Danke, cappupat,
für Dein Mitgefühl, meines hast Du natürlich auch, auch wenn ich es nicht ausdrücklich schrieb.
Zu der Angst vor erneutem Verlust - ja, ich habe es auch kurz gedacht: Bloß nicht wieder ein Tier, das man wieder verlieren kann. Unsere Katze wurde nicht mal vier, Eure sogar nur eins. Das ist schon richtig schlimm!
Andererseits: Unser Kater davor war 16 Jahre bei uns.
Wir, also meine Familie und ich, haben hier, wo wir leben, keine besonders großen Gefahren, eher im Gegenteil: Bei uns sind die Voraussetzungen für Freigänger eigentlich perfekt. Manchmal ist es einfach nur Pech.
Einen Gedanken hatte ich noch wegen der nachts geschlossenen Katzentür: mein Gefühl war immer, dass die Gefahren eigentlich tagsüber für Katzen größer sind. Tagsüber fahren - zumindest bei uns - letztlich mehr Autos als nachts. Nachts ist es auch geräuschärmer, so dass die Katze Gefahren früher hören kann. Nachts fahren keine Erntefahrzeuge, die Katzen können nicht versehentlich von Umzugsfahrzeugen oder dem Postauto als blinder Passagier mitgenommen werden, keine Leute sperren sie versehentlich in ihren Gartenhäusern oder im Keller ein etc.
Ich hatte immer den Eindruck, nachts sei es sicherer für Freigänger.
Und letztlich ist die Wahrheit ja meist, dass wir in der Regel noch die längere Lebenserwartung haben als unsere Katze und wir somit irgendwann sowieso zwangsweise loslassen müssen, da wir sie überleben. Natürlich müssten wir auch loslassen, wenn wir zuerst sterben. Aber, wenn wir so alt oder so krank wären, dass wir annehmen müssten, die Katze überlebte uns, wir würden sie vermutlich gar nicht anschaffen. Ich würde es zumindest immer so machen, dass mein Tier nicht meinen Tod verkraften muss und dann vielleicht zu schrecklichen Menschen kommt, ins Tierheim gebracht wird oder Ähnliches.
Mein Fazit für mich in unserer derzeitigen Lage ist, dass wir immer der Gefahr des Verlustes der geliebten Wesen ausgesetzt sind und der Abschied so oder so früher oder später eintreten wird. Aber zwischenzeitlich können wir sehr viel Freude miteinander haben. Ich möchte die wunderbaren drei Jahre und 11 Monate mit meiner allerliebsten Maus nicht missen. Sie hat uns so viel über die bedingungslose Liebe gelehrt. Ich werde sie immer lieben, sie bleibt immer mein Tier und sie hat immer einen großen Platz in meinem Herzen, genau wie ihr Vorgänger, mit dem wir 16 schöne Jahre hatten.
LG Seidenschnabel