Kater macht uns völlig verrückt

  • Autor des Themas avari
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avari

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Hallo zusammen,

wie der Titel bereits suggeriert, habe ich ein Problem mit meinem (unserem) Kater.
Ich bin auf dieses Forum gestoßen und habe nun die Hoffnung, dass mir hier vielleicht jemand weiterhelfen kann, ich bin leider etwas ratlos.

Ich entschuldige bereits hier für den langen Text, vielen Dank an alle, die sich die Zeit nehmen meinen Post vollständig zu lesen!!

Zu Beginn ein paar Infos zu meinem kleinen Wirbelwind:

- er ist mit 3 Geschwistern sowie seinen Eltern zusammen aufgewachsen und kam mit 11 Wochen zu uns, wo er jetzt seit ungefähr 4 Monaten lebt (er ist also gut 6 Monate alt)
(ich vermute er hatte keine optimale Kindheit)
-bei uns lebt er bisher in Wohnungshaltung und wird in 1-2 Wochen Freigang erhalten (sobald seine Wunde vollends vollständig abgeheilt ist). Im Haus steht im eine Fläche von ~240 Quadratmetern zur Verfügung
-er ist seit etwa 1 Woche kastriert
-er war von Beginn an sehr aufgeweckt und neugierig, sehr zutraulich sowie anhänglich, verschmust und verspielt
-er ist ein Mischling: BKH - EKH

... er ist wirklich ein total goldiger und liebenswerter kleiner Kerl!

Nun zu meinem Problem:

In den letzten Wochen haben wir zunehmend Probleme mit ihm, die in den letzten Tagen gegipfelt haben.
Sein Spielzeug das überall in der Wohnung herum liegt, interessiert ihn zusehends weniger. Viel mehr gefällt ihm meine Hand. Und mein Fuß.
Er attackiert mich dermaßen hart, dass meine beiden Hände + Unterarme dauerhaft(!!)
knallrot und völlig übersät mit blutigen Striemen sind. Das sieht so heftig aus, dass mich eine fremde Person bereits angesprochen hatte, ob ich einen Arbeitsunfall gehabt hätte... .
So ein "Angriff" kommt manchmal erwartet, z.B. wenn ich mit ihm spiele, teilweise aber auch völlig unerwartet.
Folgendes Szenario: Er döst auf meinem Schoß, hat den Schnurrmotor angeworfen und lässt sich von mir graulen. Das scheint ihm offensichtlich sehr zu gefallen. Dann guggt er mich ganz lieb an... und plötzlich hab ich seine Zähne in der Hand, wobei er die Krallen der Vorderpfoten nutzt um meinen Arm zu fixieren und mit beiden Hinterbeinen (Krallen volles Rohr ausgefahren versteht sich) im Sekundentakt meinen Arm malträtiert.
Ein weiteres Szenario: Ich stehe oder laufe ganz normal in der Wohnung... plötzlich habe ich einen wildgewordenen Kater an meinem Fuß hängen. Manchmal springt er auch einfach vom Boden aus hoch um sich an meinem Arm zu vergreifen.
Manchmal springt er mir auch einfach direkt ins Gesicht, da muss ich schnell den Arm hochreißen um meine Augen zu schützen.

Das ganze wird zum Teil wirklich gefährlich.

Hinterher schaut er mich aus großen Augen an und hat dabei das Maul leicht geöffnet, alles scheint wieder gut.
Jetzt habe ich die Theorie dass er (hoffentlich) nur spielen will?
Es ist schon seltsam... er haut zwar manchmal nach den anderen, so attackieren tut er aber nur mich. Ich bin seine Hauptbezugsperson, spiele mit ihm, gebe ihm seine Streicheleinheiten, füttere ihn etc. .
Ich spiele wirklich viel mit ihm, alleine ist er auch äußerst selten.

Gesundheitlich ist alles Bestens, das habe ich bereits durchchecken lassen. Er ist einfach ein wilder zum Teil.

Der Zweite Teil des Problems gestaltet sich so, dass er einfach auf Garnichts hört was man ihm sagt oder ihm beizubringen versucht. Wenn ich möchte dass er aufhört mich zu beißen und zu kratzen - tja Pech, tut er nicht, egal was ich auch tue. Er hört erst auf wenn ich ihn recht unsanft von mir stoße. Laut "Nein" sagen, Wasser, Knurren, Fauchen, Anpusten, einfach lassen und hoffen dass er mal kurz locker lässt... alles nützt nichts.
Auch wenn man ihm versucht nahezubringen nicht an den Möbeln zu kratzen, nicht auf (Ess-)Tische zu gehen, nicht auf den Herd zu springen, Pflanzen in Ruhe zu lassen... das funktioniert alles sehr schlecht bis garnicht. Ich glaube zwar er weiß dass er das nicht machen soll, es interessiert ihn nur überhaupt nicht.


Er ist so ein lieber Kerl, kommt des Nachts zu mir ins Bett, liebt es gestreichelt zu werden und es macht wirklich viel Spaß mit ihm zu spielen.
Aber es ist wirklich ein absolut inakzeptabler Zustand, dass er teilweise so heftig "am Rad dreht". Es ist nur eine Frage der Zeit, bis da was passiert.

Ich könnte mir vorstellen bzw. hoffe das auch inständig, dass sich etwas tut wenn er Freigang bekommt. Nur habe ich mittlerweile bereits Zweifel, ob ich das überhaupt verantworten kann?
Die armen anderen, sehr gemütlichen Katzen die hier durch die Gärten streifen... von Kleinkindern in der Nachbarschaft ganz zu schweigen. Bisher hat er es nur auf mich abgesehen (sieht er mich vielleicht als Art "Katzenkumpel" an?), aber wer weiß ob sich das noch ändert?

Ich bin sicherlich kein absoluter Profi im Umgang mit Katzen, habe aber doch schon etwas Erfahrung und liebe die süßen Raubtierchen über alles. Aber sowas habe ich bisher noch nie erlebt :shock:

Ich kann mir vorstellen, dass mir einige von euch raten werden, eine zweite Katze als Spielkamerad zu besorgen... leider kann ich das nicht tun, ich darf hier im Haus niemals 2 Katzen halten - eine einzige war bereits eine Ausnahmeregelung, die sehr schwer zu treffen wahr. Ich habe es versucht, für eine zweite Katze eine Erlaubnis zu bekommen - keine Chance.
Um das durchzudrücken müsste ich sowohl die ein oder andere Beziehung als auch diese Wohnung riskieren.
(Vielleicht habt ihr weitere schlagkräftige Argumente für mich, die ich aufführen kann?)

Ich weiß, der Text war lange... danke an alle die bis hierhin gelesen haben!!

Ich hoffe ihr könnt mir irgendwie helfen, ich bin wirklich nahe an der Verzweiflung!

Viele Grüße und vielen Dank bereits im Voraus

Daniel
 
25.03.2018
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ch.harris

ch.harris

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Hui, schwierig.
Wie sag ich das jetzt ohne dich zu verletzen.
Der Kater ist definitiv zu jung um ihn nach draussen zu lassen.
Bis er mit ca. 1 Jahr alt genug ist wird es bei euch zu hause weiter unerträglich sein und
der Jungspund zunehmend unausgelastet.
D. h. die Situation wird sich verschlechtern.
Kommt er dann endlich raus wird es draussen wohl so weitergehen,
entweder findet er Anschluss an andere Katzen und wandert mit etwas Pech ab.
Oder prügelt sich ständig, weil er nicht weiss wie er mit anderen Katzen interagieren soll.
Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten.
Einen gleichaltrigen Katerkumpel oder ihn abzugeben und zwar auf keinen Fall in Einzelhaltung.
 
Paule

Paule

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Deinem Kater ist stinklangweilig.Er braucht einen Kater !!! Kumpel mit dem er raufen und spielen kann.
Das was er macht ist ganz normal. Er ist ein junger Kater der sich ausprobiert. Leider hast Du kein Fell und leider ist er zu früh abgegeben worden um eine vernünftige Frustationskontrolle zu bekommen.

All das kann er von einem gut sozialisierten Katerkumpel lernen, einer der lange genug bei den Geschwistern/anderen Katzen war um die Sprache zu sprechen .
 
Eni

Eni

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Ohje, das klingt in deiner wohnsituation sehr aussichtslos.
Er ist im Rüpelalter und braucht einen Raufkumpel.
Die anderen Freunde die er draußen kennen lernt (ab einem Jahr), die werden u.U. keine Freunde wie du dir das vorstellst sondern er wird um sein Revier kämpfen.
Leider ist er ja von seiner Familie getrennt worden bevor er sozialisiert wurde und nun lebt er ja auch schon einige Monate allein bei dir.
Deine Wohnsituation ist natürlich schwierig weil du an die einzig sinnvollen Lösung nicht umsetzen darfst.
Für mich würde tatsächlich nur ein Umzug und ein weiterer Kumpel eine Option sein wenn ich in deiner Lage wäre.
 
Andrea64

Andrea64

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Hallo und Willkommen hier im Forum!
Was du hier beschreibst, ist eine Situation, die sich leider immer wieder in ähnlicher Form hier im Forum nachlesen lässt.

@Alle
Ich bin z.Z. unterwegs und nur mit dem Handy on. Vielleicht kann sich freundlicherweise jemand die Mühe machen und einige ältere Threads suchen, die eine ähnliche Ausgangslage hatten und wo eine Zweitkatze das Problem half, die Situation zu lösen.
 
J

Jooy

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Da der zweite Kater nicht klappt und Freilauf noch etwas früh ist empfehle ich dir den Herren auszulasten.
Versuch es mit Klickern, gestalte deine große Wohnung interessanter. Regale zum Klettern, riesige Kratzstämme, ruhig deckenhoch, er sollte nicht von einem Platz aus alles sehen können! Er sollte sein Revier erkunden müssen. Bringe von außen Gerüche mit (Blätter, Steine). Meine haben einen Katzenkräutergarten. Zusätzlich wenn möglich, Katze tv. Vögelbeobachten ist eine gute Beschäftigung. Verstecke Leckerli in der Wohnung. Lass ihn Leckerli jagen. Bringe ihn falls du die Ausdauer hast apportieren bei.

Hör sofort auf mit den Händen mit ihm zu spielen! Es sollte erstmal nur spielen auf Distanz geben! Er muss lernen das Hände und Füße kein Spielzeug sind! Es gibt verschiedene Angeln im Handel. Achte auf Stabilität und Jagdvorlieben. Gute Erfahrungen habe ich mit dem Catdancer und langen Angeln mit austauschbaren Federbüscheln gemacht. Wichtig: Ein Beutetier läuft nicht vor der Katzennase herum. Es versteckt sich hinter Schrankecken, unter Teppichen...

Gegen dem Kratzen kann Doppelseitigesklebeband an den Möbeln helfen. Geb ihm aber genug Kratzalternativen! Treppenteppichkanten sind eine sehr günstige und überall zu montierbare Optionen.

Bei dem auf den Tisch springen hilft nur Ausdauer. Geburtstag ihm Alternativen. Unsere dürfen sobald wir sie runter setzen an allem schnüffeln was wir in der Hand haben. Der Blick als ich am Zwiebelschneiden war, war super.


Wenn du noch ein paar Ratschläge benötigst melde dich ruhig auch per pn. Im Gespräch fällt mir vielleicht noch etwas mehr ein. Ich bin etwas tippfaul ;)
 
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saurier

saurier

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Da der zweite Kater nicht klappt und Freilauf noch etwas früh ist empfehle ich dir den Herren auszulasten. [...]
Das Problem ist, dass man das als Mensch kaum adäquat kann - gerade ein junger Kater, der nicht richtig sozialisiert wurde, brauchte dringend einen kätzischen Gefährten um von ihm genau das - "Kätzisch" - zu lernen.

Als Argument FÜR den zweiten Kater: Zum (falschen) Mythos Katzen seien Einzelgänger

Ansonsten google mal: Es gibt inzwischen viele Urteile, die besagen, dass wenn der Vermieter eine Katze erlaubt, er keine zweite verbieten darf, wenn es keine wirklich gewichtigen Gründe gibt (ich nehme an, für die erste liegt eine schriftliche Erlaubnis hast) - gerade unter dem Aspekt, dass Katzen SEHR soziale Tiere sind.

Beispiele

http://www.urteile-mietrecht.net/Miete38.html

http://www.katzeninfo.com/tips/Urteile/urteile.html
 

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