Hallo liebe Forumsmitglieder,
ich habe mich soeben hier angemeldet, weil mein Freund und ich gerade ziemlich verzweifelt sind.
Zur Vorgeschichte: 2011 nahmen wir zwei ältere Katzen bei uns auf, Uschi (acht Jahre, Persermix) und Emilio (fünf Jahre, Maine Coon). Uschi war von Anfang an angeschlagen, da sie mehrere chronische Erkrankungen hatte und der Vorbesitzer sich nicht darum gekümmert hatte. Emilio hingegen war topfit.
Im April diesen Jahres verschlimmerten sich Uschis Beschwerden und wir mussten sie einschläfern lassen. Sie und Emilio hatten - anscheinend - keine sehr innige Beziehung, sie mochten sich zwar, aber jeder ging meistens seinen eigenen Weg und sie lagen selten zusammen oder kuschelten. Doch nach Uschis Tod hat Emilio sich extrem verändert, er fraß nur noch wenig und zog sich zurück. Da er schon immer eher passiv war und ein großes Ruhebedürfnis hatte, ließen wir ihn in Ruhe, bis wir feststellten, dass er abgenommen hatte. Er wog immer 6,6 kg, auf einmal waren es nur noch 5,9 kg.
Beim Tierarzt wurde dann ein Blutbild gemacht, das zeigte, dass welche der Leberwerte leicht erhöht waren, woraufhin wir ihm die Globulis "Flor de piedra" zu den Mahlzeiten geben und erst mal abwarten sollten. Bis auf den Gewichtsverlust schien er auch völlig gesund, also befolgten wir den Rat der Tierärztin, er fraß dann auch wieder mehr.
Zwischenzeitlich sind wir umgezogen und mussten uns auch einen neuen Tierarzt suchen. Als wir dort das erste Mal waren, stellte sich heraus, dass Emilio noch mehr abgenommen hatte und wir bekamen zusätzlich zu den Globulis noch das Medikament "Hepatiale", wovon wir ihm jeden Tag eine Tablette geben sollten und den Hinweis, dass man das Futter umstellen müsste, um die Leber zu schonen. Da Emilio schon wieder kaum fraß, war das nicht möglich, wir waren froh, wenn wir überhaupt etwas in ihn hineinbekamen.
Nachdem er über die Weihnachtstage auf einmal gar nichts mehr fressen wollte und sich offensichtlich auch vor dem Futter ekelte, das er sonst mochte, waren wir nun wieder bei unserem neuen Tierarzt und es wurde ein Ultraschall gemacht. Dabei stellte sich heraus, dass die Leber auf einer Seite, also einer der beiden Leberlappen, völlig zerfressen von einer Leberzirrhose ist. Laut Arzt ist es gut möglich, dass Emilio aus psychischen Gründen, wegen Uschis Tod, keinen Appetit mehr hatte und daraufhin die Leber anfing, das Fett aufzunehmen, wodurch sich eine Fettleber entwickelte. Er wiegt nun noch 4,7 kg und fühlt sich sehr abgemagert an, ansonsten ist er aber noch fit. Der Arzt hat uns die Prognose gestellt, dass Emilio noch allerhöchstens ein halbes Jahr habe und meinte, dass man gegen dieses fortgeschrittene Stadium nichts mehr tun könne, da der andere Leberlappen, der momentan noch in Ordnung ist, nicht in der Lage sein wird, die Aufgaben der Leber zu übernehmen und die Leberzirrhose somit fortschreiten wird, bis es zum Leberversagen kommt. Wir sollen nun regelmäßig kommen, um ihm Infusionen geben zu lassen und damit könne er noch einige Wochen oder sogar Monate leben, aber eine andere Chance bestehe nicht mehr.
Nun fragen wir uns, warum weder er noch die Tierärztin vorher auf die Idee kam, einen Ultraschall zu machen bzw. das Problem ernster zu nehmen, wenn dies wohl der typische Verlauf einer Lebererkrankung ist. Bisher hieß es immer, der hat halt was mit der Leber, das kann man mit dem richtigen Futter wieder in den Griff bekommen, mehr wurde auch nie gemacht. Das Wohl von Emilio steht an allererster Stelle für uns, wir werden es sicherlich nicht hinauszögern oder ihn mit sinnlosen Behandlungen quälen, momentan geht es ihm, wie gesagt, bis auf das Abnehmen scheinbar gut, er frisst nach den Infusionen immer viel und hat Interesse an allem. Wir sind froh über jeden Tag, den er noch mit uns verbringen kann, wollen aber auch nicht warten, bis er leidet und haben einfach Angst, jetzt etwas falsch zu machen. Ich wollte deshalb mal fragen, ob hier im Forum jemand Erfahrungen mit dieser Erkrankung gemacht hat oder uns irgendwelche Tipps geben kann.
Vielen Dank und liebe Grüße,
Chrissi