Machs gut, "kleiner Mann". Du wirst mir so sehr fehlen ...

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Bender-1729

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Heute musste ich meinen "kleinen Mann", Jerry, gehen lassen. Er kam als kleines Kätzchen 2003 zu uns und wurde nun leider nur 14 Jahre alt. Da ich selber erst 32 bin, hat Jerry mich somit fast die Hälfte meines Lebens begleitet.

In dieser Zeit hat Jerry mir zusammen mit meiner Katzendame, Lilly, welche 2005 zu unserer Familie dazugestoßen ist, durch viele sehr schwere Zeiten geholfen. Besonders den plötzlichen Krebstod meiner Mutter im Jahr 2011 hätte ich ohne die beiden psychisch wohl nicht durchgestanden. Doch auch sonst ist in den vergangenen 14 Jahren viel negatives in meinem Leben passiert und ich konnte mich immer darauf verlassen, dass Jerry und Lilly mir gemeinsam Trost spenden.

Um so mehr tut es mir weh zu wissen, dass Jerry nie mehr an meiner Seite sein wird, dass er nie wieder auf meinem Kopfkissen im Bett schlafen wird, dass er mich nie wieder neugierig an
der Haustür begrüßen wird, wenn ich von der Arbeit komme, dass er sich nie wieder wahnsinnig freuen wird, wenn ich ihm und Lilly ein halbes Hähnchen (seine Lieblinsspeise) mitbringe und dass er nie wieder furchtbar langsam an meinem PC-Monitor vorbeilaufen wird, wenn ich gerade versuche, irgendetwas wichtiges zu erledigen ... mein "kleiner pelziger Bildschirmschoner". Das waren natürlich nur einige, wenige Beispiele von alltäglichen Situationen, in denen ich Jerrys Anwesenheit schmerzlich vermissen werden. Jerry war für mich mehr als "nur" ein Haustier. Er war ein Freund, ein vollwertiges Mitglied der Familie. Ich habe stets versucht, den beiden das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten und ihnen zu helfen, wo es nur geht. Jerry musste in seinem Leben leider viele Krankheiten ertragen. Bereits mit 3 Monaten zog er sich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu, als er in meinem Elternhaus eine Treppe herunterfiel, die Zähnchen haben im auch stets zu schaffen gemacht, vor 2 Jahren wäre er infolge einer heftigen Impfreaktion fast gestorben und auch sonst musste er wegen diverser "Kleinigkeiten" immer mal wieder zum Tierarzt. Besonders das letzte halbe Jahr war für Jerry aufgrund seiner immer wiederkehrenden Probleme sehr schwierig und es tat mir jedesmal unendlich leid, in sein trauriges Gesicht zu blicken, wenn ich ihn in die verhasste Transportbox sperren musste. Ich habe trotzdem jeden Arztbesuch ohne zu zögern hingenommen, da ich immer der Meinung war, Jerry hiermit zu helfen.

Genau deshalb plagen mich nun Selbstzweifel und extreme Schuldgefühle. Hätte ich Jerry evtl. noch zu einem dritten Arzt bringen sollen? Hätte ich die Zeichen eher erkennen müssen, so dass man noch etwas hätte machen können? Kurz gesagt: War es richtig, Jerry heute einschläfern zu lassen, oder habe ich den Tod meines besten Freundes zu leichtfertig akzeptiert, "nur" weil eine Ärztin mir dazu geraten hat? All das sind Fragen, die mir seit heute Nachmittag durch den Kopf gehen und mich in den Wahnsinn treiben. Ich bin vollkommen am Ende. Verwandte, die mir beistehen könnten, habe ich leider nicht mehr. Hätte mir heute nicht mein guter Freund, Marco, in der ganzen Situation beigestanden, ich wüsste nicht, ob ich alleine überhaupt damit fertig geworden wäre.

Jerry wird gemäß Tradition unserer Familie eine Feuerbestattung erhalten. Ob ich die Urne dann beisetze, oder seine Asche verstreue, weiß ich noch nicht, aber ihn einfach der Tierverwertung zu überlassen konnte ich nicht übers Herz bringen, auch wenn ich mir bewusst bin, dass es sich "nur" um Jerrys sterblichen Körper handelt.

Seine Seele ist mittlerweile sicherlich längst bei meiner Mutter, meinen Großeltern und meiner restlichen (Tier-)Familie angekommen. Eines Tages werden wir uns hoffentlich wiedersehen, mein kleiner Mann, doch bis dahin wirst du mir so unendlich fehlen. Ich hoffe du weißt, wie lieb ich dich habe. :cry:
 

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22.06.2017
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Ferdi

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Fühl dich gedrückt und mache dir keine Vorwürfe.
Ein Tierarzt wird nicht zum einschläfern raten wenn noch Lebensqualität für das Tier vorhanden wäre.
Du hast alles getan und ihm den letzten Liebesbeweis gegeben in dem du ihn hast nicht länger leiden lassen.
Er ist friedlich eingeschlafen und turnt nun im Regenbogenland mit all den anderen herum und in deinem Herz wird er für immer weiterleben.

Wir haben unseren ersten Kater viel zu spät einschläfern lassen da wir auch alles versuchen wollten dabei war sein Bauch voller Tumore was der erste Tierarzt nicht gesehen hat.
Er muss die letzten Tage wirklich gelitten haben und nie wieder werden wir ein Tier zu spät einschläfern lassen denn die Schuldgefühle wird man nie mehr los.

Er ist gegangen als es Zeit für ihn war.
Aus deinem Text spricht viel Liebe und du hast das richtige getan für ihn.
Viel Kraft für die nächste Zeit denn der Schmerz über den Verlust wird lange anhalten aber letzendlich bleiben die schönen Erinnerungen übrig.

http://kater-tommy.de/geschichten/der_kleine_rote_kater.htm
 
Ilvy

Ilvy

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Hallo, du hast alles für deinen hübschen kleinen Kater getan und er durfte einschlafen, als es keine Hoffnung auf Besserung für ihn mehr gab. Ich wünsch dir viel Kraft und auch bald wieder die Freude über viele gemeinsame schöne Jahre mit deinem Jerry, der jetzt von oben auf dich aufpasst.LG
 
Paule

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Mein herzliches Beileid.
Ich glaube diese Frage stellen wir uns oft in dieser Situation , war es richtig, war es zu früh....
Es ist für uns immer zu früh.. Für uns, die wir diese Entscheidung treffen und loslassen müssen....
Für das geliebte Tier war es bestimmt die richtige Entscheidung. Nicht leiden lassen und den letzten Weg mit ihm gehen ist eine Entscheidung die wir aus Liebe treffen für unsere vierbeinigen Freunde.
 
K

Knips

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Er wird dich nie ganz verlassen.
Er hat dein Herz berührt und den Herzensplatz wird er in deiner Erinnerung immer behalten.

Gute Reise, Jerry
 
rina2102

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aufrichtiges Mitgefühl auch von mir

Run free Jerry

Jerry wird immer in deinem Herzen bleiben, irgendwann kommt die Zeit, dann kannst du dich mit Freude erinnern.

Traurige Grüße

Marina
 
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Bender-1729

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Ich danke Euch allen für Eure lieben Worte. :cry:

Eben habe ich den Anruf vom Tierbestatter erhalten. Jerry wird bereits morgen nach Roermond (Niederlande) gebracht und dort einzeln eingeäschert. Kommenden Dienstag kann ich seine Urne dann beim Tierbestatter in Viersen abholen. Zwischenzeitlich habe ich mich auch entschieden: Die Urne wird an einem ganz speziellen Platz, der für mich eine große familiäre Bedeutung hat, beigesetzt. Ich glaube, die Urne jeden Tag im Regal zu sehen, würde mir einfach zu sehr weh tun. Die Asche zu verstreuen war auch eine Option, die ich mir überlegt habe, aber ich glaube, auch das würde ich nicht übers Herz bringen.

Vor der Abholung habe ich aber nochmal große Angst, weil ich nicht weiß, wie ich reagiere, wenn ich die kleine Urne vor mir sehe. :cry: Zwar weiß ich leider bereits aus Erfahrung, dass der Anblick einer Urne, in der die Überreste des Körpers eines geliebten Wesens stecken, schwer zu ertragen ist, trotzdem hat man bei einer menschlichen Bestattung noch eine etwas größere "Distanz". Man kriegt die Urne nicht in die Hand gedrückt und darf dann damit nach Hause fahren. Ich weiß nicht, wie ich darauf reagieren werde.
 
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Paule

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Ich habe meine Beiden selber zum Krematorium gebracht und nach der Einäscherung auch direkt wieder mit genommen. In der zwischenzeit sind wir im Rosengarten spazieren gegangen. Ich fand es für mich sehr beruhigend das sie wieder "bei mir" waren. Sammys Urne steht im Garten unter ihrem geliebten Buchsbaum, Paules Urne habe ich im Schrank, da er wie mein Schatten war, während Sammy ihren Garten geliebt hat.
Für mich fühlt es sich so gut und richtig an.
Ob und wo man seinem geliebten Vierbeiner den letzten Platz gibt, muss jeder für sich entscheiden, es muß sich für einen selber gut anfühlen. Verstreuen wäre mir auch schwer gefallen....
 
Lady of Camster

Lady of Camster

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Mein tiefstes Beileid.
Was du über deinen Jerry schreibst, zeigt sehr klar, wieviel er dir bedeutet hat.

Ich denke nicht, dass du eine falsche Entscheidung getroffen hast.
Wenn du ganz tief in dich hineinhörst, wirst du erkennen, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast. Denn du hast ihn geliebt und wolltest nicht, dass er weiter leidet.

-----
Dein Herz hörte mir zu,
dein Kopf sagte NEIN!

Wir waren füreinander da,
haben uns gegenseitig geholfen.

Dein Herz sagte NEIN!
Dein Kopf sagte: "Ich tue es, weil ich dich so sehr liebe."

Ich lebe noch, mein geliebter Mensch,
solange dein Herz begreift, dass uns nichts trennen kann.

Deine Zweifel sind unbegründet,
denn nur wer wirklich liebt, kann auch los lassen.

Danke, dass du mich geliebt hast,
und es dein Leben lang tun wirst.

(Für Jerry / c/o LoC)
 
Basije

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Es tut mir unendlich leid ich fühle mit dir. Es tut so weh wenn man sein geliebtes Tier verliert. Laß dich mal ganz lieb drücken. Dein kleiner Liebling ist jetzt für alle Zeit in deinem Herzen. Ich wünsche dir viel viel Kraft für die schwere Zeit der Trauer.

Lebe wohl lieber kleiner Mann und grüße bitte meine 5 Sternchen von mir.

Traurige Grüße Kathi.
 
WinstonvonWensin

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wir wissen alle wie schwer einem so eine Entscheidung fällt. Wir haben alle diesen Selbstzweifel gespürt und können verstehen, dass du im Moment so fühlst.

Auch du wirst erkennen, dass du für Jerry das Schwerste und dennoch das Richtige gemacht hast. Ihm Schmerzen zu ersparen und ihn gehen zu lassen, obwohl die Emotionen was anderes schreien, das ist gelebte Tierliebe.


Fühl dich verstanden

lg
Verena
 
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Bender-1729

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Morgen bekomme ich Jerrys Urne übergeben. Ich habe Angst vor dem Moment, in dem ich die kleine Urne sehen werde. Einer meiner engsten Freunde wird mich zur Abholung begleiten. Ich hoffe, dass es das etwas erträglicher machen wird.

Jerry fehlt mir inzwischen immer mehr. Jeden Tag treffe ich auf neue Alltagssituationen, in denen ich an ihn erinnert werde. Mehrfach hatte ich bereits Situationen, in welchen ich dachte, er steht oder liegt neben mir, so wie er es immer getan hat, bis mir dann wieder schlagartig bewusst wurde, dass das nicht sein kann und ich nur irgendetwas anderes aus dem Augenwinkel heraus gesehen habe. In meinem Schlafzimmer liegt ein völlig mit Haaren bedecktes Poloshirt, welches ich einfach nicht waschen kann, weil es Jerrys Haare sind. Er hat es immer so geliebt, auf meinen getragenen Klamotten zu schlafen und ich hatte ihm dieses Poloshirt die letzten Tage als Decke überlassen, damit er sich wohler fühlt. Wie oft hätte ich ihn erwürgen können, weil er sich mal wieder auf etwas gelegt hatte, was ich eigentlich nochmal anziehen wollte oder er einen ganzen Wäschestapel mal eben zum Bett umfunktioniert hatte? Jetzt wünschte ich, er würde es tun. Mein bis jetzt schlimmster Moment war vorgestern, als ich zur Füttterungszeit aus Reflex, wie immer, zwei Futternäpfe aus dem Schrank geholt habe und mir mein Fehler wenige Sekunden später schlagartig bewusst wurde ...

Ich habe mir heute eines meiner Lieblinsbilder von Jerry drucken lassen, welches jetzt gerahmt auf meiner Kommode steht. Ich füge es diesem Beitrag bei. Der vorübergehende Aufbewahrungsort für seine Urne ist auch schon hergerichtet und im Kofferraum meines Autos liegt eine Decke für den Transport bereit.
 

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Ilvy

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Ein wunderhübscher Kater war er, dein Jerry. Alles Schöne, was du jetzt ja tust zur Erinnerung an Jerry kann dir hoffentlich bei der Trauerarbeit helfen. Die Zeit hilft mit. LG
 
Lady of Camster

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Da es mir momentan genau so geht, kann ich dich nur all zu gut verstehen.

Es brauch seine Zeit, bis man wieder an den Punkt gelangt, wo man nicht bei jedem Handgriff, in jeder Situation, beim Aufstehen morgens und schlafen gehen Abends, an seinen Liebling denkt.
Das geliebte Tier bringt alles durcheinander, weil es nicht mehr da ist.

Du hast Glück, dass du einen so guten Freund hast der dir beisteht.
Meine langjährige Freundschaft ist genau an diesem Punkt zerbrochen, weil meine beste Freundin mit dem Verlust meines Katers umging, als wäre mir gerade ein Teller für 1 Euro kaputt gegangen.

Ich wünsche dir unglaublich viel Kraft.
Du weißt, dass dein Jerry ein wundervolles Leben bei dir hatte. Er wird immer bei dir sein, weil du ihn nie vergessen wirst.
Und denke bitte immer daran, dass er jetzt keine Schmerzen mehr hat. Du hast ihm bewiesen, dass du immer für ihn da bist. Du hast ihm gezeigt, dass er sich auf dich verlassen kann.
Wie groß muss eine Liebe zwischen Mensch und Tier sein, wenn man sich gegenseitig hilft und vertraut? Jerry wusste, dass du ihn nie im Stich lässt. Er wusste, dass er sich auf dich verlassen kann, wenn der Abschied irgendwann mal kommt.

Du musst dir keine Vorwürfe machen, und auch keine Selbstzweifel haben.
 
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Bender-1729

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Kurz vorweg: Ich möchte mich noch einmal bei Euch allen bedanken. Es hilft mir wirklich sehr bei meiner Trauerverarbeitung, hier über meine Gefühle zu schreiben und Eure wirklich sehr lieben und mitfühlenden Antworten zu lesen.

Ich habe Jerrys Urne vorhin abgeholt.

Ich hatte vorher nur mit der Tierbestatterin telefoniert und wusste daher nicht, was mich erwartet. Unter der angegebenen Adresse fand ich ein unauffälliges Einfamilienhaus vor. Im Inneren merkte man sofort, dass die Betreiberin ihre Aufgabe aus Überzeugung macht und nicht nur profitorientiert arbeitet, denn sofort bemerkte ich die Anwesenheit mehrerer Tier. Unter Anderem schnurrte uns ein großer, schwarzer Kater um die Füße, welcher nur drei Beine hatte. Die Betreiberin hatte ihn nach eigener Aussage wohl vorm Einschläfern nach seinem Unfall gerettet. Die ehemaligen Besitzer konnten oder wollten sich die OP nicht leisten. Die Dame war sehr nett, dabei aber trotzdem erstaunlich distanziert, was ich persönlich jedoch als positiv empfunden habe, da ich es eher unangenehm finde, im direkten Gegenüber von Außenstehenden betrauert zu werden. Wir wurden dann in den Wintergarten des Hauses geführt, wo Jerrys Urne schon bereit stand. Allerdings auch hier wieder unerwartet distanziert, da sie nicht etwa aufgebahrt war, sondern noch in der original Transportbox des Krematoriums steckte. Die Urne wurde mir dann gezeigt und anschließend auch direkt wieder verpackt und ausgehändigt. Wir unterhielten uns dann noch ein paar Minuten über den großen dreibeinigen Kater, der uns die ganze Zeit neugierig beschnuppert hatte. Das war es auch eigentlich schon. Ich habe die Transportbox mit der Urne dann auf die vorbereitete Decke im Kofferraum meines Autos gelegt und bin wieder nach Hause gefahren.

Weinen musste ich erst, als ich die kleine Urne in Ruhe zuhause ausgepackt und in Ruhe betrachtet habe. Erst hier ist mir richtig bewusst geworden, was ich in den Händen halte ... :cry: Auch wenn es nichts daran ändert, dass mein kleiner Mann nicht mehr lebt, bin ich trotzdem erleichtert, dass seine sterblichen Überreste nun wieder bei mir und nicht mehr bei fremden Menschen sind. Ich weiß, es ist totaler Quatsch und es ändert absolut gar nichts, aber trotzdem. Es ist ein Art Abschluss für mich.

Trotzdem werde ich in den kommenden Tagen nochmal mit der Tierbestatterin telefonieren, denn die Urne gefällt mir leider überhaupt nicht. Ich hatte damit gerechnet, dass es sich um ein kleines rundes Metallgefäß mit Schraub- oder Steckverschluß handelt. Halt etwas "würdevolles". Stattdessen ist es mehr eine längliche, ovale Dose mit einem Naturlandschafts-Motiv und chromfarbenem "Schnappverschluss". Die Optik erinnert unweigerlich an eine Kaffeepulver-Dose. Zuerst hat mich das gar nicht gestört. Auch als die Dame mich fragte, ob ich mit der Urne zufrieden wäre, habe ich mit "ja" geantwortet, doch je mehr ich sie mir ansehe, desto mehr überkommt mich das Gefühl, dass ich Jerry in diesem Gefäß nicht beerdigen möchte. Ich hätte immer das Gefühl, ihn in einer Kaffeedose beerdigt zu haben, bzw. dieser Vergleich würde für immer in meinem Kopf rumspuken und das möchte ich nicht. Für einen geliebten Menschen sucht man ja schließlich auch eine schöne Urne aus, von der man sich sicher ist, dass sie dem verstorbenen Menschen gefallen hätte, Warum sollte ich das hier anders handhaben? Ich möchte eine schöne Urne für Jerry haben, auch wenn es mich nochmal etwas extra kostet. Das ist mir egal. :cry:
 
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Bender-1729

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Ich habe gerade eine schlichte, aber sehr schöne, brünierte Kupferurne für Jerry bestellt. Auf der Seite wird sein Name eingraviert sein. Ich fühle mich damit besser.
 
Lady of Camster

Lady of Camster

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Wenn die BestatterIn das alles problemlos mit der neuen Urne gemacht hat, dann scheint ja alles gut gegangen zu sein.
Genau so sollte es auch sein. Genau wie du es beschrieben hast.
Die nötige, respektovolle Diszanz, und dem Kunden überlassen wie er reagiert.

Weiterhin wünsche ich Dir ganz viel Kraft.
Jeder geht mit dem Tot eines geliebten Haustieres anderst um, und verkraftet es anderst.

Vielleicht magst du mal ein Bild einstellen vom Grab, sobald Jerry beerdigt wurde? Natürlich nur, wenn du es für dich in Ordnung findest.
Trauer mitzuteilen, und zu teilen, ist niemals ein Fehler. Es zeigt nur, dass man nicht emozionslos und kalt vor sich hinlebt.
 
missshit

missshit

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Auch von mir; Herzliches Beileid... Grenzt schon an ein kleines Wunder, welche Gefühle diese kleinen Fellmäuse in uns auslösen können...
Ohne Katzen wäre das Leben für mich nicht lebenswert. Ich wünsch Dir viel Kraft für Deinen Weg. Liebe Grüsse
 
B

Bender-1729

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Jetzt bin ich zufrieden. Die neue Urne ist würdevoll und erinnert mich im Gegensatz zur alten Standard-Urne vom Krematorium nicht mehr an eine Kaffeedose.

Jerry fehlt mir von Tag zu Tag mehr. Er ist jetzt schon 2 Wochen tot. Ich kann es immer noch nicht richtig realisieren. Er war einfach so lange ein Teil meines Lebens. :cry:
 

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