Kater attackiert Katzensitter

Tine Toussaint

Tine Toussaint

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Hallo Zusammen,

mein Kater hat am Wochenende unsere neue Katzensitterin vergrault. Das ist auch schon die Zweite. :-(
Vielleicht fange ich einfach mal von vorne an.

Luy, unser Maine Coon Kater, ist 7 Jahre alt und lebt seit 2 Jahren bei uns. Er kommt aus schwierigen Verhältnissen. Meine Schwester war die Vorbesitzerin. Sie hat mit Luy eine Zeit weit weg von zuhause gewohnt und ist jedes Wochenende mit ihm in der Bahn gependelt. Als es darum ging, wieder zurück in die Heimat zu ziehen, ist Luy dann erst mal bei meinen Eltern
und ihren beiden Hunden eingezogen. Dort wohnte er dann eine Weile und ist dann mit meiner Schwester zu ihrem neuen Lebensgefährten gezogen. Dieser war leider sehr rabiat zu Luy und hat ihm aus meiner Sicht schlimme Dinge angetan. Als meine Schwester dies bemerkte, hat sie Luy wieder zu meinen Eltern gebracht und ist kurz danach ausgezogen. Bei uns hat Luy ein relativ ruhiges Leben. Nach etwa 5 Monaten Eingewöhnungszeit haben wir noch eine zweite Katze zu uns geholt und die beiden verstehen sich die meiste Zeit auch wirklich gut.

Nun aber zu unserem eigentlichen Problem. Luy vergrault uns einen Katzensitter nach dem anderen! Er attackiert, faucht, kratzt, schreit und versperrt die Türen. Er reagiert weder auf Leckerlies noch auf die Wasserpistole oder gutes Zureden ihrerseits. Jetzt ist es sogar soweit gekommen, dass er ihr das Bein blutig gekratzt hat. :shock: Zum Glück weiß sie, dass Luy so ein Problemkater ist, aber dass Ausmaß hatte von uns niemand erahnt. Wir selber und auch meine Schwester haben ihn noch nie so erlebt! Er ist wie eine Katze beim Katzenkampf. :c020: Wir haben es am letzten Wochenende zufällig über die Webcam mitbekommen. Bei seiner Züchterin, die dann eingesprungen ist, hat er es das erste mal auch so gemacht. Als sie ihn aber mit lautem und bestimmendem Ton gemaßregelt hat, hat er ihr anschließend sogar wieder aus der Hand gefressen. Als wir das auf dem Video gesehen haben, dachten wir erst, dass er ein starkes Revierverhalten entwickelt hat. Aber er war gestern sehr angespannt und schreckhaft. Nun sagt mein Bauchgefühl, dass er vor irgend etwas Angst hat.
Hat jemand von euch auch mal diese Erfahrung machen müssen?
 
07.03.2016
#1
A

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Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen.
Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
G

Gustav-Charly

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ich denke da war de richtige Katzensitter noch nicht dabei. So wie zwischen Mensch und Menschen, Katz und Katz ist es auch wichtig das die Chemie zwischen Mensch und Tier stimmt und das wird wohl noch nicht der Fall gewesen sein.
 
_hannibal_

_hannibal_

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So krass nicht. Ich merke es bei unseren dass sie eigentlich nur meine Mama akzeptieren zum füttern wenn wir mal nicht da sein sollten.

Kommt eine andere Person verlassen Sie sofort das Haus und kommen erst wieder wenn die Luft rein ist.

Hat dein Kater ein Versteck in das er sich verziehen kann wenn ein Sitter kommt?
 
Jahira

Jahira

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Moin,

obligatorische Frage vorweg :wink: kastriert ist er oder? Und mal beim Arzt durchgecheckt hattet ihr ihn auch (ob er gesundheitlich ok ist)?

Ansonsten: Wie war es denn, als er zu Euch kam? War er Anfangs auch grantig oder kannte er Euch schon?
Ist die Katzensitterin eine Bekannte von Euch? Also wäre es evtl. möglich mal 2-3 Treffen zwischen Ihr, Euch und der Katze zu arrangieren, damit euer kleines Kampfmonster merkt: Katzensitter = Freund = Darf hier sein?
Gibt es irgendetwas bei den Katzensittern, das euren Kater an die schlimme Zeit erinnern könnte? Dass es da irgendeine fehlgeleitete Verknüpfung gibt?
 
Tine Toussaint

Tine Toussaint

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Also ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass man schon sagen kann, dass die Chemie nicht stimmt.
Davon ab ist unser Katzensitter ein total liebevoller Mensch und geht mit den beiden toll um.
Wenn ihm jemand nicht passt gibt er ihm direkt eine mit, aber ohne Krallen.
Luy kann sich im ganzen Haus verstecken. Einzig und allein mein Nähzimmer bleibt ihm wegen der Angst, dass ich mal eine Stecknadel übersehe, vorenthalten. Die beiden haben mehr Höhlen und Versteckmöglichkeiten, als wir Sitzplätze im ganzen Haus haben.
Ja Luy ist sowohl kastriert, als auch weitestgehend gesund. Er bekommt allerdings Medis gegen Struvitsteine und täglich ein homöopathisches Schmerzmittel, weil er kantige Hüftgelenke hat. Er ist aber mit nichts eingeschränkt. Dazu haben wir auf jeder Etage auch permanent die Feromonstecker in der Steckdose.
Unser Sitter war auch schon ein paar Mal hier. Wenn ich dabei bin, ist das alles auch gar kein Problem. Er geht zu ihr und schnuppert und lässt sich auch kraulen. Aber sobald ich nicht zu Hause bin, Peng...anderer Kater.:shock:

Luy kennt uns seit er ein Kitten war. Er hatte zu mir immer eine ganz besondere Bindung. War ich da, war meine Schwester abgeschrieben und er wich mir nicht von der Seite.
Was mich angeht war er sofort offen, als er bei uns einzog. Mein Mann durfte ihn die ersten 6 Wochen nicht anfassen. Luy musste aufgrund der Misshandlungen erst wieder lernen, dass nicht alle Männer solche Arschl... sind. Inzwischen geht er auch bei ihm kuscheln.
Ein nächstes Treffen ist schon für Mittwoch mit ihr geplant. Und ich werde mich mal mit dem Clickern auseinander setzen, damit wir vielleicht irgendwann einen Weg darüber finden.
Ich habe das mit der Erinnerung auch schon überlegt. Aber da gibt es keine Parallelen. Sie raucht nicht, trinkt nicht, ist nicht laut oder aufdringlich, lässt ihn zu sich kommen und besticht ihn dann mit Leckerlies. Also mir fällt da wirklich keine Verbindung ein. Das Parfum wird es wohl eher nicht sein. ;-)
 
Frigida

Frigida

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Ich würde auf Angst tippen. Er musste schon oft umziehen und ist sicher verunsichert.

Als Sitter besten gar nix machen. Schon gar keine Wasserpistole.
Luy muss sich wohl erst an die Sitterin gewöhnen.

Also würde ich genauso vorgehen, wie man es bei frisch eingezogenen verunsicherten Katzen macht.
Ruhig irgendwo hinsetzen und ihm vorlesen.
Parfüm weg lassen, starke Gerüche können auch schon zu viel sein.

Clickern ist auf jeden Fall eine gute Idee. Das stärkt das Selbstbewusstsein.
Und an eurer Stelle würde ich ihm Zylkene geben und rechtzeitig bevor ihr weg fahrt damit beginnen.
 
goya

goya

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Hallo, da hat euer Kater aber schon einiges mitgemacht. Ich habe jezt erstmal die Frage ob die Catsitter Männer waren und wie er sich gegenüber Besuch verhält.
Wenn der Freund deiner Schwester ihn solche grausamen Dinge angetan hat, hat er bestimmt Angst vor Fremden, insbesondere fremde Männer. Ich denke da muss erstmal wieder Vertrauen aufgebaut werden. Ich würde bei zukünftigen Sittern schauen das vor eurer Abreise der Kater und der Sitter sich schonmal kennenlernen. Umso öfter sie sich vorher sehen, dein Kater von der Person gefüttert wird, Leckerlies bekommt, ihn kämmt etc. umso stärker wird das Vertrauen.
 
Tine Toussaint

Tine Toussaint

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Mit dem Besuch ist es ziemlich durchwachsen. Meine Schwester duldet er, bei meinem Bruder geht er sofort kuscheln obwohl er ihn nie zuvor gesehen hat. Meine Neffen (9 und 13) malträtiert er, sobald er spürt, dass sie Angst haben. Meine Schwiegermutter kriegt auch jedes mal eine um die Ohren gehauen. Vor meinem Vater flüchtet er, wobei das auch berechtigt ist. Mein Schwiegervater ist akzeptiert. Meine Freundinnen werden alle zum Schmusen missbraucht und der Rest wird ignoriert. Also haben wir von allem etwas dabei.
Aufgrund seiner Angst vor Männern haben wir schon in den Sitter-Gesuchen reingeschrieben, dass es ausschließlich Frauen sein dürfen. Unsere Sitterin möchte auf jeden Fall mit den beiden weiter arbeiten. Sie kommt jetzt regelmäßig vorbei und wir beschäftigen uns dann gemeinsam mit den Katzen. Dazu habe ich mir gestern schon einen Clicker besorgt und angefangen mich damit zu beschäftigen.
Was genau ist denn Zylkene? Ist das etwas Homöopathisches?
 
argon

argon

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Zylkene ist ein Milcheiweiß. Welpen können es aus der Muttermilch noch selbst bilden, aber mit der Umstellung auf feste Nahrung ändert sich auch die Verdauungsmethode von Milch. Dabei entsteht dieses Eiweiß dann nicht mehr, die Rezeptoren dafür sind aber weiter vorhanden. Also nicht homöopathisch.

Es mildert die stressbedingte Anspannung. Nicht mehr und nicht weniger. Erlernte Ängste beseitigt es nicht. Allenfalls kann es das Tier offener für neue Erfahrungen machen.
 
goya

goya

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Man kann das Tier aber auch Homöopathisch oder mit Schüsslersalzen unterstützen. Bekannt sind zum Beispiel die Rescuetropfen. Duftstecker mit Hormonen können ebenfalls hilfreich sein. Die verströmen ein Wohlfühlhormon welches Katzen auch beim Markieren nutzen.

Ich glaube der Weg mit der Zusammenarbeit der Sitterin wird ihm gut tun. Vielleicht lernt er dann wieder mehr den Menschen zu vertauen.
Alles Gute
 

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