Pflegekater zeigt aggressives Verhalten

  • Autor des Themas JaneRiva
  • Erstellungsdatum
J

JaneRiva

Beiträge
1
Reaktionen
0
Ich starte gleich mal mit einem Problem in das Forum.

Ich selbst habe 2 Kater und einen Hund und bin was Katzen angeht nicht unerfahren.
Ich habe schon viele Katzen kennengelernt und auch schon welche mit der Hand aufgezogen.

Nun, seit 2 Wochen habe ich einen wirklich hübschen Pflegekater (bin aktiv im Tierschutz)
Er ist 4 Jahre alt und ein roter, langhaariger, großer Brummer :)
Er kommt ursprünglich aus der Ukraine und lebte dort auf der Straße.
Er ist verschmust, zutraulich und stubenrein, weswegen ich davon ausgehe das er nicht immer auf der Straße gelebt hat.

Heute wurden ihm kaputte Zähne
gezogen und mein Tierarzt meinte, die Zähne seien kaputt weil man ihn wohl getreten hat oder verletzt hat :(
Also ein Indiz dafür, dass er wohl auch ziemlich üble Erfahrungen mit menschen hat.

Nun zu meinem Problem.
Er kratzt und beißt nämlich immer wieder mal. Meine Hände und mein Gesicht haben Kratzspuren von dem kleinem Rabauken.

Er mag es nicht am Bauch gestreichelt zu werden oder das sein Schwanz berührt wird, da haut er das akzeptiere ich auch vollkommen.
Aber er haut mich auch wenn ich ihn streichel, erst genießt er es total und dann schlägt oder beißt er plötzlich zu.
Dann legt er sich zum Beispiel nah an einen dran, auf die Brust oder in den arm und schläft dort. Selbst wenn man nicht streichelt kann es passieren das er einen plötzlich beißt oder kratzt, gerne ins Gesicht.
Oft knurrt er auch bei den Beispielen kurz davor, doch er knurrt und geht so schnell in den Angriff das ich es nicht schaffe mich rechtzeitig zu schützen.

Gut ich bin recht kratzresistent. Auch wenn es weh tut und ich mich erschrecke, ich nehme es ihm nicht übel.

Sein Verhalten führe ich auf seine schlechten Erfahrungen zurück . Ich denke er genießt die nähe zu menschen, findet es schön aber erinnert sich vielleicht daran wie schlecht Menschen mit ihm umgegangen sind und haut dann zu.

Die Frage ist nun, wie kann ich ihm helfen? Dass er lernt ihm passiert nichts, wir tun ihm ja nichts aber er uns, leider.
Ich ignoriere sein Verhalten aktuell einfach... ich höre auf ihn zu streicheln und nehme ihn bin mir runter und das wars.

Nur so sehe ich ihn nicht vermittelbar. Denn die wenigsten Leute verzeihen Tieren wenn sie ihre Menschen angreifen.

Tipps, Fragen oder Erfahrungen wären toll!
 
20.02.2016
#1
A

Anzeige

Gast

Schau mal hier: Pflegekater zeigt aggressives Verhalten . Dort wird jeder fündig!
Pyriel

Pyriel

Beiträge
79
Reaktionen
1
Hallo JaneRiva,

erstmal Willkommen hier im Forum!

Ich glaube er muss erst wieder richtig vertrauen zu Menschen aufbauen.
Das wir Zeit, Geduld und viel Liebe brauchen!

Das er sich nicht am Bauch kraulen lässt ist einfach zu erklären.
Der Bauch ist eine Stelle die empfindlich ist und wo er leicht verletzt werden kann. Er hat in der Zeit, als er auf der Straße lebte, gelernt diese Stelle zu schützen.
Viele Katzen mögen es aber auch einfach nicht am Bauch gekrault oder gestreichelt zu werden.
Es gibt da also nur zwei Möglichkeiten, entweder es fehlt noch an Vertrauen oder er mag es einfach nicht!

Und zwei Wochen neu in einer Fremden Umgebung zu sein ist weder leicht noch ist es lange genug das er seine negativen Erfahrungen los lassen und richtig vertrauen kann.
Es wird einfach Zeit und viel Geduld brauchen.

Liebe Grüße
 
fridolinchen

fridolinchen

Beiträge
12.447
Reaktionen
214
Du hast die Katze jetzt doch erst seit zwei Wochen. Sie kommt von weit her, hat dort auf der Straße gelebt. Hier in D wurden ihr die Zähne gezogen, sie wird in ein für sie total neues Umfeld mit ihr komplett neuen Katzen gesetzt. Der neue Halter geht forsch auf sie zu.
Da wunderst du dich, dass sie nicht sofort am Bauch gekrault werden möchte? :-?
 
Zuletzt bearbeitet:
Spaddel

Spaddel

Beiträge
8.731
Reaktionen
41
Achte mal auf seine Schwanzspitze wenn er schmust, sobald du ein leichtes Zucken siehst fass ihn nicht an, oder setz ihn runter.
Das erspart dir wenigstens die Angriffe.

2 Wochen sind nicht sehr lange und er hat viel hinter sich, es kann sein das sich das mit Liebe und Zuwendung ändert.
Es kann aber auch sein, das er das nie wieder los wird, egal was du machst.
Schlechte Erfahrungen sitzen ganz schön fest, auch wenn du dir noch so viel Mühe gibst.

Mein Micky ist auch so, als Kitten viel zu jung eingefangen weil er Katzenschnupfen hatte und sonst gestorben wäre.
Erst sucht er Nähe, findet es toll und kann seine Gefühle nicht verarbeiten.
Die Schwanzspitze zuckt und ich nehme die Hände weg, dann bleibt er liegen und alles ist gut.
Würde ich ihn weiter kraulen, dann hätte ich auch Krallen und Zähne in den Händen. :roll:

Wenn du ihn vermitteln willst, wird es viel Geduld und Aufklärung für passende Dosis brauchen.;-)
 
Jahira

Jahira

Beiträge
519
Reaktionen
9
Na erstmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Pflegefellchen.
Ich musste eben etwas schmunzeln: Du hast sehr schön unseren Schnitzel-Kater (mein Avatar) am Anfang unseres gemeinsamen Lebensweges beschrieben … :mrgreen:

Er ist ein ehemaliger Streuner, vermutlich von einem Bauernhof zu uns abgewandert. So wie er sich anfangs verhielt, schien er Menschen zwar zu kennen, ihnen aber aus gutem Grund nicht zu trauen. Einerseits suchte er unsere Nähe, anderseits hat er uns regelmäßig, zum Teil unvermittelt, angegriffen.

Wenn er das Gefühl hatte, ihm oder einer anderen Katze im Haushalt würde es nicht gut gehen (typischen Szene: Eine Katze tat ihren Unmut kund, weil einer von uns sie zwecks Medikamentengabe festhalten musste) griff er an. Wenn wir Besuch bekamen, hatten wir ein kätzisches Pulverfass im Haus. Hier haben letztlich nur Zeit und Geduld geholfen.

Immer, wenn man ihn zu unruhig gestreichelt hat oder wenn irgendetwas ihn begeisterte, pushte er sich so, dass er regelrecht „explodierte“. Erkennbar an der zuckenden Schwanzspitze / Rücken. Da hat geholfen, sehr auf ihn zu achten und möglichst ruhig mit ihm umzugehen, sobald er nervös wirkte. Auch hilfreich: Anfangs nur kurze Schmusemomente und ihn dann wieder eine Weile in Ruhe lassen. Dann enden diese Situationen für Euch beide positiver ;-)

Wenn er Dich als Kumpel ansieht, dann kann es durchaus sein, dass er mit dir raufen/Kampfkuscheln will (die Übergänge sind da fließend). Da kann es schonmal handfester zugehen. Bei Schnitzel hat erstaunlich gut ein deutliches „NEIN“ geholfen, wenn er mich angegangen hat (Biss in den Arm, alle 4 Pfoten mit ausgefahrenen Krallen zum Festhalten und Kratzen). Sobald er den Biss gelöst hat, habe ich ihn gelobt.

Heute, nach 3 Jahren, ist er ein freundlicher Zeitgenosse, der für sein Leben gerne auf dem Sofa pennt und Besucher direkt mal anschmachtet (unseren Freunden raten wir dann aber immer noch zur Vorsicht …). Häufig kuschelt er sich in der Armbeuge ein oder liegt auf meiner Schulter/Halsbereich. Manchmal packt ihn beim Kuscheln noch der erwähnte Übermut, aber 1.) ist er deutlich vorsichtiger geworden: Er knabst nur ein bisschen und beißt nicht mehr richtig (und die Krallen bleiben drin). Und 2.) lässt er auf ein „Nein“ hin direkt los. Ich denke, er wusste einfach nicht, dass Menschen nicht so robust sind, wie Katerkumpel :mrgreen:

Ich möchte Dir damit Mut machen: Mit Geduld und Vertrauen lässt sich viel erreichen. Gib ihm Zeit und dränge ihn nicht. Und gerade die Katzen, deren Vertrauen man sich hart erarbeiten muss, geben es um ein vielfaches zurück!
 
goya

goya

Beiträge
8.826
Reaktionen
2.128
Hallo, ich muss zugegeb das ich schon von Katzen gehört habe die sich gerne am Bauch kraulen lassen, ich persönlich kenne aber keine. Meine Strecken den Bauch nur in die Luft wenn sie schlafen, oder kappeln möchten.
Ansonsten kann ich mich dem Tip mit den kurzen Streicheleinheiten nur anschließen. Lass ihn auf dich zu kommen, in seinem Tempo.
 

Neueste Beiträge

Ähnliche Themen