Versteht mich nicht falsch - es gibt definitiv zu viele Katzen, und es gilt dringend dem Problem der verwilderten Katzengruppen Einhalt zu bieten, sowohl um ihrer selbst Willen, als auch den Beutetieren und menschlichen Anwohnern zu Liebe.
Ich finde es im Sinne der Abschreckung aber interessanter, tatsächliche Zahlen zu hören. Als mir gesagt wurde, die Anzahl der verwilderten Katzen werde hier deutlich über 10.000 geschätzt war ich ziemlich geschockt, man sieht schließlich in deutschen Großstädten so gut wie nirgends was von ihnen.
Bei diesen Rechnungen würde ich statt nur der Endergebnisse gerne die angenommenen Faktoren alle kennen. Also: wie alt werden die Katzen durchschnittlich (wie oft wirft sie entsprechend), wieviele Kitten überleben (3 klingt finde ich sehr hoch, vor allem, wenn man die "Totalausfälle" berücksichtigt, bei welchen der ganze Wurf stirbt, weil z. B. die Mutterkatze stirbt), von welcher Umgebung wird ausgegangen (in der Stadt stelle ich mir das Überleben mit mehr Autos und weniger Grünfläche schwerer vor), etc.
Die Rechnungen sehen so aus für mich, als hätte da einfach mal jemand exponentielles Wachstum durch exerziert.
Dabei ist das Wachstum einer realen Katzengruppe ja durch Umweltfaktoren begrenzt. Die Grenze lässt sich natürlich durch zufüttern verschieben (und somit ist die Aussage richtig, dass dies das Katzenelend vergrößern kann, wenn eben nicht gleichzeitig alle Futterstellenkatzen kastriert werden), aber es ist wohl unrealistisch, dass in einem Gebiet 100.000 Katzen durchgebracht werden.
Zudem ist bei diesem "wieviele Nachkommen hat ein Katzenpaar" nicht berücksichtigt, dass die Nachkommen des Katzenpaares, wenn sie sich wie in der Rechnung eben wieder untereinander verpaaren, vermutlich mit jeder Generation immer weniger lebensfähige Nachkommen haben.
Also, mehr reale Statistiken in solchen Artikeln wären wünschenswert, die hauen mir persönlich mehr in die Magengrube.
Und dazu gerne auch die Statistiken aus Gegenden, in denen es bereits eine Kastra-Pflicht gibt, für alle die sagen, dass es eh nix bringt, weil man es nicht kontrollieren kann.