Hallo zusammen,
unser Kater (9) ist seit zwei Wochen endlich Freigänger. Er darf sich jetzt bei uns im Hinterhof-Komplex bewegen, der aus mehreren Höfen und Gärten besteht. Hier gibt es noch zwei andere Katzen, die man immer wieder mal sieht und denen er auch fast täglich begegnet.
Unser Kater ist total ruhig, wenn er die anderen trifft. Faucht nicht, droht nicht. Gar nix. Er ist wirklich total lieb, kennt das Zusammenleben mit Katzen aber auch noch von früher. Leider finden die anderen beiden ihn scheinbar nicht so toll, zumindest sind sie ihm erst mal garstig gegenüber begegnet (er ist ja auch der Neuling). Aber ihn scheint das gar nicht richtig zu interessieren, man merkt zwar etwas Anspannung am Atmen etc, aber meistens setzt oder hockt er sich nur hin und wirkt eigentlich recht desinteressiert, guckt sich sogar in der Gegend um, während die andere drohend vor ihm sitzt. Hier setzt schon meine erste Frage an: Kann man das als dominantes oder unterordnendes Verhalten interpretieren? Ich hätte ihn ja eher rangniedrig eingeschätzt vom Wesen her. Aber würde er dann nicht klar Unterwerfung signalisieren?
Mit der einen (ob Kater oder Kätzin ist mir leider nicht bekannt) hat er sich auch schon mal in die Haare gekriegt, die hat ihm dann richtig eins verpasst, war aber zum Glück nur ein kleiner Kratzer. Neulich haben die sich wieder getroffen, auch da hat sie ihm wieder gedroht mit Geschrei, Gefauche und Knurren. Da bin ich dann dazwischen mit ner Wasserpistole, weil ich Angst hatte, dass unser sich sonst bald nicht mehr raus traut, weil der Bereich, denn er benutzt, eh schon recht klein ist.
Heute beobachte ich dann das genaue Gegenteil. Die Katze, die ihn kürzlich noch gehauen hat, schmeißt sich ihm heute unterwürfig vor die Füße, anstatt zu drohen. Dabei hat er nur da gehockt und sie angeschaut und sich sonst gar nicht mal groß für sie interessiert, meiner Einschätzung nach. Später am Abend haben sie sich wieder getroffen und da ging stattdessen dann wieder das Geschrei, Gefauche und Geknurre los. Auch diesmal habe ich wieder zur Wasserpistole gegriffen, um die beiden zu trennen, ehe sie anfangen sich zu hauen.
Ich bin mir allerdings unsicher, ob das überhaupt so gut ist, wenn ich da immer eingreife, noch ehe es richtig ernst wird. Ich weiß, dass Revierverhalten normal und wichtig ist und auch, dass so was immer wieder mal neu verhandelt wird und dass sie sich auch dulden können, wenn es mal geklärt ist. Nur habe ich, wie gesagt, Bedenken, dass er den kleinen Bereich, den er hat, bald gar nicht mehr nutzen will, weil ihn die andere

nicht lassen. Vorhin kam unser Kater über die Katzentreppe nach oben und hat sich in die Wohnung zurückgezogen, da saß die andere am Fuße der Treppe. Nicht, dass die bald auch noch in die Wohnung kommt :shock:
Ich habe auf jeden Fall Probleme damit, ihre Beziehung zu verstehen, bzw. wie sie ihr Revier verhandeln. Fauchen und deutliche Unterwerfung sind Zeichen, mit denen ich was anfangen kann, aber kann mir vielleicht jemand das Verhalten meines eigenes Katers erklären? Kennt sich jemand besser damit aus, wie Katzen so was klären? Warum verhalten die sich mal so, mal so?
Ich danke schon mal für Hinweise und/ oder Erfahrungsberichte jeglicher Art
Gruß
Maribu