Bei den Vermittlungsangeboten habe ich natürlich auch schon geschaut, aber mein Herz lässt auf gar keinen Fall ein Lackfellchen zu. Zumindest im Moment nicht. Vielleicht kann ich in ein paar Monaten/Jahren mein Herz wieder für ein schwarzes Näschen öffnen, aber jetzt ist das einfach viel zu früh. Der Neuzugang hätte bei mir überhaupt keine Chance.
Ich habe das heute schon im Tierheim gemerkt ...
Wir waren heute in drei Tierheimen. In GT hat man uns gesagt, dass sie im Moment keine Wohnungskatzen vermitteln. Die Jungtiere (8-12 Wochen) würden sie nicht empfehlen. Gut, so ein junges Tier hatte ich auch nicht im Kopf.
Dann sind wir nach BI gefahren. Dort wurden wir wie auch schon vor vier Jahren sehr nett empfangen und haben uns erst mit einer Jungen Dame im Eingangsbereich unterhalten. Sie meinte, wir könnten wohl zu Felix einen "Halbstarken" Kater setzen und hat uns dann zu ihrer Kollegin geschickt, die uns zwei Katerchen vorstellen wollte.
Im Obergeschoss sind 6 separate Räume (eigentlich Quarantänestation), in denen jeweils 4-6 Kätzchen sitzen. Im ersten Raum (ich weiß nicht mehr, wie das Katerchen hies), wurde ich direkt von zwei Katzenmädels angefaucht und angeknurrt. Das ist mir ja noch nie passiert ... Dabei war das Schildpattmädchen eine richtige Schönheit. Aber wir suchen ja einen passenden Kater für Felix.
Im zweiten Raum saß dann der kleine braun getigerte "Ghetto" - total niedlich, aber noch sehr verschüchtert und auch für seine 5 Monate noch ziemlich klein. (Kleiner als seine Kumpelinen) Zu schüchtern sollte der Neuzugang ja auch nicht sein.
Und dann kam Paul ... Paul ist jetzt knapp 1 Jahr alt und eigentlich genau so groß, wie unser Felix.
Die junge Dame hat Paul aus dem Raum in den Flur gelassen und er kam auch direkt raus. Zwar nicht auf uns zu, aber hat direkt den Flur erkundet. Mein Mann und ich haben uns dann auf den Boden gesetzt und gewartet.
Mein Mann hat die Federangel genommen und los ging es - ohne Rücksicht auf Verluste ist Paul hinter der Angel her. Ein wirklich schöner, quirliger kleiner Kerl. Bei Männe hat er ab und an auch mal Kontakt gesucht und die Hand beschmust. Um mich hat er (wie alle anderen auch) einen kleinen Bogen gemacht, zum Glück aber nicht gefaucht oder so.
Von der Neugier her und dem Spieltrieb scheint er schon zu unserem Felix zu passen.
Nachdem wir dort so eine halbe Stunde mit Paul im Flur gesessen und die junge Dame von der Arbeit abgehalten haben, ist uns aufgefallen, dass Paul ab und an gewürgt und schwer geschluckt hat. Er hat aber nicht gebrochen. Nur hat uns das dann etwas Sorgen bereitet und es war klar, dass wir ihn heute auf jeden Fall nicht mitnehmen, damit der Tierheim-Tierarzt ihn am Montag noch einmal durchchecken kann. Er wird dann nochmal durchgecheckt, mit Kotprobe etc.
Mein Mann denkt, Paul würde zu uns passen. Von der Aktivität her, denke ich auch, er würde zu Felix passen. Aber es war von meiner Seite noch keine "Liebe". Es wäre eine "Vernunftsentscheidung". Wobei fraglich ist, ob ICH mich im Moment überhaupt "verlieben" kann? Und "Liebe" kann/muss ja auch wachsen oder?
Während wir mit Paul im Flur beschäftigt waren, haben natürlich alle anderen kleinen Fellis in ihren Räumen die ganze Zeit vor den Glastüren gesessen. Mir ist direkt ein Lackfellchen aufgefallen, dass genau so ausgesehen hat, wie unser Dian damals vor vier Jahren und da waren sie wieder die Tränen ... Außerdem war da noch Magic. Magic ist auch schwarz, hat eine weiße Brust und weiße Schnurrhaare und orangene Augen. Magic saß die ganze Zeit brav vor der Scheibe und hat immer wieder Blickkontakt mit mir aufgebaut, aber Magic ist ein Lackfellchen - das kann ich nicht. Daher bin ich auch gar nicht in den Raum gegangen.
Dann sind wir noch in PB im Tierheim gewesen, aber wie auch vor vier Jahren, habe ich mich da nicht wirklich empfangen gefühlt. Man sagte uns, im Gehege würde ein schwarzer Jimmy sitzen, wir wollten mal schauen. Außerdem noch ein kleiner getigerter. Mitgekommen ist niemand. Und nun ja, da sitzen viele schwarze "Jimmys" und einige kleine getigerte. Allerdings hat überhaupt kein Tier auf uns reagiert.
Also sind wir wieder nach Hause. Felix war nun auch lang genug allein für heute.