Löwengehege noch Freunde finden würde.
Man setzte sich zusammen auf die Fensterbank, beschnüffelte sich, köpfelte miteinander, und die Welt war voller Flower-Power für die beiden. Ich wollte schon meine Wandergitarre holen...
Bono hat dann, unter Henrys Aufsicht, den ganzen Napf leergefressen und sogar ein Leckerchen aus meiner Hand genommen. Danach durfte ich ihn sogar streicheln.

Nach knapp einer halben Stunde habe ich Henry, unter großem Protest, schließlich wieder mit nach unten genommen. Bono soll sich weiter erholen und zu Kräften kommen. Henry macht jetzt gerade Sport, zumindest theoretisch: Er schläft und träumt bestimmt von sportlichen Aktivitäten.

Bono wird von unserer Tierärztin auf ca. 6 bis 7 Jahre geschätzt. Er war wohl mal deutlich dicker, hat aber schon eine ganze Zeit auf der Straße leben müssen, davon zeugt auch die Macke im rechten Ohr.

Jetzt päppeln wir den stolzen Herrn erstmal auf, und dann suchen wir ein schönes Zuhause für ihn.

Bilder (miese Qualität) im Anhang.
 

Anhänge

29.09.2014
#1
A

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Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
IceVajal

IceVajal

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Zur Not muß Henry halt Bono beim Futtern überwachen damit er genug frisst. :mrgreen:
 
Singha

Singha

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Mit so einer Pflegehilfe ist Bono null Komma nix wieder fit und vermittelbar :-D
 
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Ostfriese

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Bono entwickelt sich ganz gut, er braucht aber noch Zeit.

Fressen tut er sehr gut und am liebsten in Gesellschaft von Menschen. Er hat die Kratzbaumhöhle als sein sicheres Versteck für sich entdeckt, und zieht sich dorthin zurück wenn er fremde Geräusche hört. Bono braucht immer ein paar Minuten zum auftauen wenn wir im Zimmer sind, aber dann kommt er aus seiner Höhle und lässt sich gerne kraulen. Vorhin hat er sich sogar schnurrend auf den Rücken geworfen und ich konnte seinen Bauch streicheln.

Henry ist vorhin wieder mit durch die Tür geschlüpft und man tauschte kurz Neuigkeiten aus. Auf spielen mit Bono wollen wir die ersten Tage noch verzichten, er soll erstmal in Ruhe ankommen und etwas kräftiger werden.

Ansonsten haben wir noch festgestellt, dass er auf dem Katzenklo der sauberste Kater ist den wir je zu Gesicht bekommen haben. Er verbuddelt seine krummen Geschäfte bis man nichts mehr sieht oder riecht, und wirft dabei nicht einen Krümel Streu aus dem Katzenklo.
 
Frigida

Frigida

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Was für eine sympathische Beschreibung von Bono und Henry. :mrgreen:
 
Singha

Singha

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Kann Bono Kurse für Anfänger im zubudeln erteilen? Hier wären ein paar Schüler :roll:
 
ClaraLunaCally

ClaraLunaCally

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Hach Ostfriese, ich liebe deine Geschichten :-D Da habe ich irgendwie immer das Gefühl ich bin direkt dabei. Irgendwann steh ich einfach mal bei euch vor der Tür (Scherz natürlich :mrgreen:)

Bono hat es ja nun super bei euch getroffen und kommt sicher schnell wieder zu einem passablem Kampfgewicht. Zumindest, wenn Henry die Notwendigkeit erkennt, dass Bono diese Rationen nötiger hat, als er :mrgreen:
 
O

Ostfriese

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So langsam bekommen wir die Rachenentzündung in den Griff.

Er frisst wie ein Weltmeister (wenn das Futter stimmt - er ist wählerisch), und seine Stimme kommt auch langsam zurück.

Überhaupt ist Bono ein wenig anders als andere Pfleglinge vor ihm: Er ist überhaupt nicht menschen- oder Henryscheu. Nach 3 Tagen sprang er uns das erste Mal auf den Schoß. Er lässt sich den Bauch kraulen und genießt jede menschliche Zuwendung.

Ein Traumkater, leider bisher ohne Interessenten.
 
O

Ostfriese

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Leider gibt es immer noch keine Interessenten für Bono.:cry:

Macht nix, dann bleibt er halt noch länger bei uns.:-D

Seine Rachenentzündung ist fast vollständig abgeheilt, und seine Stimme wird immer fester. Aus dem entschlossenen Röcheln wird so langsam ein richtiger Ton der an eine Katze erinnert.

Letztes Wochenende haben wir mal die Zimmertür offen gelassen als Percy draußen war, damit Bono mal etwas durchs Haus streifen konnte. Er ist leider etwas sehr scheu und zurückhaltend, und kam erst nach knapp einer Stunde überhaupt mal aus dem Zimmer. Henry hat das überhaupt nicht verstanden, immerhin stehen ja in der Küche sooo viele Leckereien :-D. Immerhin traute sich Bono halb die Treppe hinunter, aber am sichersten fühlt er sich im Katzenzimmer.

Heute kam es versehentlich zur ersten Begegnung mit Percy. Eigentlich lasse ich die Tür von Bono nur offen stehen wenn Percy draußen ist, aber heute schlief unser grauer Dicker tief und fest und selig im Wäschekorb, und normalerweise hört man Percy die Treppe steigen. Er hält es wahrscheinlich für leise, doch ist das ungefähr so, als würde ein Panzer durch den Wald fahren.
Heute nicht, er war ganz leise (oder er kennt nen Weg nach oben an der Holztreppe vorbei), und ich war mit Henry bei Bono und die Tür war weit offen.
Auf einmal stand Percy im Türrahmen und schaute Bono sichtlich verwirrt an. Wer ist das und warum hat er ein Klo und einen Napf im Zimmer? Man konnte Percy ansehen, dass Kleinhirn und Großhirn in engem Kontakt zueinander standen.
Bono sah das ganz locker: Er hockte auf dem Stuhl und betrachtete Percy neugierig. Henry jedoch entwickelte sowas wie einen Beschützerinstinkt für Bono, und stellte sich genau zwischen die Beiden. Dabei blickte er Percy an als wollte er sagen: "Das ist mein Freund, such Dir nen eigenen!"

Jedenfalls drehte Percy dann um weil er ganz dringend nachdenken musste. Und das kann er am besten im Tiefschlaf. Jetzt denkt er schnarchend intensiv auf der Fensterbank nach.

Bono und Henry kommen gut miteinander aus, aber das wundert mich bei unserer roten Sozialisierungsmaschine nicht wirklich. Das einzige was Bono nicht mag ist Henry´s "Klospiel": Dabei wartet Henry bis sich jemand ins Katzenklo setzt und er schleicht sich langsam von der Seite an um einen Blick ins Klo zu werfen, wie früher in der 4. Klasse die Jungs auf dem Mädchenklo. Bono möchte bei Geschäften allerdings seine Ruhe haben, also wird Henry dann mit einem sanften Pfotenhieb auf das imaginäre "BESETZT-Schild" hingewiesen.

Mittwoch geht es mit Bono nochmal zur Tierärztin wegen der Nachkontrolle der Rachenentzündung, aber da machen wir uns keinen Kopf da es erkennbar besser geworden ist. Sollte es allerdings eine chronische Geschichte bei ihm sein, dann werden seine Vermittlungschancen ungleich geringer werden. Aber wir hoffen das Beste für den (nicht mehr so) dünnen Racker.
 
Katzenfrau

Katzenfrau

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Ich finde deinen Schreibstil einfach klasse. Man kann sich beim Lesen immer genau vorstellen, was bei euch vor sich geht :-D

Bitte weiter so. Ich lese hier so gerne mit.

Für Bono sind beide Vermittlungsdaumen gedrückt.
 
muegge

muegge

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das liest sich wirklich zu schön...

ich drück dem Kuhkater auch die Daumen, dass er bald eine eigene Familie hat, die er mit seinem Charme und seiner Sauberkeit überzeugen kann.

LG Sabine
 
O

Ostfriese

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Ich verstehe das nicht, niemand interessiert sich für Bono. :-(


Letzte Woche war ein Rentnerehepaar da und hat sich Bono angeschaut, aber man möchte wohl lieber ein Kitten adoptieren. Dabei hat Bono seinen Charme spielen lassen und sich sogar von den Leuten hochnehmen lassen.


Aber irgendwo da draußen ist ein Zuhause für ihn, wir müssen nur weiter suchen.


Er hat übrigens was von Henry gelernt, nämlich wie sich der Kater von Welt bei der Essensausgabe zu verhalten hat:
Kaum kommt man mit fressen in der Hand in sein Zimmer, streicht er einem um die Beine und fordert verbal (soweit ihm das mit seiner noch lädierten Stimme möglich ist), lautstark die SOFORTIGE Fütterung. Er versucht nach Kräften zu miauen, aber momentan klingt es meistens noch wie eine quietschende Zimmertür. Aber er arbeitet daran.
Von Henry hat er auch die Verteidigung des Freßnapfes gelernt, denn Henry möchte immer in seinen Napf schauen wenn er frisst. Besucher könnten denken das Henry nur das Beste für seinen Freund Bono möchte, doch wir kennen unseren Roten ja: Er steht ja immer kurz vor dem Verhungern, besonders wenn er Fressen sieht. Er versucht dann zusammen mit Bono aus dessen Napf zu fressen, aber Bono dreht sich dann beim fressen immer genauso hin, dass er mit seinem Heck den hungernden Henry diskret zur Seite schiebt.


Übrigens hat Bono mittlerweile schön glänzendes Fell bekommen, was in Kombination mit seinem gesteigerten Gewicht wirklich klasse aussieht. Das ist Henry aber egal, er interessiert sich ja eher für die inneren Werte, besonders in Bonos Napf.


Wo ist bloß ein schönes Zuhause für unseren Bono?
 
IceVajal

IceVajal

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Ich kenne das, aber irgendwann kommt jemand und es passt. Und Bono findet seinen Platz auch noch!
 
Frigida

Frigida

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Ich drück dem Bono alle Daumen.
Die wichtigsten Lektionen scheint er ja schon gelernt zu haben und zu benehmen weiß er sich auch.
Bestimmt wird Bono bald genauso ein glückliches Zuhaus bekommen wie Minka.
 
AnKa72

AnKa72

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Hier sind auch alle Daumen und Pfötchen gedrückt.

Bewundernswert finde ich immer wieder wie sozial Euer Henry ist, das ist doch wirklich ein Traum...
 
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Ostfriese

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Bewundernswert finde ich immer wieder wie sozial Euer Henry ist, das ist doch wirklich ein Traum...


Oh ja, Henry ist ein "Sozialisierungsautomat". Er muss nur eine völlig fremde Katze sehen, und schon ist es um ihn geschehen. Für ihn ist jede fremde Fellnase ein potentiell neuer Freund. Allerdings gilt das nur für Katzen. Bei fremden Menschen geht er erst einmal auf Abstand, und braucht dann seine Zeit um sich Besuchern zu nähern. Besonders Kinder sind ihm sehr suspekt, das hängt aber mit seiner Geschichte zusammen bevor er zu uns kam (er wurde von Kindern gequält).


Und Henry´s Sozialverhalten ist, gepaart mit seinem Spieltrieb, irgendwie auch ein Problem: Wenn er nicht gerade frisst und schläft will er spielen, so wie ein richtiger Kater. Raufen, rennen, toben - genau seine Elemente. Leider ist er da bei uns ziemlich allein auf weiter Flur: Für Percy ist jegliche Art von spielerischen Tätigkeiten komplett unter seiner Würde, und Leo würde trotz seines hohen Alters gerne öfter mit ihm spielen, aber er ist halt schon ein richtiger Katzenopa und kann nicht mehr so wie er wohl gerne würde.


Eigentlich bräuchten wir also noch einen Kater in Henry´s Alter, der auch gerne spielt und rauft. Und da sind wir dann in der Zwickmühle zwischen dem was wir brauchen, und dem was wir bieten können. Das finanzielle wäre gar nicht so die Sache, aber ab Februar arbeite ich in meinem neuen Beruf als Busfahrer und da werde ich auch mehrere Tage am Stück nicht zuhause sein, das würde bedeuten das meine Frau neben ihrer Arbeit auch noch die Meute versorgen und bespaßen müsste.


Vielleicht würden wir das auch hinkriegen, aber beim nächsten Kater möchte ich mir eigentlich einen Traum erfüllen, auch wenn ich mich hier auf der Seite in den Kater "September" verguckt habe: Entweder einen norwegischen Waldkater, oder einen stattlichen Maine-Coon-Kater, aus dem Tierschutz, in Henry´s Alter, und vom Charakter her zu unserem Roten passend.
Da uns aber bisher kein passender Kandidat über den Weg gelaufen ist, stellt sich das Thema "Nr.4" bisher auch nicht ernsthaft.


Das wir als Pflegestelle für den Katzenschutzverein aktiv sind, ist also für Henry eine gute Möglichkeit sich mit anderen Katzen zu beschäftigen, besonders Oskar fand er toll weil der gerne mit ihm gespielt hat.


Percy und Leo sind die Pflegekatzen übrigens herzlich egal: Percy geht dann ins Katzenzimmer, faucht die Pflegekatze an, und geht wieder. Leo hat schlicht und einfach keine Lust die Treppe heraufzusteigen.
 
Singha

Singha

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Gut Ding will Weile haben:-D
Für unseren Pflegekater hat sich auch niemand interessiert und plötzlich ... Jetzt hat er ein Traumzuhause gefunden!

Ich drück Bono die Daumen! Ist wirklich ein hübscher Kerl!
 
IceVajal

IceVajal

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Mein aktueller Pflegi Cima hatte 5 1/2 Monate nicht eine Anfrage, da sie scheu ist. Nun ist sie bei mir auf PS, Cari & Cima sind ein Herz und eine Seele - die kann ich nicht mehr trennen - und nun finden alle die Kleine zum Anbeissen.

Früher oder später findet sich das richtige Zuhause für Bono!
 
Andrea64

Andrea64

Moderator
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Vielleicht solltest du einen ganz eigenen "Bono-Thread" im Vermittlungsbereich erstellen. Hier geht es irgendwie ein klein wenig bei dem (netten) Geplauder unter.
 

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