Anton der Praechtige ...

Diskutiere Anton der Praechtige ... im Regenbogenbrücke Forum im Bereich Katzenfreunde; Anton ist zwar mittlerweile schon fast 18 Monate tot, aber es vergeht kein Tag an dem ich nicht an ihn denke ... Viele Menschen in meinem Umfeld...
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swadesch

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Anton ist zwar mittlerweile schon fast 18 Monate tot, aber es vergeht kein Tag an dem ich nicht an ihn denke ...

Viele Menschen in meinem Umfeld konnten nicht verstehen, warum man soviel Aufwand wegen einem Tier betreibt, " ist doch nur eine Katze " ...

Aber wer einmal mit einem Haustier wie einer Katze oder einem Hund zusammengelebt hat, weiss wie ich mich fuehle.

Anton kam als kleines Katerchen mit 3 Monaten zu mir, er sass als einziges Kitten in einem Tierheim in der Quarantaenestation, da alle anderen Katzen dort laut Aussage der Tierheimleiterin an einem Magen- und Darm-Virus erkrankt waren.

Ich fuhr von dort aus direkt zu meiner Tieraerztin, um ihn durchchecken zu lassen und sie meinte gleich auf anhieb, dass Anton mal ein ganz grosser schoener Kater werden wuerde. Womit sie auch absolut Recht hatte ... Er war ein rechter Tiger mit grossen gruenen Augen, 4 weissen Fuessen und einer zimtfarbenen Nase.

Ein Jahr spaeter kam dann der kleine Muck zu uns, und Anton hat sich gleich ganz super um ihn gekuemmert. Fuer uns war es wichtig, dass Anton einen Spielgefaehrten hat und das hat auch super geklappt. Muck war damals 5 Monate alt und kam auch aus einem Tierheim. Er war vorher schon mal vermittelt und muss es da ganz schlecht getroffen haben. Es hat 6 ! Jahre gedauert, bis wir ihn endlich mal anfassen konnten, aber das war ok fuer uns, Anton und der kleine Muck waren einfach ein Traumgespann und das war das wichtigste.

Anton war allerdings von Anfang an ein rechtes Sorgenkind, immer mal wieder eitrige Erkaeltungen mit Husten und er hat sich extrem viel uebergeben, meistens weil er immer wie ein Scheunendrescher alles in sich reingestopft hab, aber spaeter haben wir dann rausgefunden, dass er auch eine Futtermittel-unvertreaglichkeit hat. Mit dem speziellen Futter ist es dann zwar besser geworden, aber so richtig voellig in Ordnung ist es eigentlich nie geworden. So war meine taegliche Routine abends nach der Arbeit erstmal die Wohnung nach neuen Malheuren abzusuchen und zu reinigen.

Aber fuer meinen kleinen Herzensbrecher hab ich das gerne gemacht. Er war der absolut schmusigste, anlehnungsbeduerftigste Mitbewohner, den man sich vorstellen kann. Nachts hat er sich immer dicht an mich gekuschelt oder auf meinem Bauch geschlafen ( 6 kg Lebendgewicht :p ). Und der kleine Muck hat dann bei Anton angedockt.

Anton war extrem mitteilungsbeduerftig und hatte eine laute und wie ich fand recht unmelodische Stimme, er klang mehr wie eine rostige Giesskanne als wie eine normale Katze.

Wenn er mit seiner Lieblings-Stoffmaus im Maul durch die Gegend gerannt ist und sich dabei anhoerte wie ein roehrender Hirsch, das hatte schon was ...

Und von katzengleicher Eleganz konnte man bei ihm auch nicht sprechen, wenn er gerade ueber einen Tisch gelaufen ist, auf dem ganz rechts ein Glas und ganz links ein Glas standen ist es schon vorgekommen, dass beides danach auf dem Boden lag. Ein wenig tollpatschig, mein Katerle ...

Dann eines Tages, ganz ploetzlich ohne Vorankuendigung kam ich nach Hause und Anton kam nicht wie normal zu mir, sondern blieb an seinem Lieblingskuschelplatz auf der Kuechentheke liegen und schaute mich nur gross an. Gleichzeitig bemerkte ich, dass er sehr schwer atmete.

Und natuerlich wie immer bei so etwas passierte es an einem Samstag abend und meine Tieraerztin war im Urlaub. Ich hab daraufhin sofort die Tierrettung angerufen ( gibt es gott sei Dank in Muenchen ) und die kamen dann gleich mit dem Tierrettungwagen. Der Tierarzt meinte, dass Anton in kritischen Zustand sei und haengte ihn an den Tropf. Seine Lunge sei voll Wasser und er habe ein Herzproblem. Wir sind dann mit dem Tierrettungswagen in die Tierklinik gefahren und der Tierarzt meinte es sei fraglich ob Anton ueberhaupt lebendig ankommen wuerde. Aber Tonino war ein Kaempfer und nach drei Tagen in der Tierklinik konnte ich ihn wieder mit nach Hause nehmen, wo er schon von Muck sehnlichst erwartet wurde.
Anton hatte ein vergroessertes Herz und musste jetzt taeglich Tabletten einnehmen, auch um die Wassereinlagerungen im Rahmen zu halten. Leider ein rechter Teufelskreis weil seine Nierenwerte auch nicht gut waren und man mir gleich von Anfang sagte, dass die Nieren nun deutlich schneller abbauen wuerden und Anton sicherlich nicht mehr viel Zeit vor sich hatte, man sprach von max. 1 Jahr im allerbesten Fall.

Wider Erwarten mit ganz viel Liebe, Spezialfutter und enger Beobachtung haben wir es dann aber doch noch ueber fast zwei Jahre geschafft.

Zum Schluss hat Anton dann wirklich sehr schnell koerperlich abgebaut, weil die Nieren wirklich immer weniger gearbeitet haben. Wir waren oft beim Tierarzt um die Werte messen zu lassen, die eigentlich auch immer noch nicht absolut katastrophal waren, aber Anton wurde immer lethargischer, hat sehr viel getrunken und abgenommen. Nach meinem letzten regulaeren Besuch meinte die Tieraerztin dann auf meine Frage hin, wie hoch denn seine Lebensqualitaet noch sei, dass koenne sie nicht beurteilen, ich soll einfach auf mein Herz hoeren und dann wuesste ich, wann es Zeit fuer den Abschied waere. Und das habe ich dann auch getan.

Bin mit ihm zwei Tage spaeter zum Tierarzt gefahren, hab sein Pfoetchen gehalten und er ist sofort eingeschlafen, noch waehrend die Aerztin am spritzen war. Er war einfach voellig am Ende ... Und obwohl es fuer mich einer meiner schwersten Tage war, weiss ich genau, dass ich es richtig gemacht habe.

Ich habe ihn dann am naechsten Tag abgeholt und ihn einaeschern lassen und seine Asche steht hier vor mir auf meinem Schreibtisch, weil ich mir geschworen habe, dass er und der Kleine Muck am Ende wieder zusammen kommen werden.

Und da ja manchmal schlechte Dinge mit guten Einher kommen, falls ihr euch fragt, was aus dem Kleinen Muck geworden ist :

Er war zwei Tage ziemlich verstoert und hat dann beschlossen, mich als vollwertigen Anton-Ersatz zu aktzeptieren. Er liebt mich heiss und innig und schlaeft jetzt in meinem Arm, froehlich vor sich hin schnorchelnd und trotz seiner mittlerweile fast 14 Jahre immer noch einigermassen gesund.
 

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  • Anton der Praechtige ... Beitrag #2
So schön und liebevoll geschrieben. Anton hatte Glück mit seiner Dosine.
Drück dich mal!
 
  • Anton der Praechtige ... Beitrag #3
war grosses Glueck auf beiden Seiten :razz:

vielen Dank fuer das Kompliment ...

der Spruch neben deinem Foto koennte auch von mir stammen :-D

glg aus Philipsburg nach Berlin

Swadesch
 
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