Hallo Nadine,
ich möchte mal für deinen Freund eine Lanze brechen.
Du schreibst selbst, dass Bonnie unsauber war und dass dieser Umstand für deinen Freund unbeschreiblich schlimm war. "Schweinestall" hat er sogar gesagt.
Am anfang war es für ihn schon eine große überwindung aber nun liebt er die Katzen auch von ganzem Herzen. Der verlust von Bonnie war für ihn unglaublich schwer.
Es war viel arbeit mit ihr da sie sehr unsauber war. Was für ihn natürlich unbeschreiblich schlimm war. Es gab ihm das gefühl "im schweinestall" zu wohnen, seine Worte.
Ich würde das durchaus ernst nehmen und nicht als vorgeschobene Gründe abtun.
Es gibt viele Menschen, die mit den ganzen "Nebenerscheinungen" von Katzen nicht klar kommen und das hat auch nicht unbedingt damit zu tun, ob sie mit Tieren aufgewachsen sind oder nicht.
Ich zum Beispiel komme mit Katzenhaaren überhaupt nicht zurecht. Ich entferne Katzenhaare 20-30 Mal pro Tag. Von meiner Kleidung, von den Stühlen, vom Sofa usw.
Ich finde auch, dass das meiste Katzenfutter stinkt. igitt bäh. Zum Glück bekommen meine Katzen Barf, das riecht gut und das ist von mir selbst gemacht.
Auch das Output riecht, daher steht bei uns das Katzenklo auf der Terasse. Und eine unsaubere Katze ist der absolute Super-GAU. Als unsere noch klein waren und öfter mal DF oder Weichpups hatten, war ich nur am Putzen und Desinfizieren. Das wäre für mich auf Dauer unerträglich. Ich würde die Katzen nicht weggeben (Gott bewahre), aber täglich darunter leiden.
Das alles hat auch nichts damit zu tun, ob ich meine Katzen liebe oder nicht. Natürlich liebe ich sie. Das hat auch nichts damit zu tun, ob ich an Katzen gewöhnt bin oder nicht. An bestimmte Sachen kann man sich nicht gewöhnen, egal wie sehr man das Tier / die Tiere liebt. Man kann nur versuchen, vieles an der Situation zu verbessern.
Wenn aber eure Fronten so verhärtet sind, dann kommt ihr auf keinen grünen Zweig. Wenn er sagt, "eine dritte Katze und ich ziehe aus" und du antwortest "eine dritte Katze und du ziehst aus", dann ist das von beiden Seiten quasi eine Kriegserklärung. Das ist keine konstruktive Diskussion.
Ihr hattet ja bisher immer drei Katzen, d.h. er ist dir schon sehr entgegengekommen. Wenn du jetzt dicht machst und seine Befindlichkeit überhaupt nicht ernst nimmst, dann habt ihr als Paar schon halb verloren.
Ich finde es z.B. völlig unwichtig, dass er aus der Türkei kommt und wie man dort Katzen hält. Meine beste Freundin kommt aus Mecklenburg und findet, dass Katzen nach draußen gehören. Soll ich jetzt sagen: "na ja, was will man schon erwarten, sie kommt halt aus Mecklenburg" oder wie? Ein anderer sehr guter Freund kommt aus Hannover und findet ebenfalls, dass Katzen nach draußen gehören. Tja, er kommt eben aus Hannover. ;-) Da sieht man es. Ich finde, Herkunft hat da nicht viel zu sagen, kann aber in einer Diskussion leicht als Angriffsfläche mißbraucht werden. Sorry, ich will dich jetzt nicht angreifen, bitte nicht falsch verstehen. Ich möchte nur sagen, dass wenn dir die Beziehung lieb ist, du die Diskussion konstruktiver gestalten kannst. Ich möchte nur Streitfallen aufzeigen. Auch der Punkt "Männer sind halt so und können mit dem Verlust nicht so gut umgehen, sie können das aber nicht zugeben und dafür erfinden sie andere Gründe", finde ich diskriminierend. Wenn wir, Frauen uns gegen Diskriminierung auflehnen, dürfen wir dieselbe nicht praktizieren.
Ich habe es so rausgelesen, dass dein Freund nicht noch einmal im "Schweinestall" leben möchte. Dann würde ich raten, die Argumente für eine dritte Katze so zu wählen, damit er davon überzeugt wird, dass jetzt geruchs- und sauberkeitstechnisch alles besser wird. Ich würde z.B. empfehlen, auf Barf umzusteigen. Dann riecht es schon mal weniger streng. Und habt ihr eigentlich rausfinden können, warum Bonnie unsauber war? Meistens steckt ja ein gesundheitlicher Grund dahinter.
Also, ich hoffe, du nimmst mir das alles nicht übel. Für die Beziehung bedeutet nicht, gegen eine dritte Katze sein, sondern miteinander besser diskutieren, nicht gegeneinander.
LG
Livi