Hallo liebe Katzenfreunde,
Ich bin neu hier, ich weiss einfach nicht wo ich mit meiner Trauer hin soll..
Seit ich klein bin haben wir Katzen, meist Notfälle, welche meine Mutter großgezogen hat.
Auch ich kam auf den Geschmack von Schmusekatzen und holte mir meine erste eigene Katze "Winnie", sie war 7. Wochen alt und wurde von einer Streunerkatze im Gewächshaus unserer Nachbarn zurückgelassen. Sie wurde fit und wuchs hervorragend heran, zusammen mit ihr der Kater meiner Mutter(ihr Bruder), welcher heute noch als Freigänger sein Dasein geniesst.
Beide waren Freigänger und als sie ca. Ein Jahr alt wurde fand ich sie auf der Treppe mit schlappem Körper, kraftlos und das an Weihnachten. Wir hofften auf ein Weihnachtswunder, brachten sie zum Tierarzt, allerdings mussten wir sie dort einschläfern lassen, da sie scheinbar vergiftet wurde. Meine Welt brach zusammen und ich dachte nicht an eine neue Katze..
Doch als wir 6Monate später im Tierheim nach einem Spielkameraden für ihren Bruder suchten, sah ich ihn: Nero, ein ca 6 Jahre alter Main-Coon, auf einem Auge blind,vereinsamt und verwahrlost, auf seinem Schild stand "kratzt, unfreundlich" , aber er tat mir furchtbar leid. Im Tierheim wurde er von den anderen Katzen fertig gemacht und sah furchtbar deprimiert aus. Er war 3 Monate bei mir , blühte auf, freundete sich mit den vorhanden Katzen an. Doch bei einem Tierarzttermin stellte sich heraus, dass er Leukose fortgeschritten und Katzenaids hat, daher auch seine körperlich "verwahrloste" Verfassung. Wir beschlossen ihn nicht weiter leiden zu lassen und ihn einzuschläfern..( Das er schon krank im Tierheim war ist eine andere Geschichte, zu der ich denke ich einen genauso langen Text verfassen könnte)
Ich nahm mich wenig später einem kleinem Stubentiger an , welchen ich Charly taufte. Charly liegt gerade auf der Fensterbank und döst.
Zuhause lebte er mit den anderen Katzen zusammen, war allerdings kein Freigänger. Da er von Kleinauf andere Katzen gewohnt war, dachte ich nach meinem Umzug und da ich berufstätig bin, dass er wieder Gesellschaft brauch. Meine Mutter hatte eine Bekannte , bei der kleine Katzen ausgesetzt wurden, welche noch die Flasche alle 4 Stunden brauchten. Mein Freund und ich nahmen uns einer Kleinen an , welche geimpft(1.) und entwurmt war. Nach dem Tierarzt war sie ungefähr 6 Wochen alt, da sie nie die Mutter genossen hatte und schon seit der 2. Woche Aufzuchtsmilch trank, war sie relativ zierlich. Ich beobachtete dies. Vor einer Woche holten wir also die kleine Rotweisse Katze , welche wir liebevoll Chloe tauften. Nach kurzem Gefauche akzeptierte Charly sie. Ich gab ihr immer die Flasche und den halben Tag schlief sie auf meiner Brust. Sie war für mich wie ein eigenes Kind, obwohl wir sie nun nur 1 Woche bei uns haben konnten.(Das macht es vermutlich nur noch schlimmer..) Vielleicht versteht jemand die Trauer nicht, wenn man so kurz verbunden war , aber unsere Beziehung war so innig.Heute um kurz vor 7 schrie sie sehr laut. Wir wachten auf und mein Freund holte sie raus, sie war sehr schlapp und zog ihren Kopf krampfartig nach hinten, während ihr Körper zuckte. Ich war wie im Schock und wusste nicht wie ich reagieren sollte, ich rief die Frau an von der wir sie hatten( da sie öfters Katzenbabys aufgrund einer Aussetzung aufziehen muss) und sie meinte wir sollen sie 30 Minuten am Bauch kraulen und Warm einwickeln. Dies taten wir, aber es war furchtbar mitanzusehen. Ich rief beim Notdienst an , dieser war telefonisch nicht erreichbar. ca 10/15Min später hörte sie auf zu atmen. In dieser Zeit hätten wir es nicht zum Notdienst geschafft, doch ich mache mir Vorwürfe falsch gehandelt zu haben. Vielleicht hätte sie es geschafft, wenn wir direkr gefahren wären, so hat sie eine Stunde um ihr Leben gekämpft..
Nur wir warteten ab, da sie am Mittwoch einen Schwächeanfall hatte und wir da sofort los sind und es ihr keine 30min später wieder besser ging. Die Frau(von der wir sie haben) sagt, dass das bei kleinen Katzen passieren kann und sie Impfung und Entwurmung vlt nicht gut aufgenommen hat. Sie hatte Durchfall, welches wir mit einem Mittel bekämpften und ihr zudem Hähnchen und Reis dagegen anboten. Sie nahm alles gut an und Freitag hatte sie keinen Durchfall mehr, welcher Samstag dann wieder einsetzte .Es ist nur schwer zu verstehen, dass sie auf einmal weg ist weil sie gestern noch top fit herumgeturnt ist. Ich habe Angst, dass ich etwas falsch gemacht habe und sie deswegen gestorben ist.. Ich weiss nicht, ob das jemand verstehen kann, aber ich hoffe es.
Wir haben sie heute morgen beerdigt und es tut so weh, so einen kleinen Wurm unter die Erde zu bringen.Eine Obduktion kommt für mich nicht in Frage , doch es ist schrecklich diese Ungewissheit.. Langsam hab ich das Gefühl, dass es an mir liegen muss, da normalen Menschen doch nicht so viele Tierleben genommen werden.
An eine Zweitkatze möchte ich jetzt gar nicht mehr denken, auch aus Angst sie verlieren zu können.
Für mich bleibt sie mein kleiner Wurm.., was bleibt ist die Ungewissheit und die drückende Leere sowie Erinnerungen in der Wohnung.
Lg und Sorry für den langen Text, doch meine Trauer ist so gross..
Charly123