Fallen von Jägern im Wohngebiet, eine unterschätzte Gefahr für Katzen

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dudosi

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Ich habe mich hier angemeldet, um alle Katzenhalter mit meinem Bericht zu warnen.
Auf dem Bild seht Ihr meinen Kater Käptn' Miezi in einer Jägerfalle. Das Bild habe ich im Januar 2017 gemacht, nach Miezis Rettung vom Grundstück meiner Nachbarn. Ich habe Miezi über 20 Stunden vermisst; er bleibt sonst nie lange aus. Nur durch Zufall habe ich ihn gefunden und konnte ihn retten. Der Jäger und die Nachbarin wollten mir erzählen, dass sie auf Marderfang waren. Nette Ausrede. Dumm nur, dass in Schleswig-Holstein Drahtgitterfallen ohne Verblendung und Schutzraum nicht zum Marderfang zugelassen sind. Und die Falle war so aufgestellt, dass sie im Laufweg aller Katzen stand. Hier im Wohngebiet gibt es viele Hauskatzen, es hätte jede treffen können. Das ist so gemein! Außerdem müssen Fallen registriert und geprüft sein, der Jäger braucht einen Lehrgang und laut Landesjagdrecht müssen Fallen so aufgestellt sein, dass Gefahren für Menschen und nicht jagdbare Tiere, also z. B. Katzen, vermieden werden. Der Jäger hat sich nicht entschuldigt, die Nachbarn auch nicht, im Gegenteil. Daher bin ich schnell mit der rostigen Falle und Bildern als Beweis zur Polizei gefahren und habe Anzeige wegen Tierquälerei sowie einiger Ordnungswidrigkeiten erstattet. Was ich im nachfolgenden Jahr mit Polizei, Staatsanwaltschaft, Oberster Jagdbehörde und anderen Institutionen erlebt habe, würde ein Buch füllen, ist hier aber zu lang.

Als Fazit bleibt mir nur die eindringliche Warnung an alle Katzenhalter: Wenn Ihr Eure Katze vermisst, bitte
zieht immer die Möglichkeit in Betracht, dass ein „netter Nachbar“ mit Hilfe des Jägers mitten im Wohngebiet, im befriedeten Bezirk, Eure Katzen fängt. Das Jagdrecht bietet in einigen Bundesländern leider ein Einfallstor für solche Missstände. Da ich mich an unsere Bundesregierung gewendet habe und prompt Antwort vom Landwirtschaftsministerium erhielt, weiß ich, dass die Regierung keinerlei Absicht hat, die Fallenstellerei im befriedeten Bezirk grundsätzlich zu untersagen. Dies wäre durch die Streichung eines einzigen Satzes im Bundesjagdgesetz möglich. Die Fallenstellerei im befriedeten Bezirk bleibt erlaubt, da es Probleme mit Wildtieren geben kann. Das mag zwar im Einzelfall stimmen, aber ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, in meinem Garten gibt es keinen Masseneinfall wilder und störender Tiere. Nichts, was so einen massiven Eingriff in die Sicherheit unserer Haustiere rechtfertigt. Eine Einzelfallregelung mit Genehmigungsvorbehalt und vor allem mit der Pflicht, die Anwohner vor dem Aufstellen von Fallen zu warnen, wäre angemessen, um im Einzelfall störende Wildtiere im befriedeten Bezirk zu fangen. Aber das möchte die Regierung nicht, die Jagdlobby leistet ganze Arbeit. Ich hatte ja noch Glück, dass Miezi in eine Lebendfalle geraten ist, auch Totschlagfallen wären möglich gewesen.
Anders gesagt : unsere Haustiere sind und bleiben Freiwild für alle, die ihnen Böses wollen! Spätestens im Nachbargarten muss man davon ausgehen, dass Katzen in höchster Gefahr sind. Fallenjagd ist stille Jagd. Ich habe endlos in der Kälte gestanden und gelauscht. Viele Katzen verhalten sich in Notlagen oft still, und man hat keine Chance sie zu finden. Man muss auch immer mit der Verlogenheit der Menschen rechnen. Leute, die sich tierfreundlich geben und sich scheißfreundlich über deine Katzen äußern, können die sein, die deine Katzen verschwinden lassen auf nimmer Wiedersehen. Mir sind hier in den vergangenen Jahren schon mehrere Katzen auf rätselhafte Weise verschwunden. Weil hier eigentlich eine sichere Gegend ohne viel Verkehr ist, konnte ich es mir nicht erklären.

Seit ich Miezi aus der Jägerfalle gerettet habe, sind alle Katzen nur noch im Haus und im Katzengarten. Den Katzengarten hatten wir eigentlich nur für unseren blinden Tierheimkater gebaut. Die anderen Katzen haben ihn mit benutzt, hatten aber bis zu dem Vorfall zusätzlich Freigang. Nun bin ich froh, dass ich den Katzengarten habe. Die Katzen haben es akzeptiert, dass unbegrenzter Freilauf gestrichen ist.

Ich würde nie wieder einer Katze unbegrenzten Freilauf geben. Es verschwinden einfach zu viele Katzen, als dass man es mit Straßenverkehr und anderen Gefahren erklären könnte. Seit ich den Jäger und die Nachbarn beim Katzenfang erwischt habe, habe ich mich intensiv mit dem Thema Fangjagd beschäftigt. Im Ergebnis bin ich sicher, was Miezi passiert ist, ist nicht die Ausnahme sondern die Regel und es geschieht überall und heimlich, still und leise und für die Täter meist folgenlos.
Das Ermittlungsverfahren wegen Tierquälerei (StA Itzehoe 309 Js 2767/17) wurde nach über einem Jahr eingestellt. Laut veterinäramtlicher Stellungnahme wäre ein Verbleib in der Falle im Januar ohne Futter und Wasser und in Kälte und Nässe über den gesamten Zeitraum des Vermissens (ca. 20 Stunden) zwar ein Fall von Tierquälerei. Aber es konnte nicht sicher bewiesen werden, dass der Kater tatsächlich die ganze Zeit in der Falle gefangen war. Der Jäger und die Nachbarn haben behauptet, die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrolltermine eingehalten zu haben. Nur durch zwei Dienstaufsichtsbeschwerden konnte ich erreichen, dass der Fall korrekt bearbeitet wird und zumindest an die Ordnungsbehörde abgegeben wurde zur Prüfung der jagdrechtlichen Verstöße. Der absolute Unwille, den Fall korrekt abzuarbeiten, zog sich wie ein roter Faden durch die ganze Angelegenheit und durch alle Instanzen, mit denen ich zu tun hatte. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass ich an fast allen Stellen, die sich mit der Angelegenheit und mit meinen Beschwerden befassen mussten, auf Jäger getroffen bin. Aber das ist eine andere Geschichte.
Trotz meiner negativen Erfahrung mit unserer Justiz kann ich nur jedem raten, der seine Katze vermisst, es als wahrscheinlich in Betracht zu ziehen, dass der Katze das passiert ist, was meinem Kater Miezi passiert ist. Eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Verdacht auf Tierquälerei/Tiertötung ist immer sinnvoll. Es gibt diesen Bericht mit Bildbeweis und es gibt ähnliche Berichte in Foren und Zeitungsartikeln. Niemand kann es also als Hirngespinst überspannter Tierhalter abtun.
Die Gefahr für unsere Haustiere durch Fallen von Jägern im Wohngebiet (außerhalb sowieso) muss viel bekannter werden.
 

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13.05.2018
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Motzkatze

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Hast du dich mit dem Fall an die Presse gewendet?
 
claudiskatzis

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Hallo,
Das wäre auch mein erster Gedanke gewesen. Presse- Am besten überregional, Tv?
Da du offensichtlich alles dokumentiert hast, ist es ja Handfest. Leider hat die Jäger Lobby einen noch zu großen Einfluss aber ein Versuch ist es Wert
 
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dudosi

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Nein, ich habe es einfach nur an den Stellen abgearbeitet, die in einem Rechtsstaat dafür zuständig sind. Also Polizei, Staatsanwaltschaft, Oberste Jagdbehörde und bei den Dienstaufsichtsbeschwerden die Generalstaatsanwaltschaft S.-H.. Na gut, von Vox hundkatzemaus bis alle Tierschutzvereine, Deutscher Tierschutzbund, Bund gegen Missbrauch der Tiere, unsere Bundeskanzlerin, die örtlichen Ordnungsbehörden, den Pastor, der die Hubertusmesse abgehalten hat, den der die Hubertuslegende vorgetragen hat, und gleichzeitig Parteifreund vom Jäger ist, alle hatten Post. Auch die regionalen Fernseh- und Radiosender habe ich informiert. Nur die örtliche Presse nicht. Die regionalen Medien berichten fast wöchentlich alles, was die Jäger ihnen liefern an Material. Nahezu ungefiltert und kritiklos. Das war mir vorher nicht so bewusst, ist mir aber im letzen Jahr, seit ich darauf achte, klar geworden.
Mir ist auch nicht an der kurzen Hysterie in den Medien gelegen, da springt die Tagespresse gerne auf. Sondern an dem Bewusstsein für das Problem bei allen Betroffenen. Und daran, dass sich grundlegend etwas ändert. Dass wir nicht nur ein Tierschutzgesetz haben, sondern es mit Leben gefüllt wird. Und der Art. 20aGG endlich beachtet wird, so wie es in der ausführlichen Kommentierung vorgesehen ist.
 
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Ilvy

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Hallo, das ist schlimm und tragisch, was da bei euch passiert ist. Und nicht zu akzeptieren.
Ich kenne aber hier bei uns etliche Jäger- und die haben selbst z. T. Katzen - also bitte verteufelt nicht " alle bösen Jäger" und sie fangen bzw. schießen keine Katzen.
Am Meisten haben sie gerade zu tun, angefahrenes Wild zu erlösen oder im Sommer angemähte Kitze. Fürchterlich.
Diese Jäger hier sind alle katzenfreundlich.
Das wollte ich nun auch mal loswerden.
Zum Glück haben wir auch tolle Nachbarn ringsrum.LG
 
Paule

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hallo und willkommen.
dazu braucht es nicht mal jäger, nur nachbarn. diese fallen kann man für knapp 50 euro sowohl im internet wie auch zur zeit in postenbörsen frei kaufen.
warum ist mir unverständlich.
so kann nämlich jeder der schindluder damit treiben will ohne anmeldung etc so ein ding kaufen und solange es keiner merkt, machen was er will....
 
Ilvy

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@ Ilvy, ist leider nur der fb-link aber da du auch in bayern wohnst, evtl. eine option: https://www.facebook.com/wildtiere....XByxKYok8asPaw1uNEdCJ9IhrbnJRBFCr24-I&fref=nf
die fliegen kostenfrei die felder mit einer infrarotkamera ab.
tierschutz ring traunstein e.V.
Weiß ich, tun sie auch, wenn die Bauern sie vorher informieren. DIE tun das aber oft nicht. Liebe Grüße..

hier klappt das nicht mit der Info, weil die Bauern es nicht ernstnehmen und es gab zig " zermähte Kitze".

hallo und willkommen.
dazu braucht es nicht mal jäger, nur nachbarn. diese fallen kann man für knapp 50 euro sowohl im internet wie auch zur zeit in postenbörsen frei kaufen.
warum ist mir unverständlich.
so kann nämlich jeder der schindluder damit treiben will ohne anmeldung etc so ein ding kaufen und solange es keiner merkt, machen was er will....
Da hast du recht. In meiner alten Heimat sind so im Wohngebiet etliche Katzen verschwunden. Bis man wusste, was los war... Weil man eine Katze in der Mülltonne des Katzenhassers gefunden hat..:evil::sad:
 
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dudosi

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Hallo, das ist schlimm und tragisch, was da bei euch passiert ist. Und nicht zu akzeptieren.
Ich kenne aber hier bei uns etliche Jäger- und die haben selbst z. T. Katzen - also bitte verteufelt nicht " alle bösen Jäger" und sie fangen bzw. schießen keine Katzen.
Am Meisten haben sie gerade zu tun, angefahrenes Wild zu erlösen oder im Sommer angemähte Kitze. Fürchterlich.
Diese Jäger hier sind alle katzenfreundlich.
Das wollte ich nun auch mal loswerden.
Zum Glück haben wir auch tolle Nachbarn ringsrum.LG
Ilvy, ich habe nicht die "bösen Jäger verteufelt" sondern sachlich über einen konkreten Fall berichtet. Der leider kein Einzelfall ist. Die Jagdstrecke für das vorige Jagdjahr umfasst in Schleswig-Holstein wie fast jedes Jahr ca. 5000 getötete Katzen, die im Rahmen des Jagdschutzes erlegt wurden. Das ist die offizielle Zahl, über tatsächlich gestreckte Katzen kann man nur spekulieren. Für das gesamte Bundesgebiet sind die Schätzungen 400.000 getötete Katzen jährlich. Das sind harte Fakten.
Es mag ja sein, dass es die "lieben Jäger" gibt, die keine Katzen schießen. Aber das ist sicher nicht die Regel. Und je nach Bundesland und Jagdrecht sollen sie ja den Jagdschutz ausüben. Das heißt, das Wild vor wildernden Haustieren bewahren. Erwischen sie also eine Katze beim wildern auf ein Häschen, müssen sie eigentlich schießen, wenn das Recht entsprechend ist. Das bezieht sich allerdings nur auf Wild, also jagdbare Tiere. Die oft insFeld geführten bösen Katzen, die Singvögel töten, gehen die Jäger schlicht nichts an. Weil Singvögel kein Wild sind.
Das Problem ist die Rechtslage. Dass die Jäger Katzen töten dürfen. Nur ganz wenige Bundesländer haben das geändert. Da sind die Katzen Fundsachen und müssen eingefangen werden. Lebend.

hallo und willkommen.
dazu braucht es nicht mal jäger, nur nachbarn. diese fallen kann man für knapp 50 euro sowohl im internet wie auch zur zeit in postenbörsen frei kaufen.
warum ist mir unverständlich.
so kann nämlich jeder der schindluder damit treiben will ohne anmeldung etc so ein ding kaufen und solange es keiner merkt, machen was er will....
Paule, genau das ist das Problem ! Meine Nachbarn, die ja angeblich Marder fangen wollten, hätten den Jäger gar nicht bemühen müssen. Laut Landesjagdgesetz darf jeder Grundstückseigentümer hier Kaninchen, Steinmarder und Füchse fangen, töten und sich aneignen. Mitten im befriedeten Bezirk, also im Wohngebiet! Wo unsere Katzen laufen. Stell dir das mal vor, wenn das jeder macht. Sein Salatbeet gegen die bösen Mümmler verteidigen. Kauft sich eine Falle und los geht die fröhliche Kaninchenjagd...
Da könnten wir unsere Katzen dann jeden Tag aus einer anderen Falle pulen. Super. Die Realität ist zum Glück nicht so krass, aber erlaubt wäre es. Ein Wahnsinn.
 
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Gast29323

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Es ist schrecklich wenn einem so etwas passiert und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mit so einem Erlebnis jegliches Vertrauen zu Nachbarn und in diesem Fall Jägern bricht.
Viel trauriger finde ich aber, dass auf justiziarischem Weg keine Verfolgung der Sachlage statt fand, denn das hätte wirklich mal einen Nutzen gehabt.

Aber, Du beziehst dich eben keinesfalls nur auf dein Beispiel. Du schreibst von Lobby, ungefilterten Falschaussagen, falscher Auslegung des Jagdgesetzes, bezeichnest vermutete Abschusszahlen als Fakten, sagst dass das auf die meisten Jäger zutrifft, und und und
Das finde ich gegenüber den Jägern die ich gut kenne nicht fair, das sind keinesfalls gefühlskalte Monster!

Ich bin übrigens entschieden dagegen, dass das Fangen und zur Strecke bringen von Wildtieren! in befriedeten Gebieten generell verboten wird. Sollte dich interessieren warum, dann würde ich Dir gern ein Waschbärpäärchen von hier schicken und wir sprechen uns in 2 Jahren wieder. ;-)
 
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dudosi

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Es ist schrecklich wenn einem so etwas passiert und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mit so einem Erlebnis jegliches Vertrauen zu Nachbarn und in diesem Fall Jägern bricht.
Viel trauriger finde ich aber, dass auf justiziarischem Weg keine Verfolgung der Sachlage statt fand, denn das hätte wirklich mal einen Nutzen gehabt.

Aber, Du beziehst dich eben keinesfalls nur auf dein Beispiel. Du schreibst von Lobby, ungefilterten Falschaussagen, falscher Auslegung des Jagdgesetzes, bezeichnest vermutete Abschusszahlen als Fakten, sagst dass das auf die meisten Jäger zutrifft, und und und
Das finde ich gegenüber den Jägern die ich gut kenne nicht fair, das sind keinesfalls gefühlskalte Monster!

Ich bin übrigens entschieden dagegen, dass das Fangen und zur Strecke bringen von Wildtieren! in befriedeten Gebieten generell verboten wird. Sollte dich interessieren warum, dann würde ich Dir gern ein Waschbärpäärchen von hier schicken und wir sprechen uns in 2 Jahren wieder. ;-)
Miezi, hätte ich ihn nicht gefunden, wäre seit 2010 die vierte Katze gewesen, die mir verschwunden wäre. Eine Katze, die ich zur Kastration einfangen wollte, lag tot beim Nachbarn im Blumenbeet schön hindrapiert. Ich habe mir nichts anmerken lassen, konnte aber sofort sehen, dass sie ein gebrochenen Genick hatte. Hier und überall passieren überall seltsame Fälle verschwundener Katzen.
Und nein, es sind keine vermuteten Zahlen getöteter Katzen. Die Streckenlisten für Schleswig-Holstein kannst du im Biodiversitäts- und Artenschutzbericht des Umweltministeriums nachlesen. Das sind offizielle Zahlen, die jedes Jahr veröffentlicht werden. Spekulieren kann man höchstens über die Dunkelziffer, die noch obendrauf kommt an illegal getöteten Tieren.

Die Waschbären kannst du mir gerne schicken. Zum Glück gibt es einige Menschen mit Verstand. Zum Beispiel den Wildtierbeauftragten von Berlin, Herrn Ehlert. Der leistet gute Arbeit. Da er ja Berufsjäger war, kann er die Menschen kompetent aufklären und auch für Toleranz und Verständnis für Wildtiere werben. Und wie Probleme vermieden werden können, z. B. indem man keine Anreize durch offen liegen gelasse Nahrungsquellen schafft. Erst wenn alle Maßnahme versagen, kann im Einzelfall gerne mal die Flinte oder die Falle eingesetzt werden. Aber dann bitte im Einzelfall, mit Information der Umgebung und überprüfbar. Aber das weiß, die (sorry aber so ist es nunmal) Jägerlobby zu verhindern. Befriedeter Bezirk muss das sein, was der Name schon sagt. Frieden und Sicherheit für die Menschen und Tiere, die dort ihr Leben in Ruhe leben möchten. Und nicht hinter jeder Hausecke Todesgefahr für ihre Haustiere haben möchten. Irgendwo muss die Jagd auch mal Grenzen haben oder zumindest der Kontrolle und Aufsicht unterliegen Aber so ist es heute nicht. Viele sind sich dessen nur nicht bewußt, und deshalb wollte ich mit meinem Beitrag für diese allgegenwärtige Gefahr für unsere Haustiere sensibilisieren. Und wenn sich möglichst viele Menschen über die Rechtslage in ihrem Bundesland informieren und ihre Landesregierung anschreiben, gerne auch protestieren, dann kann sich etwas ändern und unsere Lieblinge könnten im Wohnumfeld sicherer vor Verfolgung sein.
 
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Gast29323

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Boah, muss ich mich jetzt auf die Pfoten setzen!

So einem hochnäsiges Etwas, das Jeden und Alles verteufelt bin ich niveautechnisch echt nicht tief genug.

Herkommen, rumpöbeln und andere beleidigen. Das hat mit dem was Du erlebt hast sachlich einfach nichts mehr zu gemein.

Viele sind sich dessen nur nicht bewußt, und deshalb wollte ich mit meinem Beitrag für diese allgegenwärtige Gefahr für unsere Haustiere sensibilisieren. Und wenn sich möglichst viele Menschen über die Rechtslage in ihrem Bundesland informieren und ihre Landesregierung anschreiben, gerne auch protestieren, dann kann sich etwas ändern und unsere Lieblinge könnten im Wohnumfeld sicherer vor Verfolgung sein.
Nach kurzer Atempause hier meine Erklärung: DAS ist politische Hetze und hat in einem Katzeforum wo es um das Wohl von Mensch und Tier geht nichts zu suchen. Sehr viele hier (ich behaupte mal die meisten) kennen ihre regional gegebenen Jahdregeln, da die Angst groß ist. Teils ist diese Angst berechtigt, so zeigt es eben dein Fall und ganz sicher ist das kein Einzelfall, es ist aber immernoch eine Ausnahme die die Regel bestätigt.

Für ,,ich bin Anti und brauche Unterstützung,, bist Du hier falsch. ;-)
 
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Gast26540

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Paule, genau das ist das Problem ! Meine Nachbarn, die ja angeblich Marder fangen wollten, hätten den Jäger gar nicht bemühen müssen. Laut Landesjagdgesetz darf jeder Grundstückseigentümer hier Kaninchen, Steinmarder und Füchse fangen, töten und sich aneignen. Mitten im befriedeten Bezirk, also im Wohngebiet! Wo unsere Katzen laufen. Stell dir das mal vor, wenn das jeder macht. Sein Salatbeet gegen die bösen Mümmler verteidigen. Kauft sich eine Falle und los geht die fröhliche Kaninchenjagd...
Da könnten wir unsere Katzen dann jeden Tag aus einer anderen Falle pulen. Super. Die Realität ist zum Glück nicht so krass, aber erlaubt wäre es. Ein Wahnsinn.
Ist sehr unglaubwürdig. Privatpersonen die einfach so Wirbeltiere abschlachten dürfen?
Kannst du die entsprechenden Passagen aus dem Gesetz denn bitte mal zitieren und verlinken?
 
Tschikitta

Tschikitta

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Es gibt ja noch ein Tierschutzgesetz. Darin ist genau geregelt wer dazu ermächtigt ist, ein Wirbeltier töten darf. Dazu gehören auf gar keinen Fall Privatpersonen!

Siehe auch:

https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html


hier insbesonders gemeint ist der dritte Abschnitt. Darin ist genau geregelt wer Tiere Töten darf.

Gruß Helmut
 
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dudosi

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§ 4 Abs. 3 Landesjagdgesetz Schleswig-Holstein
"Eigentümerinnen oder Eigentümer oder Nutzungsberechtigte von befriedeten Bezirken und deren Beauftragte dürfen dort zur Schadensabwehr Füchse, Steinmarder und Wildkaninchen innerhalb der Jagdzeit tierschutzgerecht fangen, töten und sich aneignen....."
Das ist übersetzt das legale Abschlachten durch Privatpersonen wie du es nennst, hört sich nur besser an.;-) Macht ja nichts, dass du es dir nicht vorstellen kannst, geht mir auch oft so.

Zu dem Rest davor von wegen pöbeln etc. sage ich mal nichts. Ich hoffe, nicht nur ich gucke gelegentlich in den Spiegel. Und ich war hier sicher nicht verkehrt, da ich hier gar nicht bleiben wollte. Das habe ich ja schon in meinem Eingangsbeitrag geschrieben. Aber manchmal sind lange Texte anstrengend, da überliest man schon mal etwas. ;-)

Tschikitta, leider bleiben das Tierschutzgesetz und das Jagdrecht voneinander unberührt. Das heißt, sie existieren nebeneinander und können auch konkurrieren. Im Zweifel und wenn sie gegeneinander stehen und unvereinbar sind, was leider oft geschieht, ist da ein Fall für die Justiz oder Politik. Unglaublich weites und schwieriges Thema. In Kommentaren zum Tierschutzgesetz z. B. vom Vahlen Verlag wird oft darauf verwiesen und die zahlreichen Probleme, die sich aus dem Widerspruch zwischen Jagdrecht und tierschutzrechtlichen Bestimmungen ergeben, werden dort viel beklagt und erörtert.
 
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Gast29323

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Stimmt, manchmal überliest man was, manchmal versteht man aber auch nicht was da geschrieben steht.

Wer hierherkommt um Unruhe zu stiften, keinerlei Bezug zum Forum, den Themen oder den Usern herstellt ist hier falsch. Also genau das was Du selbsernannt tatest. ;-)

Dass der von Dir verlinkte Paragraph gerade erst im März 2018 in Kraft getreten ist, lässt noch mehr einen faden Beigeschmack aufkommen, darauf kannst Du dich kaum ein Jahr lang bezogen haben, es sei denn Du lebst in der Zukunft.

Ebenso steht in Satz 3, den welchen Du da zitierst: ,,Die Sätze eins bis fünf gelten nicht für Flächen, die nach Paragraph 6a Bundesjagdgesetz zu befriedeten Bezirken erklärt worden sind,,

Ich empfehle Dir den dort lemitierenden Verweis mal zu lesen.
 
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dudosi

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Patentante, das wäre natürlich super, wenn es denn stimmt mit den 50.000 Euro Bußgeld. Was ist die Rechtsquelle für die Erhebung dieses Bußgeldes? § 17 Tierschutzgesetz behandelt ja nur Straftaten. Bliebe § 18 TierSchG. Da werden u. a. Tiertötungen als Ordnungswidrigkeit mit entsprechenden Bußgeldern behandelt, aber da ist 25.000 Euro das höchste. In der Realität ohnehin kaum vollzogen, aber das ist ein anderes Thema. Das ist ja das Problem, das ich versucht habe anzusprechen. Konkurrierende Rechtsvorschriften, oft widersprüchlich. Da kann man sich dann streiten, welches Recht höherrangig ist. Bundesrecht vor Landesrecht gilt ja leider auch nicht immer. Oder man muss eine Normenkontrollklage anstrengen, aber das können nur Parteien und mit entsprechender Mehrheit. Aber vielleicht kannst du ja bei der Landesregierung S.-H. den Widerspruch aufklären zwischen dem zitierten "Jedermannsrecht" im Landesjagdrecht Schleswig-Holstein, das ja nun mal leider Realität ist, und der von dir verlinkten Seite. Die von dir verlinkte Seite hat ja Anwälte, die können das sicher aufklären. Vielleicht merken dann die Landesregierungen hier und in anderen Ländern mit ähnlich rückständigen Bestimmungen, dass sie nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind.

abvz ich habe den zitierten §4 Abs. 3 der Fassung vom 27.05.2016 entnommen, liegt hier in Papierform vor mir.
Und das was du ansprichst, also, dass die Sätze eins bis fünf nicht gelten für Flächen, die nach § 6a Bundesjagdgesetz zu befriedeten Bezirken erklärt worden sind, heißt Folgendes.
Das ist doch jahrelang hochgekocht. Das ist die Sache mit den Leuten, die nach dem Urteil des Europäischen Menschengerichtshofes es durchgefochten haben, dass sie auf ihren Grundstücken keine Zwangsbejagung dulden müssen. War ein Riesenthema. Unsere Bundesregierug musste daraufhin handeln und hat Vorschriften erlassen, wie Grundstücksbesitzer Ihre Länderein zu befriedeten Bezirken erklären lassen dürfen. Das betrifft doch gar nicht die ohnehin per Jagdgesetz befriedeten Flächen, also z. B. Wohngebiete, Friedhöfe, Kinderspielplätze oder Parks sondern z. B. Felder und Wälder, wo eigentlich gejagt werden darf, aber die Eigentümer wollen es halt nicht und haben geklagt bis sie Recht bekamen. Ist noch immer ein Riesenthema, kannste in jedem Jägerforum mitlesen. ;-) aber das weißt du ja eigentlich...:-D
 
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dudosi

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So, Ihr lieben Katzenfreunde, weil ich mich nur für das, was ich hier berichtet habe, angemeldet habe, und ich alles gesagt habe, was zu sagen war, verabschiede ich mich nun ganz herzlich von allen.
Zum Schluss noch ein paar Bilder von meinem Katzengarten, in denen meine Süßen ihr hoffentlich sicheres Leben führen können. Der Garten hat rundherum Zaun, zusätzlich Netz nach innen mit Holzwinkeln. Die Terrasse ist oben komplett mit Netz gesichert.
Es ist zwar nicht die ganz große Freiheit, aber ein guter Kompromiss zwischen Freiheit und Sicherheit. Wegen all der Gefahren für Katzen, die es überall gibt, bin ich mittlerweile froh über jede Katze, die so lebt.
Käptn‘ Miezi hat sehr in der Falle des Jägers und der Nachbarn gelitten. Er war ursprünglich ein verwilderter heimatloser Kater und völlig verängstigt und es hat mich Jahre gekostet, ihn zu einem glücklichen Hauskater zu machen. Sein chronischer Katzenschnupfen ist durch die langen Stunden in Nässe und Kälte in der Falle nicht gerade besser geworden. Es hat mehrere Monate Pflege gebraucht, bis er kein Blut mehr rotzte.
Ihr könnt hier gerne ohne mich weiter diskutieren. Aber vielleicht erweist Ihr Käptn‘ Miezi und allen anderen Katzen, die ähnliches durchmachen oder getötet wurden ein wenig Respekt durch die Art der Diskussion. Liebe Grüße.
 

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WinstonvonWensin

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Ich finde es sehr schade, dass du deine Sichtweise so rebellisch vertrittst. Natürlich ist es nicht schön seine Katze verliert.


Und ich bin froh gewesen, dass unser Jäger eine Marderfalle aufgestellt hat, denn ein Marder im Dachboden... ist nicht schön. Wir drei sind dann in ein weit entferntes Waldgebiet gefahren und haben den Knaben freigelassen.

Käptn‘ Miezi hat sehr in der Falle des Jägers und der Nachbarn gelitten. Er war ursprünglich ein verwilderter heimatloser Kater und völlig verängstigt und es hat mich Jahre gekostet, ihn zu einem glücklichen Hauskater zu machen. Sein chronischer Katzenschnupfen ist durch die langen Stunden in Nässe und Kälte in der Falle nicht gerade besser geworden. Es hat mehrere Monate Pflege gebraucht, bis er kein Blut mehr rotzte.
Der chronische Schnupfen kommt durch Stress und nicht durch die vermeintliche Kälte.

Aber so geschützt kann dein Freigang ja nicht sein, sonst würde dein Katzentier nicht im Nachbarsgarten in eine Lebendfalle geraten.


Als Aktive Tierschützerin finde ich es unverschämt von dir das zu lesen:

ihr könnt hier gerne ohne mich weiter diskutieren. Aber vielleicht erweist Ihr Käptn‘ Miezi und allen anderen Katzen, die ähnliches durchmachen oder getötet wurden ein wenig Respekt durch die Art der Diskussion
lg
Verena