Unser Angsthase - Wie wir versuchen ihm das Leben leichter zu machen

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  • Unser Angsthase - Wie wir versuchen ihm das Leben leichter zu machen Beitrag #1
_hannibal_

_hannibal_

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Hallo Zusammen,

ich denke ein paar (mehr) hier haben Angsthasen daheim und verzweifeln manchmal daran, weil es einem so leid tut und man ihnen in manchen oder vielen Situationen das Leben leichter machen möchte.

Ich möchte hier unseren Umgang mit unserem Fuzzi aufschreiben und ich bin auch für Tipps, Ratschläge oder auch Kritik dankbar. Man macht ja auch nicht alles richtig oder andere haben bessere Erfolge mit anderen "Methoden"

Besuch ist super schlimm, da ist er anfangs in mega Panik verfallen, das ging über hecheln, Augen verdrehen, übergeben und torkeln bis zur Selbstverletzung bei kuriosen Fluchtversuchen (mit dem Kopf durch Wände, Nase in Ecken blutig reiben, Krallen abreißen weil er sich durch Holztüren kratzen will, und und und...) Ganz schlimm sowas zu sehen :cry:

Wir haben so angefangen

- er muss im Haus bleiben bei angekündigtem Besuch (er kommt sonst nicht mehr heim)
- kein Besuch schaut ihn an
- kein Besuch darf versuchen ihn zu streicheln
- kein Besuch darf in´s Schlafzimmer (sein Saferoom)

Was Besuch darf (hört sich jetzt etwas komisch an)

- weiter reden, damit er sich daran gewöhnt
- sollte er den Raum betreten wirft ihm einer einfach Leckerchen auf den Boden ohne ihn zu beachten
- sollte Fuzzi an jemandem schnuffeln - bitte nicht bewegen

Dadurch hatten wir ihn nach zwei Jahren so weit, dass er manchmal die Küche betritt und mal schnell was isst. Er dreht nicht mehr total hohl, er läuft einfach schneller ins Schlafzimmer und bleibt dort meist unter der Bettdecke.

Was wir bis jetzt noch nicht geschafft haben ihm zu nehmen

- seine panische Angst vor Menschen im Haus ( wäre toll, er muss nicht zum kuscheln kommen, es würde mir reichen wenn er sich entspannt verhalten könnte )
- seine Angst vor Stimmen draußen ( fänd ich wünschenswert )
- seine Angst vor der Türklingel ( wäre ebenfalls toll )
- seine Angst vor anhaltenden Autos vorm Haus ( muss nicht zwingend sein )

Aktuell geht´s um die Panik vor unseren Neuzugängen, die sich aber langsam legt.

- wir spielen im Schlafzimmer, danach entspannt er sich und kommt manchmal kurz runter
- wir kuscheln im Schlafzimmer, er liebt es zu schmusen
- er bekommt gerade viel leckere Dinge in der Küche wenn er runter kommt

seit heute machen wir folgendes in der Küche ( fiel mir vorher ein, die Neuen waren so lang im Wohnzimmer eingesperrt )

- es gibt Leckerchen
- dann leckeres Essen
- dann wird mit seinem lieblings Wedel gespielt
- dann gibt ein Baldriankissen, da flippt er total aus und vergisst die Welt um sich, ich denke dabei ist er entspannt und lernt so dass die Küche wieder ok ist.

Wenn er keine Lust mehr hat kann er gehen, dann dürfen die Kleinen wieder raus und er kann entscheiden wo er hin möchte

Zusätzlich steckt Feliway und er bekommt täglich Zylkene
 
  • Unser Angsthase - Wie wir versuchen ihm das Leben leichter zu machen Beitrag #2
Ist ja echt ein harter Fall!
Ich hab nur eine kleine Angstkartoffel, die wohl einfach nur übersensibel ist. Ich bin jetzt keine Superkatzenhalterin (das sind meine ersten Katzen), aber die kleine Kartoffel (sie zieht die Beine immer so ein, dass sie aussieht wie eine kleine Kugel, daher Kartoffel ;) )hab ich glaub ich ganz gut hinbekommen, vielleicht "zu gut"?

Wir haben uns gedacht: wenn man ihr das Leben schön macht, kann sie sich entspannen. Sie liebt schmusen so sehr, wir haben am Anfang stundenlang mit ihr gekuschelt, sie gibt auch gerne Köpfchen direkt ins Gesicht und will Nase stupsen. Das hat sie jedesmal total beruhigt, wenn sie Panik hatte. Sie ist jetzt so weit, dass sie draußen auf der Couch liegt und nicht mehr irgendwo im Dunkeln unter dem Bett oder in Ritzen.
Besuch findet sie nicht so schlimm, sie ist eher nicht so mobil in der Wohnung, sie ist nur im Wohnzimmer und auf dem Balkon, die anderen Zimmer werden argwöhnisch beäugt. Wenn ich sauge verschwindet sie für ein paar Stunden unter das Bett und kommt nicht mal zum essen raus - dabei ist unser Sauger echt leise. Türklingel ist ein graus, da ist sie auch weg.


Ich mache mir nur sorgen, dass sie jetzt zu sehr auf uns bezogen ist - wir haben noch zwei andere Miezen die zwar für sie so okay sind, manchmal wird auch geköpfelt oder gerauft, aber sehr oft läuft sie vor den anderen auch einfach weg und faucht obwohl gar nichts groß passiert ist. Bei uns ist das nie so - sobald sie sieht, dass wir auf sie zukommen schaut sie ganz wach und erwartungsvoll, streckt den Schwanz hoch und begrüßt uns. Es ist ihr auch total egal, wenn man sich über sie beugt, wenn sie auf der couch liegt, und sie streichelt, obwohl sie dann eher eingekreist ist (so in der Ecke von der Couch), da bleibt sie voll entspannt.

Kann es sein, dass man die Katze übermäßig an sich bindet, dass sie andere Katzen auf einmal nicht mehr so toll findet?


Hannibals Strategie finde ich schon gut: man schafft Anreize und zeigt, dass das Leben da draußen schön ist. Da gibts Essen, Spielen und Schmusen, da ist die Angst manchmal nicht so groß.
Klappt es denn gut?
 
  • Unser Angsthase - Wie wir versuchen ihm das Leben leichter zu machen Beitrag #3
Wir haben seit kurzem auch so einen Angsthasen daheim. Ich weiß gar nicht, warum das überhaupt angefangen hat, aber auf einmal ist er unters Bett gerannt, wenn es an der Tür geklingelt hat und dann auch, wenn Besuch kam.
Meine Vermutung ist, dass er sich mal wahnsinnig erschrocken hat, als es an der Tür geklingelt hat, denn Klingeln ist viel schlimmer als Besuch (er war schon immer sehr sensibel). Anfangs kam er dann immer nach kurzer Zeit wieder und alles war ok, mittlerweile wird es aber immer schlimmer. Wenn man ihn mit Futter unter dem Bett vorlockt, wirkt er fast schon erleichtert und kann sich dann auch wieder entspannen (er wartet fast schon darauf, dass man ihn holen kommt).
Was wir jetzt machen (ich habe heute angefangen):
- "clickern" mit Glocke als Stimulus (über's Handy abgespielt. Erst leise und dann irgendwann lauter)
- vermutlich werden wir die Klingel tauschen. Die jetzige ist tatsächlich sehr laut und aggressiv
- mit bekannten Leuten "Besuch" üben (die Katzen sind immer bei meinen Eltern, wenn wir im Urlaub sind. Dort sind sie sehr gern, fühlen sich wohl und haben den ganzen Tag einen Ansprechpartner. Das ist unseren wichtiger, als ihr gewohntes Revier*). Wir werden daher mit meinen Eltern anfangen und wenn das gut funktioniert, die nächste bekannte Person dazuholen.

* Anmerkung: das mit der Angst ist zeitlich unabhängig von einem Urlaub bei meinen Eltern aufgetreten, daher denke ich nicht, dass der Auslöser dort zu suchen ist. Nachdem er im Juni bei ihnen noch tiefenentspannt war, ist ihnen jetzt im September auch aufgefallen, dass er ängstlicher wird. Bei uns besteht das Problem seit Februar.

Soweit erst einmal mein Plan. Ich hoffe, das wird wieder. Ich hätte wohl viel früher was dagegen tun müssen... :cry:
Achja, die anderen beiden sind davon völlig unbeeindruckt. Je mehr Leute da sind desto besser.
 
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