Hybriden aus Wild- und Hauskatzen?

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  • Hybriden aus Wild- und Hauskatzen? Beitrag #1
Leo_und_Sammy

Leo_und_Sammy

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Ich habe online gelesen, dass es häufig Hybriden aus Wild- und Hauskatzen gäbe und man diese nur durch einen Gentest "entlarven könnte". Wie ist euer Wissen und eure Meinung zu diesem Thema? LG
 
  • Hybriden aus Wild- und Hauskatzen? Beitrag #2
Hallo und willkommen hier :wink:

Ich habe online gelesen, dass es häufig Hybriden aus Wild- und Hauskatzen gäbe und man diese nur durch einen Gentest "entlarven könnte". Wie ist euer Wissen und eure Meinung zu diesem Thema? LG

Wo genau hast du das denn gelesen (Quelle)? Ich bezweifle, dass dies "häufig" passiert.

Ansonsten, schau mal , da gibt es folgend ein paar Beiträge dazu.
 
  • Hybriden aus Wild- und Hauskatzen? Beitrag #3
Ah, klasse, ein Wissenstest! Alle bereit zur Klausur! :mrgreen::mrgreen::mrgreen:

ok, dann mal los: AAAlsooo, Hybriden sind selten, nicht häufig. Zumindest in der Natur.
Das liegt schon daran, dass das mit der Vermehrung untereinander nicht ganz trivial ist.

Unterschiedliche Tragzeiten und Körpergrößen sind sehr unglücklich für gesunde Verpaarungen.
Von den unterschiedlichen Eiweißen, die bei der Reifung der Eizellen benötigt werden, reden wir lieber auch nicht. Die Folge ist Totgeburt, Tod der Mutterkatze oder häufiger: Unfruchtbarkeit der Nachkommen.
Zusätzlich zum Verletzungsrisiko des Muttertiers bei zu großen Welpen.

Es entstehen aus solchen Verpaarungen nur sehr selten lebens- und fortpflanzungsfähige Tiere. Dementsprechend selten sind sie in der Natur.

Allerdings gibt es eine kleine Tendenz, hybride Katzenrassen zu züchten: Bengalen und Savannahs zum Beispiel. Hier wurde bei der Erschaffung der Rassen der hohe Schwund schlicht in Kauf genommen.

Um eine Wildkatze von einer Hauskatze oder gar einem Hybriden sicher unterscheiden zu können, bedarf es tatsächlich eines Gentests. Die Beschreibungen beider klingen zwar erst mal unterschiedlich, allerdings überlappen sie die Bandbreiten der Erscheinungsformen noch sehr deutlich, daher ist der äußere Anschein unzureichend für die Beurteilung.

Falls Du Dich näher damit beschäftigen möchtest, kann ich Dir diese Seite empfehlen:


Dort sind entsprechende Studien auch verlinkt.
 
  • Hybriden aus Wild- und Hauskatzen? Beitrag #4
Mit häufig habe ich mich vielleicht etwas dumm ausgedrückt, ich meinte häufiger als man (also ich) denkt und ich ging bis vor 1 1/2 Jahren noch davon aus, dass es gar nicht möglich ist. Habe mir die Auffälligkeiten immer versucht anders zu erklären. Ich frage wegen meines verstorbenen Katers. Pointierung (im sinne von dunkler wuscheliger Schwanzspitze usw), Körperbau und Verhalten kämen hin, aber das allein ist ja gerade nicht aussagekräftig. Ich empfand meinen alten Kater nur ganz anders als meine beiden jetzigen Kater. Deshalb interessiert es mich ob diese sehr extreme Unterschied eventuell etwas damit zu tun haben könnte. Es ist nur eine Vermutung ins blaue hinein und da das Tier verstorben ist gerade nicht mehr nachweißbar.
Ist also wirklich kein Wissenstest ;-) sondern weil ich keine Ahnung von dem Thema habe dachte ich vielleicht wissen hier einige besser bescheid. Immerhin sind hier ja auch Leute die sich mit Zucht usw. auskennen. Ich grüble halt nur ob ich in diesem Fall hätte etwas besonders beachten müssen. Ob man solche Katzen halten sollte wie alle anderen, oder ob es wichtige Unterschiede in der Haltung gibt. Man macht sich ja immer seine Gedanken ob man alles richtig gemacht hat für das Tier. Und ich überlege ob ich mich gegenüber meinen neuen Katzen anders verhalten müsste als ich es bisher mit meinem 1. Kater getan habe. Man behält ja sein Verhalten von der 1. Katze erstmal bei und lernt erst langsam um. Dabei möchte ich Fehler vermeiden. Ich habe schon bemerkt das sie ein ganz anderes Sozialveralten haben, sowohl mit anderen Tieren, aber ganz besonders mit Menschen. Aber auch das kann ja einfach eine Besonderheit im Charakter meines 1. Katers gewesen sein.
Dazu muss ich sagen, das es eine rein zufällige Kreuzung wäre. Weder habe ich gezielt nach eine solche Kreuzung gesucht noch hätte ich solche Besonderheiten Bevorzugt. (Ob Hybrid oder nur besonders, seine Eigenheiten haben es ihm und uns manchmal etwas schwer gemacht. Obwohl ich ihn natürlich für nichts in der Welt eingetauscht hätte!) Er hat aber auch viel weiß im Fell gehabt also vor allem unter dem Kinn und Bauchseite. Vielleicht ist es dann gar nicht möglich, dass er ein Hybrid war. Wie ist das, zählt man nur Nachkommen der 1. Generation zu den Hybriden oder könnte es sein, dass es sich um eine zufällige genetische Ausprägung eines wesentlich früheren Vorfahren handelt? Wie gesagt es ist kein Wunsch oder ähnliches, ganz im Gegenteil ich hätte Angst ihm dadurch nicht gerecht geworden zu sein, es würde nur einiges erklären.

Danke für die Links! Die sind sehr interessant!

Ich habe meine Infos aus diesen Links hier und einigen Seiten die ich jetzt nicht mehr finde. Leider insbesondere die Seite wo stand das es nicht ganz so selten passieren würde wie einige denken ist weg, vielleicht gerade wegen diese "Fehlinformation"? Aber hier noch einige auf denen ich bisher gelesen hatte:







Und danke für eure Hilfe!
 
  • Hybriden aus Wild- und Hauskatzen? Beitrag #5
Zeit für einen langen Text ;-)

Die Frage, ob Du ihn richtig behandelt hast, kannst Du nicht am Gentest festmachen:

1. Kann der auch nur eine Wahrscheinlichkeit für die Zuordnung liefern.
2. Sagt der nichts darüber aus, welche Gene tatsächlich zur Ausprägung kommen.

Komplexe Verhaltensweisen, wie das Sozialverhalten, werden immer von sehr vielen Genen bestimmt. Statistisch kann man wohl sagen: Ein Hybride aus Wild- und Hauskatze hat vielleicht beide Grundausstattungen jeweils zur Hälfte erhalten. Er hat also einen Anteil, der ihn zum Einzelgänger machen würde und einen Anteil, der ihn zum sozialen Tier macht.
Soweit die Statistik. Der Einzelfall sieht anders aus. Jedes Elterntier steuert ja nur einen Chromosomensatz bei. Die für das Verhalten notwendigen Gene sind aber nicht zwingend vollständig auf diesem einen Strang angelegt.
Dann kann die Mischung andere Wirkungen haben, als die Summe der Einzelgene. Dazu kommen unterschiedliche Dominanzgrade von Genen. Und natürlich spielt auch der Zufall und die Umwelt eine Rolle.

Folglich können die speziellen Bedürfnisse nicht vorausgesagt werden.

Ein Hybrid aus Hauskatze und Wildkatze kann das sozialste Tier der Welt, oder ein absoluter Einzelgänger sein. Oder wahrscheinlicher: irgendeine Abstufung dazwischen. Bis auf die extremsten Ausprägungen, findest Du diese Abstufungen auch bei „normalen“ Hauskatzen.

Kleiner Exkurs:

Hybriden sind selten. Wie selten genau, darüber streiten die Experten. Allerdings leben beide Katzenarten sein 2000-2500 Jahren im gleichen Lebensraum. Seltene Einzelfälle werden schnell zu sehr wahrscheinlichen Ereignissen, wenn man große Zeiträume betrachtet.

Beispiel: Die Chance, dass Dich ein Asteroid erschlägt ist verschwindend gering. Weil Du nur etwa 80 Jahre alt wirst. Würdest Du vielleicht 30 oder 60 Millionen Jahre alt werden, stehen Deine Chancen schon besser. (oder schlechter, je nach Betrachtungsweise ;-) )

So auch bei Katzen. Nach so langer Zeit der Parallelexistenz würde ich davon ausgehen, dass in fast jeder Wildkatze auch ein Anteil Hauskatze steckt und umgekehrt. Wie hoch der Anteil im Einzelfall ist, kann man aber nicht vorhersagen.

Zurück zum Text:

Tendenziell hat ein Hybride erst mal dieselben Bedürfnisse, wie seine beiden Vorfahren. Wenn wir annehmen, dass die Extremausprägungen unwahrscheinlicher sind als die gemischten, einfach weil es dabei wesentlich mehr Möglichkeiten gibt, sollte ein großer Teil der F1: Hybriden (1. Generation) noch deutliche Wildtiereigenschaften aufweisen. D.h. Sie sind, je nach Stammrasse, nicht unbedingt sozial (die Europäische Wildkatze ist z.b. Einzelgänger), ihr Fluchtradius ist wesentlich größer, die Aggression auch. Der Bewegungsdrang und die Reviergröße sind mit einiger Wahrscheinlichkeit größer als der einer Hauskatze.
Auch beim Futter kann es zu Unterschieden kommen. Der Darm einer europäischen Wildkatze ist im Mittel nur 2/3 so lang, wie der einer Hauskatze. Da man ihn nur am toten Tier abmessen kann, besteht immer die Gefahr der Fehlernährung.
Auch die Zähmung von Wildtieren ist nicht ganz einfach.

Die Wildtiereigenschaften nehmen statistisch im Lauf der Generationen natürlich wieder ab. Sie können aber als Einzeleigenschaften auch in späteren Generationen immer wieder durchbrechen.

Deshalb kann man niemals vorhersagen, welche exakten Bedürfnisse eine Katze, egal ob Hybride oder nicht, hat.

Beispiel:

Bengalkatzen sind Hybriden (Asiatische Leopardkatze und Hauskatze) . Viele Halter haben Probleme mit ihnen, auch weil sie den Bewegungsdrang und den Jagdtrieb der Katzen falsch eingeschätzt haben.
Auf der anderen Seite hat hier im Forum letztens jemand ein Video gepostet, in dem seine Tochter mit zwei Bengalen spielt, als wären sie Puppen. Ein Wildtier hätte dem Kind das Gesicht zerfetzt, genau wie meine beiden Hauskatzen. Die Bengalen blieben allerdings ruhig.

Neben den Genen gibt es nämlich noch einen ganz großen Punkt: Die Sozialisation.
Eine Hauskatze, obwohl eigentlich sozial, wird zum Einzelgänger, wenn man sie zu lange allein hält. Das ist sicher nicht gesund, führt aber dazu, dass ihre Bedürfnisse ihrer Genausstattung widersprechen.

Deshalb würde Dir ein Gentest, oder eine genauere Vermutung über die mögliche Hybridgeneration überhaupt nichts nützen.

Die Bedürfnisse Deiner Katzen musst und kannst Du nur durch Beobachtung herausfinden, auch wenn es bei einigen Rassen sicher Häufungen zu dem ein oder anderen Verhalten gibt.

Jede Katze ist anders, und manche etwas mehr. Ich halte es, wie bereits gesagt, für unwahrscheinlich, dass er ein Hybrid war, außer in dem Sinne, das wahrscheinlich alle Katzen Spuren der anderen Art in sich tragen.
 
  • Hybriden aus Wild- und Hauskatzen? Beitrag #6
Danke Argon und Saurier!
 
  • Hybriden aus Wild- und Hauskatzen? Beitrag #7
Ich habe von einer Studie gehört, wo man mittels Kratzpfosten bzw. spezieller Holzpfosten Haarproben von Wildkatzen gesammelt hat und die genetisch untersucht hat und erstaunt war, wie wenig Hybriden es gibt, Wildkatzen sind einfach sehr, sehr scheu und meiden menschliche Siedlungen recht weitläufig, so dass es nur sehr selten überhaupt zu Begegnungen zwischen Wildkatzen und Hauskatzen kommt. Die meisten verwilderten Hauskatzen sind ja doch eher Kulturfolger und Wildkatzen hingegen sind Kulturflüchter.

Bengalen werden ja schon seit 30 Jahren gezüchtet, da ist in vielen Linien, Gott sei dank, so gut wie kein Wildblutanteil mehr vorhanden.
 
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