Hallo zusammen,
mittlerweile ist mein Baghira schon seit 10 Monaten bei mir und ich hab ihn echt lieb gewonnen. Er ist auch wiklich super erzogen. Beisst und kratzt nicht, ist zu 100% stubenrein und auch sonst ein ganz lieber. Nur eine Sache bekomme ich einfach nicht aus ihm raus: Seine Angst, sich berühren zu lassen.
Ich muss vorweg dazu sagen, dass Baghira generell eher ängstlich ist. Das kann man ihm vermutlich auch nicht übel nehmen, da er 3 seiner 4 Lebensjahre im Tierheim verbracht hat. Er hat sich in den 10 Monaten aber eigentlich ganz gut entwickelt, was das angeht. Er kommt häufiger auf mich zu, wenn ich vorm PC oder dem Fernseher sitze und gibt Köpfchen. Auch hat er absolut kein Problem damit, nachts bei mir im Bett, direkt neben mir auf dem Kopfkissen zu schlafen. Ich gehe also mal einfach davon aus, dass er nicht grundsätzlich Angst vor mir hat. Nun kommt aber das Problem:
Es ist absolut nicht möglich, sich Baghira stehend zu nähern, oder ihn gar hoch zu heben. Wenn er nur sieht, dass man auf ihn zugeht, läuft er sofort weg. Er hat zwar offensichtlich keine Panik und läuft auch nicht davon, aber er hält gerade genug Abstand, dass man ihn bloß nicht festhaten kann. In den 10 Monaten, die er nun hier ist, habe ich ihn wenns hoch kommt 5 mal auf dem Arm gehabt und das war nicht gerade als "freiwillig" zu bezeichnen. Danach war ich dann auch jeweils für 2 Tage "Staatsfeind Nr. 1" und es war gar kein Annähern mehr möglich.
Ich habe mittlerweile schon ein abendliches Ritual eingeührt, welches darin besteht, dass Lilly und Baghira im Bett noch einen Fleisch-Stick bekommen, bevor geschlafen wird. Baghira kommt auch jeden Abend sofort fröhlich angerannt, wenn er sieht, dass es ins Bett geht und nimmt mir den Stick auch aus der Hand. Wenn ich mich sitzend im Bett befinde, sieht er mich offensichtlich nicht als Bedrohung an. Ich versuche bei dieser Gelegenheit auch, Baghira mit beiden Händen gleichzeitig zu streicheln. Das klappt tagesformabhängig mal mehr und mal weniger gut. Manchmal lässt er es zu, an anderen Tagen ist er sofort über alle Berge. Streicheln mit einer Hand ist hingegen generell unproblematisch. Vermutlich realisiert er, dass man ihn mit nur einer Hand nicht festhalten kann. Das scheint das Grundproblem zu sein.
Irgendwie kann ich aber einfach nicht genau definieren, was hier nicht stimmt. Baghira scheint ja keine generelle Angst vor mir zu haben, sonst ließe er sich ja gar nicht von mir berühren. Wenn es sich um eine allgemeine Scheue handelt, dann verstehe ich aber nicht, warum er diese nach so langer Zeit nichtmal langsam ablegt. Ich hatte auch gehofft, dass er meine tiefenentspannte Lilly vielleicht als Vorbild akzeptiert, bzw. sich an ihr orientiert, doch auch das scheint nicht der Fall zu sein.
Habt Ihr einen Rat für mich, wie ich meinem Katerchen die Angst nehmen kann. Ich will, dass er sich bei mir 100% wohl fühlt.
