Meine Fragen und Gedanken zum Thema Freigänger und deren Tod

Diskutiere Meine Fragen und Gedanken zum Thema Freigänger und deren Tod im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Katzenfreunde; Ich muss mir das jetzt mal von der Seele schreiben und vielleich hat hier auch schon leider jemand damit Erfahrungen gemacht und unterhält sich...
  • Meine Fragen und Gedanken zum Thema Freigänger und deren Tod Beitrag #1
_hannibal_

_hannibal_

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Ich muss mir das jetzt mal von der Seele schreiben und vielleich hat hier auch schon leider jemand damit Erfahrungen gemacht und unterhält sich darüber mit mir.

Ich weiß dass es kein schönes Thema ist aber es beschäftigt mich.

Jedes mal wenn Hannibal wieder so krank ist und Tage lang wie ein Haufen Elend im Haus verbringt stelle ich mir immer wieder ein paar Fragen bzw habe ich Gedanken die mir durch den Kopf gehen. Die muss ich jetzt einfach mal los werden. Ich hab so keinen mit dem ich mich drüber unterhalten kann oder will.

Katzen merken anscheinend sehr oft wenn es so weit ist?
Sie verlassen anscheinend oft ihr Revier zum sterben?
Wonach suchen Sie sich ihren Platz aus?
Finde ich den Platz bzw finde ich meine Katze dann noch?
Kann die Bindung zum Menschen einen Freigänger dazu bringen heim zu kommen zum sterben?
Werde ich es merken wenn es so weit ist?
Ist es gut wenn sich die anderen Katzen von ihm verabschieden können?
 
  • Meine Fragen und Gedanken zum Thema Freigänger und deren Tod Beitrag #2
Guten Morgen,

ganz genaue Antworten kann ich dir leider auch nicht geben. Ich kenne Besitzer die haben ihre Katze nicht mehr gefunden, andere schon. Wonach die Katze sich ihren Platz aussucht würde mich zwar auch interessieren, aber kann das überhaupt jemand beantworten?

Ob wir es merken, ich denke das hängt von der Katze ab, sie sind Meister im Schmerzen verstecken, ich möchte behaupten, wenn meine Katze nicht gerade eine schwere Krankheit hat, werde ich zumindest nicht gleich ans Sterben denken.

Ob es gut ist das sie sich verabschieden können, das Thema hatten wir in einem anderem Threat, ich komm gerade nicht auf den Namen. Das muss jeder für sich entscheiden, ich persönlich sage dazu aber nein.

lg Juli
 
  • Meine Fragen und Gedanken zum Thema Freigänger und deren Tod Beitrag #3
Ja Katzen merken wenn sie sterben müssen und ich glaube es kommt auf die Katze an, wohin sie geht.

Der uralte, halbwilde Hofkater, von gegenüber und ich hatten eine lockere Freundschaft geschlossen.
Er lag gern auf unserer Terrasse und blieb auch liegen, wenn ich genug Abstand hielt.
Eines Tages stand er neben mir, schmiegte sich an meine Beine und ließ sich kraulen. :shock:
Das war das erste und einzige Mal, das er sich anfassen ließ, danach kam er nie wieder.
Erst nachträglich habe ich begriffen, das er sich damit verabschiedet hat.
Er hat sich seinen speziellen Platz zum Sterben gesucht und ist einfach verschwunden. :-(

Zum Verabschieden, ich habe es einmal verbockt und würde es jetzt auf jedem Fall machen, wenn es möglich ist.

Mein Sternekater Johnny wurde überfahren, von dem einzigen Auto, das in 2 Stunden vorbei fuhr. :cry:
Ich saß da mit Johnny auf dem Arm und heulte, als sein Kumpel Dicky kam und zu Johnny wollte.
Mein Mann hielt Dicky auf und brachte ihn rein, ich nahm das nur halb wahr.
Wir beerdigten Johnny und Dicky war danach unruhig, maunzte und suchte überall nach Johnny.
Tagsüber war er kaum noch Zuhause, vorher waren Beide fast nur auf unserem Grundstück.

Abends kam er aber immer pünktlich Heim, dann 3 Wochen später , tauchte er nicht auf.
Ich raus und da lag Dicky vor der Katzenklappe, maunzte und konnte die Hinterbeine nicht mehr bewegen.
Er hatte sich trotzdem bis nach Hause geschleppt, leider waren seine Verletzungen zu schlimm und ich habe ihn über die Regenbogenbrücke geschickt. :cry:
Vielleicht hätte Dicky sein Revier nicht vergrößert und würde noch leben, wenn wir eine Verabschiedung zugelassen hätten.
Ich habe jedenfalls das Gefühl, schuld an seinem Tot zu sein.
 
  • Meine Fragen und Gedanken zum Thema Freigänger und deren Tod Beitrag #4
_Hannibal_ schrieb:
  1. Katzen merken anscheinend sehr oft wenn es so weit ist?
  2. Sie verlassen anscheinend oft ihr Revier zum sterben?
  3. Ist es gut wenn sich die anderen Katzen von ihm verabschieden können?

Fragen, die wir uns in den letzten Jahren leider sehr häufig gestellt haben. In dem Zusammenhang auch die quälende Frage, wie weit man die medizinische Versorgung sowohl diagnostisch als auch therapeutisch denn treiben sollte, wann und ob überhaupt eine Euthanasie ggf. zwingend angebracht erscheint.
Die Antworten sind naturgemäß nicht allgemeingültig. Wie könnte es auch sein, sind doch unsere Schätzchen absolute Individualisten, zudem ist die Bindung zu den Beziehungspersonen sehr unterschiedlich.

All unsere Katzen sind (waren) Freigänger, unterschiedliche Werdegänge.
  1. Unterschiedlich, bei starker Bindung zum Menschen scheint immer noch die Hoffnung vorhanden zu sein, dass die "Grossen" es wieder richten. Erst beim finalen Gang, der sich durch das menschliche Verhalten sehr deutlich den Kleinen mitteilt, werden sie es merken (so bei unserem Katerchen, den Du, _Hannibal_, in dankeswerter Weise mit mir betrauert hattest. Nochmals vielen Dank, hat mir sehr geholfen).
  2. Ich habe im Gegenteil den Eindruck, dass sie nicht ihr Revier verlassen, sondern bei starker Bindung immer zum Menschen kommen. Und ja, man merkt es, denn schmusiger und anschmiegsamer ist er nie gewesen.
  3. Keine Ahnung. Die anderen Katzen haben schon im Vorfeld sehr genau mitbekommen, dass eine ernste Krankheit vorlag. Insofern war der Tod auch eine fast schon zwangsläufige Entwicklung, die relativ schnell überwunden wurde (ganz im Gegensatz zu uns Zweibeinern, die ihre Lieblinge über Jahre hinaus betrauern)


Merken wir Menschen eigentlich, wenn es soweit ist? Meine Antwort hier wäre ein sehr deutliches "Jein", Manche wissen es, Andere halten sich in einem ungezügelten Optimismus (?) für unsterblich und vertrauen den Ärzten bzw. dem Schicksal, dass der Kelch doch noch einmal an ihnen vorüber gehen möge.
 
  • Meine Fragen und Gedanken zum Thema Freigänger und deren Tod Beitrag #5
Hallo,

zum Thema verabschieden könnte ich mir aber auch vorstellen dass sich die Katzen leichter tun, da sie doch bestimmt verstehen/merken sie dass eine aus ihrem Rudel tod ist? Vereinfacht das nicht die Situation? Sie trauern doch auch, evtl sagt Ihnen der Instinkt dass es so leichter wird?

Spaddel, du bist bestimmt nicht Schuld. Woher solltest du denn sowas wissen? Das hätte auch passieren können wenn deine Katze vorher nicht gestorben wäre :-(


_Hannibal_ schrieb:
  1. Katzen merken anscheinend sehr oft wenn es so weit ist?
  2. Sie verlassen anscheinend oft ihr Revier zum sterben?
  3. Ist es gut wenn sich die anderen Katzen von ihm verabschieden können?

Fragen die man garnicht so recht beantworten kann, daher hoffe ich auf Erfahrungen.

Fragen, die wir uns in den letzten Jahren leider sehr häufig gestellt haben. In dem Zusammenhang auch die quälende Frage, wie weit man die medizinische Versorgung sowohl diagnostisch als auch therapeutisch denn treiben sollte, wann und ob überhaupt eine Euthanasie ggf. zwingend angebracht erscheint.
Die Antworten sind naturgemäß nicht allgemeingültig. Wie könnte es auch sein, sind doch unsere Schätzchen absolute Individualisten, zudem ist die Bindung zu den Beziehungspersonen sehr unterschiedlich.

Ich hoffe das hier der Menschenverstand mit dem Herz übereinstimmt und man für seine Lieblinge den richtigen Zeitpunkt wählt. Hier ist es mir wichtig einen guten Tierarzt zu haben, der einen unterstützt und nicht versucht die Katze sinnlos am Leben zu halten.

All unsere Katzen sind (waren) Freigänger, unterschiedliche Werdegänge.
  1. Unterschiedlich, bei starker Bindung zum Menschen scheint immer noch die Hoffnung vorhanden zu sein, dass die "Grossen" es wieder richten. Erst beim finalen Gang, der sich durch das menschliche Verhalten sehr deutlich den Kleinen mitteilt, werden sie es merken (so bei unserem Katerchen, den Du, _Hannibal_, in dankeswerter Weise mit mir betrauert hattest. Nochmals vielen Dank, hat mir sehr geholfen).
  2. Ich habe im Gegenteil den Eindruck, dass sie nicht ihr Revier verlassen, sondern bei starker Bindung immer zum Menschen kommen. Und ja, man merkt es, denn schmusiger und anschmiegsamer ist er nie gewesen.
  3. Keine Ahnung. Die anderen Katzen haben schon im Vorfeld sehr genau mitbekommen, dass eine ernste Krankheit vorlag. Insofern war der Tod auch eine fast schon zwangsläufige Entwicklung, die relativ schnell überwunden wurde (ganz im Gegensatz zu uns Zweibeinern, die ihre Lieblinge über Jahre hinaus betrauern)

Schön wenn ich dir etwas helfen konnte dabei. Es wichtig das man Menschen hat, die einen verstehen. Auch wenn ich in dem Fall nur ein Name ohne Gesicht bin, hab ich doch sehr mitgelitten.

Ich würde behaupten das Hannibal und ich eine sehr starke Bindung haben. Ich kann es bis jetzt immer nur am krank sein oder an verletzungen festmachen. Denn dann kommt er immer zu mir und sucht mich und meine Nähe.

Merken wir Menschen eigentlich, wenn es soweit ist? Meine Antwort hier wäre ein sehr deutliches "Jein", Manche wissen es, Andere halten sich in einem ungezügelten Optimismus (?) für unsterblich und vertrauen den Ärzten bzw. dem Schicksal, dass der Kelch doch noch einmal an ihnen vorüber gehen möge.

Mein guter Freund wusste es glaub ich. Er hatte Krebs und Nierenversagen und es gab keine Hoffnung mehr. Wir wohnten 160km entfernt. Ich bin in dem letzten Jahr,so oft es ging zu ihm gefahren und jedes Mal haben wir uns verabschiedet mit "Mach keinen Mist, wir sehen uns nochmal". War echt übel für mich ihn zu besuchen, wenn man genau weiß dass er bald nicht mehr da ist. Aber ich musste hin, das hätte ich nicht fertig gebracht meine Angst ernster zu nehmen als ihn. Er hat sich immer bedankt dass ich da war, weil sich wo viele Menschen von Ihm abgewendet haben.
Beim letzten Besuch hat das keiner mehr gesagt, wir haben uns einfach nur ganz lange gedrückt und ich bin weinend heim gefahren. Er schenkte mir noch eine Glaskugel, die er kaufte als er bei mir auf Besuch war, mit den Worten: "Damit sie dort ihren Frieden findet, wo sie her kam"

Ja auch hier wird es bei Tieren unterschiedlich sein. Mir geht es aber nicht um plötzliche Todesfälle. Sondern um Fälle in denen man (durch was auch immer) weiß dass das Tier bald sterben wird.
 
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  • Meine Fragen und Gedanken zum Thema Freigänger und deren Tod Beitrag #6
Ich hoffe das hier der Menschenverstand mit dem Herz übereinstimmt und man für seine Lieblinge den richtigen Zeitpunkt wählt. Hier ist es mir wichtig einen guten Tierarzt zu haben, der einen unterstützt und nicht versucht die Katze sinnlos am Leben zu halten.
Der richtige Zeitpunkt ist genau der Kern. Man hofft ja immer, dass der Arzt eventuell noch ein Mittel findet, damit noch einige Zeit ein erträgliches Leben möglich ist. Persönlich setze ich diesen Zeitpunkt im Gegensatz zu meiner Frau scheinbar immer viel zu spät an. Die Folge ist eine endlose Reihe von Selbstvorwürfen – hätte man nicht…oder vielleicht doch....

Und in punkto Tierarzt: beim unserem vorletzten Kätzchen hat die Tierklinik so ziemlich alle Untersuchungen vorgenommen. Für unsere kleine Diva schmerzhaft und das Vertrauen zu uns zerstörend, für den Klinikbetreiber aber recht lukrativ. Nach einigen Tagen in dieser Klinik hatten wir die letztlich eine Katze, noch kränker und total verängstigt. Mussten sie nur einen Tag später von einem anderen Arzt, der uns schon Wochen vorher dringend eine Euthanasie empfohlen hatte, einschläfern lassen.
Oder der Fall, dass wegen einer schon verheilten Hornhautverletzung (der Klinik war zu dem Zeitpunkt nicht bekannt, dass der Kater OP-versichert war) zunächst eine Salbe verschrieben wurde (mit sehr gutem Erfolg), beim nächsten Besuch und der nunmehr bekannten OP-Versicherung derselbe Arzt eine Operation vorschlug.

Ein guter Tierarzt – schwer zu finden und in meinem Fall, derweil ich von der Materie im humanmedizinischen Bereich wenig (sehr wenig) Ahnung habe, auch leider noch mit einem gewissen Misstrauen betrachtet.

Schön wenn ich dir etwas helfen konnte dabei.
Ja, dass konntest Du!
Mein guter Freund wusste es glaub ich………
Sowas kenne ich. Aber man kommt drüber weg.
Ich würde behaupten das Hannibal und ich eine sehr starke Bindung haben.
Umso mehr drücken wir (Streuner, Philosophia (Bild unten), Fritz) Dir die Daumen und Pfoten, dass noch viel, viel Zeit bis zum Abschied vergeht!

 
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