Am 23.12. mussten wir unsere Dauerbewohnerin aus der Katzenstation mit 16 Jahren erlösen.
Jule kam 2010 mit einer Niereninsuffizienz zu uns, und ihre Art und Weise werden zur Legende in der Katzenstation werden:
Im ersten Jahr konnte man sich Jule quasi nur in einer Ritterrüstung nähern, keine Angriffstaktik war ihr zu niederträchtig. Auch zum Schluß konnten sie nur ganz wenig Pfleger anfassen, aber denen hat sich Jule komplett geöffnet:
Das Kuscheln mit Jule war immer ein Teil meines Dienstes, der auf gar keinen Fall vergessen werden durfte. Ging man an ihrem Zimmer einfach nur so vorbei, ertönte ein Gemecker das seinesgleichen suchte.
Andere Katzen mochte sie nicht, sie kam aus einer Einzelhaltung. Sie hatte ihre Menschen und die reichten ihr in ihrer Jule-Welt. Natürlich hat sie sich irgendwann auch Sonderrechte erarbeitet: Sie konnte durch den Flur in den Laubengang laufen um Sonne zu tanken, und nachts durfte sie im Garten Mäuse jagen.
Ihre CNI war nie ein Problem für sie oder uns, das hatten wir im Griff. Leider wurde Anfang November ein Tumor im Rücken bei ihr diagnostiziert, der nicht operabel war. Wir schworen uns, Jule die Zeit so angenehm wie möglich zu machen, und sie nicht leiden zu lassen wenn ihre Zeit gekommen war.
Am 23.12. bekamen die Ostfriesin und ich morgens den Anruf das es Jule sehr schlecht gehen würde, den Anruf den ich nie bekommen wollte. Jule konnte nicht mehr aufstehen und wehrte sich auch gegen die Transportbox nicht.
Wir wussten das Jule´s Umzug ins Regenbogenland bevorstand, also begleiteten wir sie auf ihrem letzten irdischen Weg.
Um 11:05 Uhr ist sie, in den Armen der Ostfriesin und mir, friedlich eingeschlafen.
Jule, mach es gut. Du würdest nicht wollen das ich viele Worte verliere weil du weisst, das ich dich vermisse.