Hallo liebe Katzen Freunde, ich hoffe hier vielleicht ein paar Tipps von Euch zu erhalten, die mir hoffentlich weiterhelfen. Dazu muss ich allerdings etwas weiter ausholen. Ich wohne in Berlin-Spandau in einem Reihenendhaus und meine Katzen sind Freigänger (Katzenklappe).
Im Winter vor vier Jahren habe ich zu meinen weiblichen Katzen Püppi ( ca. 2 KG)und Tabbi (ca. 2,3 KG), beide Schwestern, damals ca. 4 Jahre alt einen streunenden Kater Francis (ca. 6 KG) aufgenommen. Dem Kater ging es in dem damaligen Winter sehr schlecht, aber er hat sich dann prächtig erholt. Natürlich waren die beiden Weiber nicht begeistert, aber nach einer längeren Zeit hat man sich akzeptiert und lebte friedlich miteinander. Vorteilhaft ist, das der Kater Francis die Ruhe selbst ist, zumindestens auf unserem Grundstück und im Haus. Er hat niemals die beiden Katzen angegriffen und wenn die beiden ihn mal angefaucht haben, dann hat er mal kurz die Pfote nur gehoben und es war Ruhe. Außerhalb unseres Grundstückes ist er allerdings ein sehr kämpferischer Kater.
Im letzten Sommer fiel Püppi, also die kleinste Katze einem Fuchs zum Opfer und Tabbi und Francis haben beide den Verlust gemerkt und scheinbar auch eine Zeit getrauert. Besonders Ihre Schwester Tabbi hatte mit dem Verlust zu kämpfen. Nach einer Zeit lief aber alles wieder normal.
Im Winter diesen Jahres haben wir wieder eine weibliche Katze, die bei uns rumstreunerte aufgenommen, Mimi, ca 3,8 KG, nicht sterilisiert und laut Tierarzt eine Hauskatze, die nicht älter als drei Jahre ist.
Nach der Trennung im Hause führten wir die Katzen dann zusammen und natürlich gab es Ärger, was ja normal war, da die Rangordnung neu verteilt wurde. Mimi muss eine ausgesetzte Katze sein, da sie sofort das Katzenklo benutzte und nirgendwo hingemacht hat. Sie war auch sofort gegenüber mir, meiner Frau und meiner kleinen Tochter sehr anhänglich, weicht uns heute noch kaum von der Seite und will ständig schmusen. Sie hatte auch in der ersten Zeit wahnsinnig Angst aus dem Haus zu gehen, als ob sie Angst hatte, das sie wieder Draußen leben müsste.
Mimi wurde rollig und vor ca. zwei Wochen wurde sie kastriert und wir hatten die Hoffnung, dass Ihr aggressives Verhalten den anderen beiden gegenüber danach etwas geringer werden würde. Trotz Rescue-Trofen und Feliway-Stecker, die wir schon seit Beginn des Einzuges vor ca. 6 Wochen benutzen, greift Mimi immer noch Tabbi und Francis an.
Wir haben das Gefühl, das wenn man dieses Verhalten mit menschlichen Verhalten vergleicht, sie glücklich ist, ein neues zu Hause zu haben und denkt, das in unserem Haus nicht Platz für drei Katzen ist und sie die anderen vertreiben muss.
Mimi beginnt jetzt auch schon auf dem Grundstück, also Draußen Tabbi und Francis zu attackieren. Das Schlimmste an der Situation ist, das Tabbi, die kleinste und älteste Katze, sich selber nicht mehr aus dem Dachgeschoß runter traut, um rauszugehen. Sie wird auf dem Weg nach unten, wenn Mimi sie sieht sofort angegriffen. Wir müssen sie runtertragen, damit sie rausgeht, jetzt, wo es doch so schön ist. Nachts schlafen Tabbi und Francis im Haus bei uns, meist in unserem Schlafzimmer, doch es ist jedes Mal ein riesen Problem Tabbi und Francis wieder ins Haus zu bekommen. Wir müssen dann Mimi in den Keller sperren, damit Fancis und Tabbi regelrecht in Haus rennen und sofort ins Dach auf Ihre Plätze gehen. Mimi schläft auch bei uns im Dach, meist sogar bei mir im Bett und wenn ich dabei bin und Mimi ermahne, dann hält sie sich mit Attacken auf die anderen beiden zurück, aber sobald ich nichts sage ist häufig der Teufel los. Ein einziges Mal hat der Kater Francis Mimi Draußen richtig vermöbelt, danach hatte Mimi auch für ein paar Tage Respekt vor Francis, hielt leider nicht lange an und seitdem flüchtet Francis lieber vor Mimi als sie nochmal in Ihre Schranken zu weisen.
In der Zeit, wo wir zu Hause sind, bemühen wir uns natürlich Tabbi und Francis Ihre Schmuseeinheiten zu geben, aber wir sind leider nur abends dazu in der Lage.
Mimi ist zwar erst seit knapp sechs Wochen bei uns und erst vor knapp zwei Wochen kastriert worden, aber wir haben das Gefühl, das wir gar keine Fortschritte machen und auch unsere Nerven liegen mittlerweile blank, was wir versuchen, nicht zu zeigen. Aber wenn wir nach Hause kommen und es liegen Fellfetzen im Dach rum, dann platzt einem schon der Kragen. Glücklicher Weise nicht jeden Tag, aber eben doch. Und wenn wir Mimi bei einer Attacke erwischen, dann bekommt sie auch mal eine Abreibung von uns, aber sie versteht es wohl nicht.
Ich habe das alles so ausführlich geschildert, damit man sich ein genaues Bild machen kann und vielleicht hat jemand hier ähnliche Erfahrungen und kann mir hoffentlich einen Tipp geben. Ich weiß, dass wir noch Geduld haben müssen, aber das fällt sehr schwer. Uns liegen alle drei Katzen sehr am Herzen und wir möchten Mimi nicht wieder weggeben, aber wenn es absolut nicht mehr geht und besonders Tabbi gesundheitliche Probleme bekommt oder sich noch weiter zurückzieht, dann muss Mimi eben weg.
Ich hoffe hier auf Anregungen und Hinweise.
Besten Dank im Voraus an Euch alle.
André
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