• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

Ratlos-Krankheit unbekannt

G

garfield.2013

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Hallo liebe Katzenfreunde!
Ich bin seit heute hier angemeldet, da ich euch auch um Rat fragen will, eventuell könnt ihr mir Mut/Hoffnung oder Erfahrungsberichte liefern:)

Zur Vorgeschichte:
Ich bin 19 Jahre alt und besuche z.Z. die 12. Klasse der Fachoberschule; wir wohnen im schönen Braunschweig.
Vor etwa 3 1/2 Jahren haben wir Garfield (europäische Kurzhaar) gefunden. Tatsächlich gefunden, denn er war ein Streuner im Urlaubsort in der Türkei. Nach einem ziemlich bürokratischen Akt und etwas Wartezeit, durften wir den damals etwa 5 Monate alten Garfield im September 2013 nach Deutschland holen:)
Soweit so gut, bis vor zwei Wochen gab es keine gesundheitlichen Komplikationen. Der Tierarztbesuch war auf die Kastration sowie auf die jährlichen Impfungen begrenzt.



Seit dem 8. Januar leidet mein kleiner Tiger aber.
In der Nacht zum 8.01. hat er sich nachts einige Male übergeben; dass er sich übergibt, kommt alle Monate ein paar Mal vor, wir dachten uns dabei nichts allzu Schlimmes.
Erst, als er morgens beim Kot absetzen zähflüssiges Blut ausschied, haben wir den Notdienst aufgesucht.
Dort bekam er eine Mixspritze gegen Übelkeit und spezielles Futter für die nächsten zwei Tage, wir sollten am 10.1 zur Nachkontrolle vorbei kommen. Sein Zustand wurde aber über den Tag nicht besser, sodass wir abends wieder (diesmal, auf Rat unseres Tierarztes einen anderen) Tierarzt aufgesucht haben. Hier wurde er mittels Ultraschall untersucht, abgetastet und ein Bluttest gemacht; es gab nichts Auffälliges. Auch hier wurden wir mit Nachkontroll-Termin am 10.1 entlassen.
Die nacht verlief relativ ruhig, aber die Erkenntnis am Montagabend, dass er seit über 24 Stunden nicht mehr uriniert hat, hat uns erneut in die Praxis gezogen. Wieder Ultraschall, diesmal mit dem Ergebnis: die Blase ist mit über 250ml Flüssigkeit gefüllt. Ihm wurde unter Narkose ein Katheter gelegt und angenäht, wir haben ihn über Nacht dort gelassen (Auch, wenn uns das sehr schwer gefallen ist, da über Nacht keiner in der Praxis ist).



Am nächsten Tag durften wir ihn abholen und von dort an die zwei nächsten Tage, an denen sein Katheter angenäht bleiben sollte, zu Hause betreuen. Den hat er allerdings in der ersten Nacht-trotz Halskrause- selbst gezogen. Da er danach aber auch selbstständig Urin abgesetzt hat, meinte der Arzt bei der Untersuchung morgens, dass wir ab jetzt wieder ruhig schlafen dürfen, Garfield würde es gut gehen:)






Soweit so gut...eigentlich. Alles lief eine ganze Woche lang sehr gut.

Seit Mittwoch Nacht (18. Januar) hat er alles, was er gefressen hat, wieder ausgekotzt. Wirklich alles, selbst die 1-2 Leckerlis sind nach maximal 10 Minuten rausgekommen.. Dass er allerdings noch bemüht war, Nahrung aufzunehmen, hat unser behandelnder Arzt gut eingeschätzt und uns für Freitag (20.1) einen Termin gegeben.
Bis dahin verlief es einigermaßen "normal", er hat sich immer wieder übergeben müssen, war aber ansonsten recht munter, nichts weiter auffälliges. Am Freitag hat er sich am Futter unseres Hundes bedient und dies auch über mehrere Stunden im Magen behalten können.
Unser Termin war um 17:30 Uhr, wir saßen ab 17:00 Uhr im Wartezimmer, da die Praxis immer voll ist und wir Garfield nicht zu lange warten lassen wollte. Kurz bevor wir ins Zimmer gerufen wurden, hat Garfield etwa eine Minute lang sehr laut geschrien. Das hat er zum ersten Mal gemacht und sich im Käfig auch von uns weggedreht..

Wir wurden aufgerufen und haben Garfield aus dem Käfig geholt. Der Kater, der sich vom Arzt normalerweise wegzieht und in meinen Armen versteckt, hat sich auf den Behandlungstisch gelegt. Er hat alles über sich ergehen lassen; abtasten, im weiteren Verlauf dann auch Blut abnehmen lassen.. die Tierärztin (im weiteren Verlauf nenne ich sie TÄ) hat geschockt festgestellt, dass sein Zahnfleisch und seine Schleimhäute Porzellanweiß gefärbt waren.. Zudem war er stark unterkühlt (ich meine, dass es 35,9° waren) Es erschien der TÄ nicht "koscher", also beschloss sie, ihn dort in der Wärmebox zu behalten.

Am nächsten Morgen erfolgte ein Bluttest.. Was deutlich war: Die Anzahl der Leukozyten (weißen Blutkörperchen) waren zu hoch. Viel zu hoch. Und Garfield schien zu wenig rote Blutkörperchen zu haben. Anbei das Ergebnis (das obere Datum ist das Datum des Audruckes, bitte nicht davon irritieren lassen, das Ergebnis ist von der Blutprobe am Samstag, dem 21.01.2017.



Vorläufige Diagnose: Es könnte eine sehr starke Entzündung sein, oder aber eine akute Leukose.
Zu diesem Zeitpunkt hat Garfield an seinem Futter nur noch geleckt, gegen Samstag Nachmittag dann auch getrunken. Aufrecht stehen konnte er nicht mehr, geschweige denn gehen. Er lag nur noch in seiner "Klobox" und hat, wenn nötig, uriniert. Saubermachen konnte er sich natürlich auch nicht mehr.. Sein Fell, welches am Bauch nach der Ultraschall-Untersuchung nachgewachsen war, war klebrig und feucht.
Er bekam Infusionen und Kortison.



Sonntag (gestern) gab es keinen weiteren Bluttest. Wir durften ihn besuchen, er war wie benommen. Ich weiß nicht mal, ob er uns noch kennt.. Es gab auch keine Infusion. Seine Atmung hat rapide zugenommen, aber seine Organe waren alle i.O.. Sein Zustand war schlecht, aber doch einigermaßen stabil.

Heute früh gab es erneut einen Bluttest. Was positiv ist: Leukozyten gehen so langsam in den Normalbereich. Und er bildet rote Blutkörperchen nach.
Negativ: Er leidet unter starker Blutarmut. Das Ergebnis:



Der Verdacht besteht, dass sein Körper als Autoimmunreaktion gesunde rote Blutkörperchen zerstört.
Es konnte nicht gesagt werden, was er wirklich hat. Um festzustellen, ob es tatsächlich Leukämie ist, müsste man eine Rückenmarkpunktation vornehmen, was aktuell nicht möglich ist. Für dies müsste er in Narkose gelegt werden, die würde er nicht überleben.
Seine behandelnden Ärzte (insgesamt 4) haben uns nach dem Okay für eine Bluttransfusion gefragt. Als Spenderkatze würde die Katze einer dort arbeitenden Auszubildenden kommen. Kurzerhand hat Garfield heute also eine Blutspende bekommen. Die scheint er gut vertragen zu haben (lt. Aussage der TÄ) er bewegt seinen Kopf, was vorher nicht der Fall war.

Morgen gibt es vermutlich wieder einen Bluttest.
So lange er keinen Schmerz verspührt, möchten wir ihn nicht gehen lassen. Laut TÄ scheint er keinen Schmerz zu haben.. Aber mir ist auch bewusst, dass die Bluttransfusion die letzte Behandlungsmöglichkeit war..

Kann mir jemand mit Rat oder ähnlichen Erfahrungen weiterhelfen?
 
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Ilvy

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Leider kann ich dir keinen Rat geben aber ganz fest die Daumen drücken für Garfield und euch zusammen...
das hilft hoffentlich..
 
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romulus

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Bitte sprich den TA auf Hämobartonellose (feline infektiöse Anämie) an, hier nachzulesen - eine Möglichkeit wäre es immerhin!
 
catsong

catsong

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Es tut mir sehr leid, dass dein Garfield so krank ist :sad: Für ihn auch eine arge tortour, besonders auch, wenn er ganz allein in der Praxis bleiben muss.

Ich will mit dir hoffen, dass ihm noch geholfen werden kann! Und dass die Ärzte sagen, wenn man nichts mehr machen kann.

Viel Glück!
 
abvz

abvz

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Also klar, bei den Blutbestandteilen sieht es übel aus, die sind aber nunmal sehr unspezifisch, danach könnte es alles mögliche sein.
Bei den Organwerten sind aber deutliche Auffälligkeiten denen jeder Tierarzt eigentlich sofort nachgehen sollte. Da sind eine Menge Werte dabei die folgediagnostik bedürfen. Beim nächsten Bluttest bestehe darauf, dass die diffenrentialdiagnostik für Bauspeichedrüse, Schilddrüse und Leber explizit mitgemacht werden. Falls das nicht schon gemacht wurde, auf den Bildern die Du bereits gepostet hast sind sie nicht dabei.

Da du geschrieben hast er hätte mal starken blutigen Durchfall gehabt und er ja kaum rote Blutkörperchen hat, könnte es theoretisch auch auf innere Blutungen hindeuten, das hätte ein Tierarzt aber sehen müssen im Ultraschall. Dann wäre der Quick Test zu machen, der gibt Aufschluss zur Blutgerinnung falls es eine Vergiftung sein sollte.

Also ich hab jetzt nochmal gelesen, mit welcher Begründung sagt denn TÄ dass die Organe i.O. sein sollen, das ist auf dem Blutbild definitiv nicht der Fall?
Ganz ehrlich ich finde es nicht koscher, nun ist er aber da. Sollten die ihn Euch wieder geben weil sie nichts weiter machen können/wollen, dann geht mit ihm in eine Klinik.
 
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romulus

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Leberwerte sind auf dem zweiten Bogen dabei - ALT und AST - beide stark erhöht.
BSD und SD fehlen, das stimmt.
 
abvz

abvz

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Sind aber nicht ausschließlich der Leber zuzuordnen, aber ja, das wäre das allererste was ein Tierarzt hätte weitertesten müssen. Die Werte sind ja schon heftig erhöht.
 

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