Hallöle,
Ich wollte euch doch mal erzählen, was ich mit Jerry beim Tierarzt erlebt habe. Falls ich hier falsch bin, bitte ich ums Verschieben!
Ich hab Jerry ja seit etwa einem dreiviertel Jahr, vorher lebte er bei meiner Mutter, die ihn ihrerseits vor knapp elf Jahren von meiner Kusine übernahm (er ist fast zwölf).
Weil ich mir dachte, dass es doch sicher nicht so blöd ist, den Dicken mal einem Tierarzt vorzustellen, machte ich einen Termin aus.
Jerry war bei meiner Mutter nie beim Tierarzt, er kam bereits kastriert zu ihr.
Beim Tierarzt war es recht ruhig, es waren nur die Tierarzt und eine Helferin in der Praxis. Wir mussten noch eine Viertelstunde warten, dann ging es los.
Vor Unsicherheit liess sich Jerry gut händeln, die Tierarzt hörte ihn ab, schaute ins Maul, tastete. Da sie auch zur Blutabnahme riet, sollte er in Narkose gelegt werden, da ich mir nicht sicher war, wie er das aufnehmen würde. Zuhause ist er ja doch sehr bestimmt, was Berührungen und Festhalten angeht.
Also ließ ich ihn dort, ich sollte eine Stunde später wieder kommen, dann wäre er wieder aufgeweckt und abholbereit.
Als ich wieder in die Praxis kam, wartete eine Frau mit ihrer Tochter. Die Arzthelferin erklärte den beiden, worauf sie bei ihrem Kater achten müssten und holte eine Transportbox. Sie sagte noch zu mir, ich solle mich nicht wundern, die Boxen sähen sich sehr ähnlich, die Farben wären nur andersrum. Da ich mir aber sicher war, dass meine so aussah, und auch die anderen beiden unsicher waren, schauten wir doch mal in die Box rein.
Ich sah das Gesicht und dachte noch: also wenn deren Kater so aussieht, verstehe ich die Unsicherheit mit den Boxen, der da drin sah nämlich aus wie Jerry! Das Mädchen sagte dann auch, der hat aber nen kurzen Schwanz, und die Helferin holte zur Sicherheit noch die andere Box.
Ich habe nicht darauf geachtet, wie die aussah, denn was mir aus der Box entgegensah, war ein richtig dicker Bollerkopf mit weißer Blesse auf der Nase!
Wir entschieden uns dann, dass die den Bollerkopf mitnehmen und ich den anderen kriegen würde.
Den hatte sie erstmal wieder in die Untersuchungsräume mitgenommen.
So weit, so irritierend.
Die Arzthelferin erzählte es der Tierarzt, was ich durch die geschlossene Tür hörte, ich wurde dann wieder in die Untersuchungsräume geholt, der Kater, eindeutig meiner, wurde aus der Box geholt...und sie stellten fest, sie hätten nicht nur fast das falsche Tier rausgegeben, nein, sie hatten auch dem armen Kerl, der eine Zahnstein-OP hatte, das Blut abgenommen!
Jerry hatte nur geschlafen...
Das Blut nahmen sie ihm dann noch ab, er war ja trotz Aufwach-Spritze noch etwas bedrüselt, und so richtig lustig fand ich das nicht. Glück für den anderen Kater, sie haben seine Blase leicht ausgedrückt und dabei festgestellt, dass er wohl Diabetes hat.
Letztendlich wurde ich dann von der Ärztin aus dem Raum geleitet, die Tür ging zu, und ich stand da. Allein, keiner in Sicht. Ich wartete einige Minuten, aber weil auch die Arzthelferin nicht kam, um mich abzurechnen, ging ich.
Zuhause hatte ich dann einen Anruf, dass ich wohl vor Aufregung rausgestürmt sei und vergessen hätte, zu zahlen.
Ich habe dann am nächsten Tag bezahlt, und schön war noch, dass sie mir gesagt hatten, ich solle mich nachmittags melden wegen der Blutergebnisse, beim Bezahlen vormittags dann aber gefragt wurde, ob ich noch warten wolle, die Ergebnisse wären schon da, nachmittags wäre auch nur die andere Ärztin anwesend....
Die waren wirklich alle sehr nett da, aber dass sie nicht nur zwei rote Kater vertauscht haben, sondern auch noch falsch untersucht haben, lässt mich überlegen, die Tierarzt zu wechseln....
Übrigens musste ich die Kosten der Narkose nicht zahlen, so belief sich die Rechnung dann "nur" auf ca. 150 Euro.