Hallo nochmal,
ich wollte doch noch mal ein kleines Update in Sachen juckende Kopfwunde bei Paulinchen geben. Nachdem die Wunde zunächst abheilte, kratzte sich Paulinchen nach einigen Wochen auf der anderen Seite noch einmal eine große Wunde, und diesmal war es noch schlimmer. Sie hat sich regelrecht das Fell mit abgekratzt und es blutete hin und wieder. So sah die Wunde in der schlimmsten Zeit aus:
Ich war mehrfach beim Tierarzt, aber es kam nie wirklich etwas dabei heraus. Sie bekam einen von diesen Trichtern umgeschnallt, aber den habe ich ihr zuhause nach einer halben Stunde wieder ausgezogen. Da sie blind ist und sich sehr stark nach Gehör orientiert, hat der Trichter sie völlig orientierungslos gemacht, denn der Trichter verhinderte, dass sie den Schall von allen Seiten aufnehmen konnte. Sie ist in der Wohnung umhergeirrt, als wenn Sie noch niemals dort gewesen wäre, und sie geriet immer mehr in Panik. Da sie auch noch schwer herzkrank ist, konnte und wollte ich ihr das nicht länger zumuten und nahm den Trichter wie gesagt wieder ab.
Verzweifelt suchte ich nach Alternativen, und schließlich stieß ich auf den ProColloar (zB bei Amazon). Der ebenfalls sehr beliebte ComfiCone aus Stoff schied auch aus, da er wie die billigen Plastiktrichter die Ohren zu stark verdeckte.
Der ProCollar ist im Prinzip sowas wie ein Rettungsring mit Reißverschluß. Man zieht ihn der Katze um den Hals und verschließt den Ring dann mit einem Klettverschluss. So sieht das Ganze mit einer wenig begeisterten Katze darin aus:
Unter dem Nylonmantel befindet sich der aufblasbare Ring. Ich habe zunächst die Größe XS bestellt, was zu klein war, die Größe S paßte dann sehr gut (Paulichen ist eine normal große Hauskatze). Das gute an dem Ding ist, dass die Ohren komplett frei bleiben. Paulinchen hat zwar eine Weile versucht, sich den Ring abzustreifen, aber sie hat es nur ganz selten geschafft. Der Ring verfügt an der Innenseite über Nylonschlaufen, durch die man ein Halsband ziehen kann. Damit gibt es dann gar keine Möglichkeit mehr, ihn abzustreifen. Aber das habe ich wie gesagt nicht gebraucht.
Naturgemäß verträgt der aufblasbare Ring unter dem grauen Nylonmantel den Kontakt mit Katzenkrallen nicht sehr gut, so dass ich den Ring einfach entnommen und den Nylonmantel mit Watte ausgestopft habe. Das ging sehr gut. Pauline war wenig begeistert, aber sie kam halbwegs mit dem ProCollar zurecht. Schlafen war ein echtes Problem für sie, da sie den Kopf wegen des Rings nicht mehr ablegen konnte. Sie konnte den Ring auch nicht wirklich als Kissen benutzen, wie es oft von Hunden beschrieben wird, da sie dann nicht mehr richtig Luft bekam. Also keine perfekte Lösung, aber für Pauline immernoch tausendmal besser als diese Trichterdinger. Ich hatte Anfangs Sorge, dass sie dennoch mit den Hinterbeinen an die Wunde herankommen könnte, aber sie hat es nicht geschafft.
Sie behielt den ProCollar einige Wochen Tag und Nacht an, und die Wunde konnte heilen. Aber sobald ich ihn abnahm, kratzte sie sich wieder und alles fing von vorne an. Ich hatte schon die größten Sorgen, dass sie dieses eosinophile Granulom haben könnte, denn die Bilder zu dieser Krankheit, die ich im Internet fand, waren erschreckend ähnlich.
In meiner Verzweiflung versuchte ich dann mein Glück mit einer Futterumstellung. Ich orientierte mich dabei anhand folgender Liste:
http://www.katzen-fieber.de/vergleich-nassfutter.php (Weiter unten kommen verschiedene Futterlisten, also bitte runterscrollen).
Paulinchen und ihr Kumpel Sammy sind aus dem Tierheim, und alle beide sind leider totale Supermarktfutter-Junkies. Trockenfutter habe ich Ihnen nie gegeben, nur Nassfutter. Sie lieben Sheba und Whiskas, da wird reingehauen als wenn es morgen nichts mehr gibt. Ich hatte natürlich zwischendurch immer wieder versucht, ihnen sehr hochwertiges Katzenfutter anzubieten, was mit völliger Futterverweigerung quittiert wurde, egal ob ich es mit dem Billigfutter mischte oder nicht. Je hochwertiger das Futter war, umso stärker wurde es abgelehnt. Dazu kommt, das Pauline komischerweise hochwertiges Futter oft erbricht.
Gerade Pauline muss aber regelmäßig fressen, da ich ihr ihre Tabletten nur mit Futter verabreichen kann, denn sie mag keine Leckerlies, keine Leberwurst, keinen Käse, keinen Schinken und nichts von dem, was Katzen sonst so lieben.
Nach monatelangem Herumprobieren habe ich einige Sorten gefunden, die nun ganz gerne angenommen werden (Pfotenliebe, Lucky Kitty, MAC's, Feringa, Applaws, RopoCat Sensitive Gold). Auch dieses Futter wird hin und wieder noch verweigert, dann gibt es halt das eine oder andere mal noch Whiskas oder Sheba.
Die Futterumstellung war jedoch insgesamt ein voller Erfolg. Nach der ersten Woche komplett ohne Billigfutter war Paulines Wunde völlig abgeheilt und sie kratzte sich auch nicht mehr.
Bis heute hat sie sich keine neuen Wunden mehr gekratzt. Ich nehme also an, dass es tatsächlich an dem billigen Futter lag.
Vielleicht hilft dieser Bericht ja dem einen oder anderen, der ein ähnliches Problem hat.
In diesem Sinne, viele Grüße und schöne Ostern für Euch und Eure Katzingers
Susanne