Gestern war es soweit, ich musste mich von meinem inzwischen recht kleinen Häufchen Elend Leo verabschieden.
Er ist stolze 17 1/2 Jahre geworden und hat mich über die Hälfte meines Lebens begleitet.
Mit 13 habe ich ihn und seine Schwester Daisy bekommen und wollte damals nichts mehr als endlich meine beiden Tiger in die Arme zu schließen.
Ich habe sie so abgöttisch geliebt. Sie waren immer da, wenn es mir schlecht ging, haben 3 Umzüge mitgemacht. Daisy verstarb schon vor 3 Jahren für uns ganz plötzlich. Bei Leo rechneten wir jetzt schon länger damit. Es ist zwar nich sooo schlimm wie bei Daisy, trotzdem fällt das loslassen so unendlich schwer.
Ich weiß das wir das richtige getan haben und habe auch keine Schuldgefühle. Er konnte einfach nicht mehr. Zwar konnte er mit der Schilddrüsenüberfunktion gut leben, allerdings bin ich mir sicher, dass er auch noch ein Nierenversagen dazu bekommen hat, da er innerhalb der letzten 2 Wochen sehr abgenommen hat und viel trank. Allerdings haben wir uns auch immer gesagt, dass wir an ihm nichts mehr machen lassen werden. Da er mit seiner Schilddrüse und Athrose schon genug zu kämpfen hatte und er mit seinem Alter auch nicht mehr gerade jung ist.
Als er aber nur noch wackelig durch die Wohnung torkelte und teilweise einfach nur abwesend über seinem Wassernapf hockte, brach es mir fast das Herz. Das war nicht mehr mein aufgeweckter kleiner Teddy, der alles und jeden freudig begrüßte.
Als er dann von der Ärztin die Spritze zum einschlafen bekam, sachte er in Sekunden auf meinem Arm zusammen, so schwach war er schon. Allerdings atmete er auch nochmal ganz tief und befreit ein, als würde endlich aller schmerz von ihm fallen.
Jetzt liegt er hier auf dem Sofa in seiner roten Kuscheldecke.
Er wird eingeäschert und kommt zu seiner Schwester in die Urne.
Bei Daisy haben wir den Fehler gemacht uns sie zu schnell zum Krematorium gebracht. Da ich aber so funktioniere, dass ich erst richtig Abschied nehmen kann, wenn ich nicht mehr funktionieren muss, für mich bin und zur Ruhe komme, war es die Hölle.
Leo noch hier liegen zu haben und jederzeit noch zu ihm zu können, beruhigt mich ungemein.
Gestern abend lag ich 5 Stunden einfach neben ihm. Habe mit ihm geredet und ihn gestreichelt, wie wir es oft gemacht haben. Er sieht aus als würde er schlafen und hat einen endlich völlig enstannten Ausdruck im Gesicht. Ich habe geheult wie ein Schlosshund, obwohl ich bis da dachte, dass es mir bei ihm leichter fällt, da sein Tod nicht so plötzlich gekommen ist, wie bei Daisy.
Ich hoffe ich kann ihn später ohne riesiges Geheule beim Krematorium abgeben.
Es tut mir gut, mich hier mit euch auszutauschen und ich bin so dankbar für die gemeinsamen Jahre mit ihm und für dieses Forum.
Die letzten beiden meiner Großeltern sind dieses Jahr gestorben und jetzt auch noch Leo, alles Lebewesen, die einen großen Teil meiner geliebten Kindheit ausgemacht haben. Evtl. macht mir diese Sache auch einfach noch Angst, dass alles Leben vergänglich ist. Ich habe noch 3 weitere Stubentiger und frage mich in solchen Situationen, bist du eigentlich bescheuert ein Haustier aufzunehmen, wenn du genau weißt, dass du diesen Schmerz noch mind. 3 x durchmachen wirst.....aber dann denke ich wieder an die schönen Stunden und Tage die ich mit ihnen hatte und mir wird gleichzeitig warm und traurig ums Herz. Außerdem weiß ich ja auch, dass dieser Schmerz irgendwann weniger wird.
LG Tini