10jähriger Kater hat Beißattacken, wenn ihm etwas nicht passt

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PinkFlamingo

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Hallo liebes Forum!

Ich bin neu hier und wende mich an euch auf der Suche nach Rat.
Es geht um Onyx, den 10-jährigen Kater meiner Mutter, der uns mittlerweile echt Sorgen macht.
Leider ist er total unberechenbar und drückt Unzufriedenheit oder Unwillen dadurch aus, dass er beißt. Dafür fallen mir 3 Beispiel-Situationen ein:

1) Er ist extrem schwierig was das Futter betrifft. Wenn man ihm etwas "vorsetzt", was er an dem Tag gerade nicht möchte, frisst er nicht und läuft solange unruhig durch die Wohnung bis er meine Mutter dann irgendwann beißt. Manchmal schnappt er ihr "nur" ins Hosenbein, manchmal springt er ans Bein und beißt sich so doll fest dass sie blaue Flecken davonträgt. Er will also scheinbar mit aller Gewalt durchsetzen, dass er etwas anderes zu fressen bekommt, doch meine Mutter will nicht ständig so ein Theater veranstalten. Sie müsste jedes Mal zig verschiedene Sachen aufmachen oder sogar zubereiten, bis mal das richtige dabei ist.
Phasenweise frisst er nämlich sogar nur wahlweise rohes oder angebratenes Hähnchenfleisch. Wenn er wieder so unruhig ist, hat meine Mutter schon solche Angst vor den Attacken dass sie ihn rausschickt (ist Freigänger).

2) Er beißt ebenfalls, wenn ihm Körperkontakt zuviel wird. Wenn er ganz entspannt auf dem Sofa liegt und man ihn krault, was er auch erst sichtlich genießt, wird es ihm dann aber irgendwann zuviel. Nur gibt er keinerlei Signal, sodass man es nicht erahnen kann und dann sofort gebissen wird. Und er schnappt nicht nur einmal zu, sondern beißt sich fest sodass man tiefe Löcher von seinen Reißzähnen im Arm hat. Mittlerweile ist es deshalb so, dass wir uns kaum noch trauen ihn anzufassen.

3) Damit einher geht auch, dass er morgens in aller Herrgottsfrühe raus möchte um sein Geschäft zu erledigen (macht am liebsten draußen, hat aber auch drinnen ein Klo). Er schnurrt meiner Mutter dann ins Ohr um ihr zu signalisieren dass sie ihn rauslassen soll, aber wenn es ihm nur ein kleines bisschen zu lange dauert, springt er ihr an den Arm oder sogar den Kopf und beißt drauflos.

Man kann also definitiv ein Muster erkennen: wenn er unzufrieden ist, etwas nicht möchte oder zu lange dauert, wird gebissen. Warum tut er das? Und viel wichtiger, was kann sie tun damit er das nicht mehr macht? Er bekommt jetzt seit einiger Zeit schon Bachblüten und soll im Großen und Ganzen auch entspannter geworden sein, doch die Attacken wenn er mit dem Futter mäkelt gibt es weiterhin.

Vielleicht ein bisschen zu seiner Vorgeschichte:
Onyx ist leider damals viel zu früh von der Mutter getrennt worden, da weder die Besitzer der Mutterkatze noch meine Mutter es besser wussten. Er kam von einem jungen Paar, deren Katze scheinbar nicht kastriert war und irgendwann trächtig vom Freigang wiederkam. Ich glaube, dass er um die 6 oder 8 Wochen alt war. Mit den Beißanfällen fing er aber erst an, als er schon ein paar Jahre alt war. Als er noch ganz klein war, war er auch einmal sehr krank und wäre fast nicht durchgekommen, ich glaube es war ein Magen-Darm-Virus. Auch heute hat er noch einen empfindlichen Magen, er erbricht des öfteren mal, aber keine Haarballen sondern einfach das Futter wieder aus. Ansonsten ist er laut TA in sehr gutem Gesundheitszustand. Letztens musste er einen entzündeten Zahn gezogen und Zahnstein entfernt bekommen. Für sein Alter ist er fit und da er so viel draußen rumturnt auch nicht zu dick. Kastriert wurde er im Alter von 9 Monaten.

So, entschuldigt den langen Post, ich wollte einfach so viel Hintergrundinfos geben wie möglich, damit vielleicht irgendjemandem irgendwo etwas auffällt! Ich würde mich sehr über Ideen und Anregungen freuen, wie man ihm und meiner Mutter das Zusammenleben etwas erleichtern könnte.
Ein schönes Wochenende wünsche ich allen!

Grüße,
Vivien
 
22.01.2016
#1
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Genau das kenne ich!
Das ist echt nervig, aber nicht unlösbar...[emoji4]

Aaaalso, aus meiner Erfahrung weil ich hier auch so ein Exemplar habe (hatte!!!), neee, der wird nicht "zickig" weil er etwas nicht möchte, sondern weil er sich schlicht langweilt!!!
Und das mit dem Futter ist wahrscheinlich das Gleiche...einfach Frust!

Ich hatte das auch mit Mio. Unverhofft wurde gebissen, gekratzt oder beides auf einmal. Oft im schönsten Schmusen.
Es war echt fies. Manchmal hab ich mich wirklich weg gesetzt weil ich Angst hatte!

Und dann kam Merlin. Zufällig und nicht geplant. Aber es war im Nachhinein das Beste was uns passieren konnte, und ich war erstaunt wie anders Mio wurde.
Erst wurde der Kleine angeknurrt und gehauen, aber nach kurzer Zeit waren die beiden dickste Katerfreunde, haben trotz Altersunterschied prima zusammen gerauft und geputzt, und Mio ist uns immer seltener, und nun gar nicht mehr angegangen.
Ihm hat schlicht jemand zum raufen und damit auch zum Spannung abbauen gefehlt.

Es gibt zwar noch Katze Monty, aber das ist halt ein Mädchen. Und Mädchen sind halt keine Katerkumpel...[emoji57]
Aber damals wusste ich es auch nicht besser.

Merlin ist erst im Juli eingezogen, und Mio hat sich um 180 Grad gedreht!
Und der war, nach menschlicher Sicht, echt garstig!
Das Einzige...der Altersunterschied war bei mir etwas unglücklich gewählt. Das wusste ich allerdings vorher auch nicht. Mio ist auch schon 10 Jahre. Aber es ist zum Glück gut gegangen.

Nun weiß ich ja das die meisten Leute gern der Meinung sind das Katzen am besten allein gehalten werden, und schwer vom Gegenteil zu überzeugen sind.
Aber mach dich mal schlau was das für ein Quatsch ist, du wirst staunen! [emoji6][emoji4]
 
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PinkFlamingo

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Wow, das überrascht mich jetzt echt. Ich hätte alles vermutet, aber keine Langeweile... So bis vor einem Jahr war er jede Nacht draußen und hat tagsüber drinnen geschlafen. Aber jetzt ist er ja schon etwas älter und man merkt, dass er meistens nachts nicht mehr raus will, vor allem im Winter nicht oder bei schlechtem Wetter. Da schläft er dann nachts bei meiner Mutter im Bett. Also er wird generell schon viel "fauler", deswegen hätte ich nicht gedacht dass er Langeweile haben könnte. Er kann ja auch immer raus und unternimmt auch im Haus Erkundungstouren. Er kennt die Wohnungen aller anderen Mieter, den ganzen Keller und ebenso im Haus nebenan, wo meine Oma wohnt. Auch draußen macht er echt große Touren, also läuft sehr weit, und trifft die anderen Katzen der Nachbarschaft.

Ich habe auch schonmal angesprochen, dass er bestimmt anders (geworden) wäre, wenn noch eine 2. Katze da wäre, aber meine Mutter behauptet immer steif und fest er würde andere Katzen nicht dulden. Das fußt aber nur darauf, dass ab und zu Katzen aus der Nachbarschaft im Garten auftauchen und er diese dann solange anfaucht bis sie abhauen. Einmal saß eine fremde Katze in einem Baum und ging von allein nicht mehr nach Hause sondern flitzte immer bei meiner Mutter in die Wohnung. Die hat er auch nur in einer Tour angefaucht. Von daher ist sie dafür glaube ich nicht empfänglich, wahrscheinlich würde sie sogar sagen dass es sich nicht mehr "lohnt", weil er ja schon älter ist :a015:
 
Drei Fellchen

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Raus ist egal, das kann Mio hier auch!
Natürlich kloppt er fremde Katzen im Revier weg. Ist ja normal.
Aber ein Kumpel Zuhause ist halt doch etwas anderes.
Und wenn man sich vorher schlau macht klappt das auch.
Keine Katze ist freiwillig ein Einzelgänger!!!
Sie werden nur von uns dazu gemacht...!

Und zu der Langeweile...Mio ist sooo faul, schlimmer geht es gar nicht. Trotzdem sage ich das er so garstig war weil er nicht ausgelastet war.
Mit dem Kleinen rauft er am liebsten auf dem Rücken liegend, aber ich bleibe dabei...seit Merlin da ist, ist er echt gechillt!
Wir dürfen ihn jetzt sogar am Bauch anfassen! Noch nicht sooo lange, aber früher hätte uns der 1/2 Arm gefehlt!!!
Ich sag ja nicht dass das die "Wunderheilung " ist, aber die Parallelen zwischen dem was du schilderst und meinem Mio sind schon erstaunlich...! [emoji57]

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Und zu "lohnt sich nicht mehr"...wie gesagt, Mio ist auch schon 10, wird 11 Jahre! [emoji6]
 
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_hannibal_

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Hi,

langweile spielt bestimmt auch eine Rolle aber ich glaube auch dass sein Frustgrenze super niedrig ist. Es hört sich so an als wäre er super verwöhnt und total verhätschelt. Und Katze lernt sehr schnell was sie tun muss um das zu bekommen was sie will. Und wenn sie mit kratzen und beißen weiter kommt und keine Konsequenzen dadurch entstehen dann klappt ja alles was er will.

Wie konsequent ist denn deine Mama?
 
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Das wollte ich auch gerade fragen...[emoji57]

Und stimmt, wenn die Frustgrenze niedrig ist, wird halt gekratzt und gebissen.

Bei uns war es aber glaube ich nicht etwas erreichen wollen, sondern einfach nur unzufrieden sein.
 
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PinkFlamingo

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Zur Konsequenz...wenn er meine Mama attackiert, brüllt sie ihn an, schmeißt ihn raus in den Garten und beachtet ihn erstmal nicht, also lässt ihn nicht wieder rein. Macht das Sinn oder muss sie das ganz anders angehen? Denke auch dass er verwöhnt ist, aber wie kriegt man das jetzt noch raus?

@Drei Fellchen: Ist ja witzig, raufen und gleichzeitig chillen wollen ? 2 wunderschöne Jungs hast du da. Was ist der Dunkle für eine Rasse, Ragdoll? Tja ich werde es ihr auf jeden Fall nochmal ans Herz legen mit der Zweitkatze. Im TH gibt es ja sicher einen auch schon älteren Kater, der noch zum Raufen aufgelegt ist.
 
Drei Fellchen

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Sehr vernünftige Idee! [emoji6]
Aber denkt ja nicht das es gleich die große Liebe wird! Das kann eine Menge Knurren und hauen geben.
Besser wäre da vielleicht wegen dem Alter ein Kater von einer Pflegestelle. Die kennen die Tiere besser weil es da "kleiner" ist.

Schwierig ist es wohl eher deine Mama zu überzeugen?
Aber vielleicht mag sie sich hier ja mal informieren was es für ein Quatsch ist Katzen allein zu halten?

Zum anbrüllen und rausschmeißen...haben wir auch gemacht weil wir es nicht besser wussten. Heute schäme ich mich dafür.
Wenn schon ohne Alternative, besser ignorieren.

Der Mio mag wohl wie ein Ragdoll o.ä. aussehen, ist aber ein echter Lastrami, also ein Mix...[emoji6]
Der Kleine ist ein Sibirier.
 
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PinkFlamingo

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Das mit der Pflegestelle ist ein guter Tipp! Da kann man sich ja vorher intensiver besprechen, wer am besten zu Onyx passen würde. Aber ja, leider wird es denke ich sehr schwierig meine Mama zu überzeugen. Sie ist die Generation die immer geglaubt hat dass Katzen Einzelgänger sind. Ich selbst weiß auch dass es Quatsch ist.

Also sollte sie einfach, wenn er "fordernd" wird, einfach ignorieren, auch wenn er dann attackiert? Versteht er das dann so, dass ihm das angreifen auch nichts bringt?
 
_hannibal_

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Ich bin für Ignoranz, anfauchen oder anpusten. Wobei ich bei dem Kater mit dem pusten vorsichtig wäre.
Am besten aufstehen und gehen wenn er auf der Couch angreift, anfauchen und weggehen wenn er beim stehen angreift.

Zum Füttern: Will er das Futter nicht wird es sofort weggenommen und nach einer Stunde nochmal angeboten, und das immer wieder.
 
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Ich bin für Ignoranz, anfauchen oder anpusten. Wobei ich bei dem Kater mit dem pusten vorsichtig wäre.

Am besten aufstehen und gehen wenn er auf der Couch angreift, anfauchen und weggehen wenn er beim stehen angreift.



Zum Füttern: Will er das Futter nicht wird es sofort weggenommen und nach einer Stunde nochmal angeboten, und das immer wieder.

Jupp, genau so! [emoji4][emoji106]

Ja, einfach alles "was weh tut"
ignorieren!
Selbst der kleine Merlin hat schon gelernt Krallen und "Aua" sind doof, da will kein "Mensch" mehr spielen.

Zur Erklärung falls du es nicht kennst...anpusten ist so wie anfauchen unter Katzen...[emoji6]
 
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PinkFlamingo

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Vielen Dank schonmal für die Tipps. Ich habe meiner Mama direkt weitergegeben, dass sie ihn richtig anfauchen und dann weggehen soll, wenn er sie wieder angreift. Das mit dem Futter macht sie wohl schon seit kurzem so und wird es auf jeden Fall weiter so versuchen.

Zum Thema Zweitkatze hat sie gesagt, dass das finanziell schwierig werden würde. Sie ist aufgrund einer Erkrankung Frührentnerin, sodass das ein durchaus gültiges Argument ist ?
 
_hannibal_

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Hi,

das ist schonmal gut dass sie konsequent ist.

Und zur Zweitkatze. Er ist jetzt 10 Jahre alleine und ist mit sicherheit schon zum Einzelgänger geworden. Auch wenn mich jetzt hier ein paar verteufeln, aber in dem Alter kann man auch theoretisch viel zerstörten wenn da noch eine Katze dazu gesetzt wird. Außerdem ist er Freigänger und kann sich jederzeit zurück ziehen wenn er keinen Bock mehr hat, da dauert eine Vergesellschaftung meistens noch viel länger.

Wäre er jetzt jung, würde ich es für sehr wichtig halten eine zweite Katze zu holen, aber in dem Alter ist das Kind das schon in den Brunnen gefallen und man riskiert auch einiges.

Klar wäre es schön aber die 10 Jahre alleine sein schrecken auch etwas ab vor einer Zusammenführung. Ich seh das jetzt als nicht ganz so wichtig, wie bei einer jungen Katze.
 
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