Sie meinte, ich solle das einfach beobachten. Es kann eine Nervenschädigung bedeuten, muss es aber nicht. Punkt.
Hallo,
Boomer ist ja ein Süßer.
Lucy, ich hab das Vestibulärsyndrom auch schon in Betracht gezogen, allerdings hat Fionn keinerlei andere Symptome... keine Gleichgewichtsschwierigkeiten, er hält nichts schief, er hört gut, etc...
Fionn war inzwischen in einer Tierklinik mit sehr gutem Ruf, aber auch dort konnte man sich keinen Reim darauf machen, da er ansonsten symptomlos ist (sehr ungewöhnlich bei erworbenem
Nystagmus). Fionns
Nystagmus ist allerdings eindeutig erworben... früher hatte er dieses Augenzittern nicht. Obendrein hat sich inzwischen gezeigt, dass Fionns
Nystagmus sich auch noch verändert... mal pendeln seine Pupillen regelmäßig hin und her (Pendelnystagmus), dann hat er wieder gar nichts, dann pendeln seine Pupillen nicht, ziehen dafür aber langsam nach rechts und schnellen dann wieder zurück in die Mitte (Rucknystagmus). Sehr seltsam... allerdings ist der
Nystagmus insgesamt inzwischen deutlich schwächer geworden.
Ich habe in den letzten Tagen sehr viel zu
Nystagmus recherchiert... auf englischen Seiten, weil (das muss man leider sagen) die Tiermedizin im englischsprachigen Raum viel aktueller ist (das gilt allerdings auch in nicht ganz so starkem Umfang für die Humanmedizin ;-)). Das ist mir schon länger bewusst, da ich mal selber Tiermedizin studieren wollte und mich auch jetzt noch sehr dafür interessiere. Wenn man alleine bedenkt, was es in den USA schon für ausführliche Studien zu der Erkrankung FTR / TR gab (bei uns wird noch der veraltete Begriff "FORL" verwendet), da wurden bei uns Zahnerkrankungen der Katze noch nicht einmal ernst genommen... bestenfalls hieß es dann "Katzenkaries (noch älterer Begriff für TR)... ist eben so, was soll's" (ugh, ganz tolle Bemerkung, wenn jemand Schmerzen hat)... Naja. Aber das ist ein anderes Thema... :lol:
Nystagmus kann sehr, sehr viele Ursachen haben... Bakterien, Viren (leider auch ein frühes Symptom von
FIP :-(, dies ist aber anscheinend nicht häufig), Pilze, Parasiten (ja, klingt komisch, aber
Nystagmus kann z.B. auch ein Symptom von
Toxoplasmose sein), Entzündungen, Läsionen (vor allem im Hirn-, Herz, und Rückenmarksbereich), gut- oder bösartige Wucherungen, diverse ZNS- und Herzerkrankungen, (wie z.B. "Schlaganfälle" - die übrigens auch beim Menschen oft nicht einmal bemerkt werden), aber auch Dinge wie Bluthochdruck, Vergiftung, Vitaminmangel (vorrangig B1)... es kommt auch darauf an, wie der
Nystagmus sich zeigt und welche Symptome sonst noch bestehen. Ich werde mal eine ausführlichere Liste posten, wenn ich fertig bin, vll. kann die ja irgendwer noch mal gebrauchen, wenn sein Tier auch
Nystagmus hat.
Mir wär ja schon mal sehr geholfen, wenn ich überhaupt rauskriegen könnte, ob es ein peripherer oder zentraler
Nystagmus ist...
Auch wenn ein
Nystagmus schon beim Kätzchen besteht, kann dieser natürlich krankhaft sein, auch wenn Tierärzte dann gerne schnell "erblich!" sagen. Wird aber vorher nicht ausgeschlossen, dass etwas krankhaft ist, dann wird meiner Meinung nach das Pferd von hinten aufgezäumt. Das Problem ist halt, dass die Medizin ja zu großen Teilen noch mehr Kunst als Wissenschaft ist (auch wenn die meisten Ärzte das nicht gerne hören ;-)), und es momentan oft noch gar nicht möglich ist, die Ursache eines Symptomes einwandfrei festzustellen. In manchen Fällen schon, aber oft eben auch nicht. Ganz fatal wird es dann, wenn A B auslöst, und B C, A aber nicht C. Und wenn die Möglichkeit besteht, dann ist sie eben auch oft sehr teuer (und damit meine ich nicht einige hundert Euro... neuste Technik eben). Natürlich ist es beruhigend eine Diagnose zu haben... es sollte aber eben auch eine tatsächliche Diagnose sein...
Mit dem "das ist erblich" ist das wie beim Menschen... nehmen wir mal z.B. Darmblutungen... es gibt hunderte inzwischen bekannte körperliche Ursachen für diese. Wie viele zieht ein Arzt in Betracht, bevor es heißt "das ist psychisch" oder "das ist idiopathisch" (wissenschaftlich klingendes Wort für "wir haben keine Ahnung")? 5, 6? 10, wenn man ganz viel Glück hat? Mehr aber eher nicht. Der Mensch ist halt für die riesige Fülle an Informationen, die die Medizin bereithält, einfach nicht gemacht.
Eigentlich können wir alle heilfroh sein, dass die meisten Krankheiten nicht fatal sind und die Symptome auch wieder von selbst verschwinden. :mrgreen:
Insofern kann Fionns
Nystagmus durchaus eine tickende Zeitbombe sein. :x Ich werde mir mal ein paar US-amerikanische oder australische Kliniken raussuchen und die anschreiben... (ist nicht das erste Mal... ich liebe das Internet :-D)
Jetzt kann man natürlich sagen: wer zuviel über sowas nachdenkt, der macht sich verrückt...
wo auch was dran ist... :shock:
Aber man kann eben auch sagen: wer nicht darüber nachdenkt, der vertraut auf sein Glück. ;-)
LG,