Ihr lieben Leute. Eigentlich hab ich genug Sorgen. Ich möchte Euch trotzdem auf etwas aufmerksam machen: als Forenleser und -schreiber neigt man dazu, andere Schreiber in Schubladen stecken zu wollen. Guter Katzenhalter, schlechter Katzenhalter, dumm und naiv, schlau und überlegt, etc. Ihr wisst, was ich meine. Seid bitte vorsichtig damit - kein Mensch passt in eine Schublade. Kein einziger! Würden wir uns gegenüber sitzen oder sogar kennen, wären hier ganz andere Worte gewählt worden, da bin ich sicher.
Bei mir ist es beispielsweise so (und ich dachte, das hättet Ihr aus meinem Text herauslesen können): ich habe einzig und allein für meinen Kater nach neuem Katzenfamilienzuwachs gesucht. Nur für ihn. Damit es ihm besser gehen sollte, denn er war hochdepressiv, lethargisch, und wer weiß, wie es geendet hätte, wenn ich nicht schnell gehandelt hätte. Den Kater, der übermorgen kommt, habe ich nach tagelangem Suchen gefunden, wohlweißlich habe ich einen jungen Kater genommen, denn a) können junge Katzen Älteren wahnsinnig gut tun, weil diese dann wieder mehr am Leben teilhaben und sich oftmals von der Lebensfreude anstecken lassen, auch wieder aktiver sind und b) einen Kater, der ebenfalls kastiert ist und sehr ruhig vom Charakter her sein soll. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen und nach ausführlichen Recherchen gehandelt. Es wird OFT eine junge Katze empfohlen, eine, die noch Welpenschutz genießt und deren Charakter sich noch bildet. Stellt Euch vor, man setzt zu einem depressiven Opa noch einen zweiten Opa dazu. Wozu? Soll der ihn ans Leben erinnern? Ein Kind, das spielt und animiert, ist da wesentlich besser geeignet. Googelt mal "junge Katze zu altem Kater". Die Ergebnisse sind überwiegend positiv, auch von renommierten Seiten.
Ich hätte niemals meinem Kater eine ausgewachsene, fremde Katze vor die Nase gesetzt, denn er rennt auch draußen panisch weg, sobald sich ihm eine fremde (erwachsene) Katze nähert. Bei uns war seine Schwester (!) die Revierverteidigerin und wesentlich aktiver und aggressiver gegenüber anderen Tieren als er. Soviel schonmal dazu.
Zudem erklärte ich bereits, dass meine junge Kätzin die neue Chefin ist, mehr Haudegen und Raufbold geht nicht! Obwohl sie noch nicht einmal halb so groß ist wie mein Kater. Sie ist einfach so.
Man kann weder uns Menschen noch die Tiere verallgemeinern und vor allem (!) nicht verurteilen! Jeder ist wieder anders. Auch muss man die ganze Vorgeschichte kennen, um eventuell einen Rat zu erteilen. Dieses Forum soll doch HELFEN und nicht verurteilen und mit Steinen werfen, oder nicht? Und in meinem Fall ist das wirklich absolut unangebracht. Ich lebe seit bald 13 Jahren mit Katzen zusammen und liebe sie wahnsinnig. Ich handle stets sehr überlegt. Manchmal kommt es eben anders, als man denkt - habt Ihr das wohl noch nie erlebt?
Nebenbei bemerkt, die beiden schlafen seit gestern meistens zusammen auf dem Kratzbaum oder auf unserem Notfallbett im Schlafzimmer. Zusammen!!! Wer sich jetzt ärgert, weil es eben doch geht, dem ist nicht mehr zu helfen. Ich bin zuversichtlich, dass es mit dem Spanier noch besser wird. Und das nächste Mal frage ich lieber Menschen um Rat, denen ich gegenüberstehe. Und Ihr lasst vielleicht mal die ein oder andere Schublade zu und zieht die Möglichkeit in Erwägung, dass die Welt doch besser ist, als Ihr denkt
