aspekte der katzenerziehung

Diskutiere aspekte der katzenerziehung im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; habe in dem buch "kätzchen" (isbn 3-440-09443-x) gelesen das katzenerziehung immer indirekt erfolgen sollte. so soll man beispielsweise bei einer...
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DinoCrocetti

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habe in dem buch "kätzchen" (isbn 3-440-09443-x) gelesen das katzenerziehung immer indirekt erfolgen sollte. so soll man beispielsweise bei einer unerwünschten aktion ein lautes geräusch erzeugen, welches die böse katze erschreckt. genannt wurde ein auf den boden geworfenes schlüsselbund, auf keinen fall soll man aber dabei gesehen werden, geschweige denn die bestrafung selbst durchzuführen. ziel ist das die katze ihre untat mit einer unangenehmen erfahrung verbindet, nicht aber mit dem herrchen. so sollen sich die kleinen auch in abwesenheit des menschen an die spielregeln halten.
hört sich soweit ganz gut an.
nun kam mir aber der gedanke, dass die verknüpfung von unerwünschter aktion und dem deshalb verärgerten dosi durchaus hilfreich sein kann. das nächste mal wenn sie anfangen mist zu bauen reicht ein zischen und sie hören auf. das zischen ist nämlich gerade nicht mit nur der einen aktion verbunden, sondern klassisch ankonditioniert als bedrohliches herrchen. ich kann also nicht nur auf diejenigen straftaten reagieren die bisher geschehen sind, sondern auf welche die sich gerade abspielen.
es versteht sich von selbst es nie mehr als einen sanften klapps auf den po gibt.
wie steht ihr zum berühmten "klapps auf den po"?
welche erfahrungen habt ihr gemacht?

dino

p.s.: bei kindern würde ich nicht mal daran denken!
 
  • aspekte der katzenerziehung Beitrag #2
pps.: bei tieren denke ich genauso wenig dran... :wink:

hell
 
  • aspekte der katzenerziehung Beitrag #3
Das Problem bei Katzen ist- sie lassen sich eben nicht klassisch konditionieren.

Die direkte Verbindung von unerwünschtem Verhalten mit "Strafe", ohne Einbindung des Herrchens ist da meiner Meinung nach immer noch die effektivste.
Das klassische Beispsiel ist da z.B. das Kratzen an der Tapete.

Katzen kratzen aus vielen Gründen an der Tapete, jedoch, nachdem man es ihnen ja sicher mehrmals gezeigt hat, sicher nicht aus "Dummheit".
Sie tun es aus Langeweile, aus Trotz, als Protestverhalten gegen irgendwas, oder einfach um Aufmerksamkeit zu bekommen (was wiederum in der Nähe von Langeweile liegt).

Kratzt die Katze also an der Tapete und bekommt ohne jeden Kommentar von hinten eine kräftige Dusche an den Kopf, verbindet sie diese direkt mit dem Tapetenkratzen.

Kommt jetzt aber Dosi und sagt Dudududu böses Vieh lass das...
Klar- Da mag sie erstmal Respekt haben und aufhören.
Allerdings logischerweise auch nur solange, wie Dosi mit im Zimmer ist.

Wiederum klassisches Beispiel hierfür ist die Katze, die in Anwesenheit ihrer Dosis niemals auf dem Küchentisch ist, deren dreckige Pfotentapser man dort aber doch immer wieder findet.

Geschieht oben genanntes beispielhaftes Tapetenkratzen nun aber aus Langeweile, so bekommt die Katze aus ihrer Sicht dafür Aufmerksamkeit.
Ob positve oder negative ist der Katze dabei erstmal völlig egal- Sie wird beachtet, ein Erfolgserlebnis! Das wird sie wieder versuchen, und wieder wird es klappen!

Ist es aber Trotz, so wird sie es tun, WEIL Dosi negativ darauf reagiert, weil sie ihn herausfordern kann. Sie wird mit der Zeit möglicherweise ein richtiges Spiel daraus machen "Ich bin schneller als Dosi und kratze immer dann, bis zur letzten Sekunde wenn er angerannt kommt!.

Würde man darauf nun mir Gewalt reagieren, also deinem angesprochenen Klaps auf den Po, so wird sie, je nach Charakter entweder protestieren (also erst recht weiter machen oder aber Unsauber werden etc.) oder völlig verängstigen.

Das ist natürlich auch Charakterfrage, dem einen macht es nix, auch mal etwas härter angepackt zu werden, ein anderer hat wirklichen Respekt vor seinen Dosis und dem nächsten macht es einen Riesenspass, sie immer wieder aufzustacheln.

Daran muss man seine Erziehung schon anpassen.

Die Erziehung unserer Katzen war/ist an das entsprechende Tier angepasst.

"War" will meinen, das Odin uns Frajo seit langer Zeit fertig erzogen sind und 99 % aller Zeit nichts unerlaubtes tun, "ist" heisst das wir bei Ares noch nicht soweit sind ;).

Odin hat durch seine schlechte Vorgeschichte grossen Respekt vor Menschen und ausladenden Bewegungen.
Nachdem er zur Ruhe gekommen und nicht mehr ängstlich war, habe ich mir das bei seiner Erziehung zunutze gemacht.

Er ist taub- Ein böser Blick und ein entschiedener Fingerzeig aus der Ferne reicht heute, um ihn dazu zu bringen, eine unerwünschte Tätigkeit zu unterbrechen.
Anfangs kam hinzu noch ein Tritt auf den Boden und ggf. ein bis zwei sehr entschiedene Schritte in seine Richung- mehr war nie nötig.

Frajo konnte anfangs SEHR bestimmt sein, 2 Wochen hat es geaduert bis ich ihm das kratzen an Sofas abgewöhnt hatte.
Er ist ein sehr sensibler, deshalb kamen "Einschüchterungsversuche" wie bei Odin für ihn nie in Frage.
Bei Frajo führt nur die 100 fache Wiederholung letztendlich zum Erfolg.
100 Mal nein sagen, 100 mal wegsetzen, 100 mal zusammen kratzen, 100 Mal loben etc. Aber das wirkt dann auch für immer.

In Ares haben wir momentan einen richtigen Rebell im Rüpelalter- Er möchte sich gegen uns Dosis auflehnen und einen Rang über uns bekleiden. Das das so niemals passieren wird, mache ich ihm auch durchaus mal deutlicher klar.

Ich gehe danach nach dem Motto "Wie du mich behandelst so musst du auch damit klarkommen das ich dich behandle".
Als er mich letztlich in die Hand biss weil er nicht unterm Sofa hervorkommen wollte (wo er gerade kräftig dran kratzte), da habe ich ihn herausgezogen und nicht zu sanft weggeschubst.
Auch wollte er mir schonmal auf dem Kratzbaum sitzend eine verpassen- er hat mein auge knapp gestreift.
Klare Sache- Da habe ich ihm auch eine verpasst, mit 2 Fingern, zwischen die Ohren, natürlich ohne grosse Kraft.
Das hat gereicht das er es nie wieder gemacht hat.
Ich gehe danach nach dem natürlichen Verhalten von Katzen untereinander, welches ich ja jeden Tag live beobachten kann.
So verstehen sie es auch am besten, denn so ist es ihnen am nächsten.
Das gilt in meinen Augen allerdings nur für Dinge, die meine Person betreffen.

Kratzt jemand falsch o.ä. käme es mir nie in den Sinn zu fauchen etc. Das ist unerwünschten Handlungen an mir vorbehalten, andere Katzen fauchen ja auch nicht wenn die andere Mietz durch die falsche Tür geht.

Ares hat sich auch eine Zeit lang gerne in Händen und Armen verbissen und verkrallt.

Hier hat anstarren, fauchen, unsanftes wegschubsen und folgendes kurzes totales Ignorieren innerhalb kürzester Zeit Wunder gewirkt.

Aber er ist auch ein Kandidat für die Wasserspritze- denn er macht herausfordernd schonmal ein für ihn lustiges Spiel aus einer verbotenen Handlung.

Oben genanntes unterm Sofa kratzen z.B.
An einem Abend habe ich ihn glatte 10 Mal unterm Sofa hervorgezogen, immer wieder ist er drunter gerannt- tolles Spiel.

Gestern habe ich dann die erweiterte Version einer Blumenspritze eingesetzt- eine mit Wasser gefüllte Spüliflasche- kommt mehr raus als aus der Blumenspritze.

Damit habe ich ihn dann einmal ordentlich das Gesicht geduscht als er unten wieder anfing. Das ganze ging so schnell das er nicht gemerkt hat. Er ist wie der Blitz ins Schlafzimmer gerast und dort erstmal eine lange Weile geblieben- Seit dem zeigte er kein Interesse mehr an der Unterseite des Sofas.

Ich bin gegen Gewalt an Katzen, denn die Hand soll streicheln und etwas positives sein. Nutzt man sie zum schlagen, so wird die Katze recht bald handscheu sein, kein Vertrauen mehr zu der Hand und irgendwann auch dem dazugehörigen Dosi haben.

Klar ist- Schläge schüchtern ein und verhindern bestimmte Verhaltensweisen, bei Katzen wie bei Kindern.
Aber wie Kinder nehmen auch Katzen dabei seelischen Schaden, der nie mehr zu reparieren ist.

Ich sehe mich nicht als "bedrohliches Herrchen", sondern als gleichberechtigten Partner der Katzen, der aber zur Erhaltung der Wohnungseinrichtung und Hygiene bestimmte Verhaltensweisen fördert oder unterbindet.
Ansonsten verhalte ich mich halbwegs wie einer von ihnen, es wird gefaucht, gestarrt und auch mal in Katzenmanier "angeditscht", so wie sie es untereinander auch tun.

Genauso wie ich bei ihnen ankommen kann und mich mit ihnen beschäftige, so können auch sie jederzeit ankommen.
Egal welche Seite- hat man keine Lust, macht man das klar, wenn doch los gehts...

Ich denke, mit dieser Art fahre ich von Anfang an recht gut, und im Alltagsleben bewährt es sich bei uns wunderbar.
 
  • aspekte der katzenerziehung Beitrag #4
Würde man darauf nun mir Gewalt reagieren, also deinem angesprochenen Klaps auf den Po, so wird sie, je nach Charakter entweder protestieren (also erst recht weiter machen oder aber Unsauber werden etc.) oder völlig verängstigen.
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Ich bin gegen Gewalt an Katzen, denn die Hand soll streicheln und etwas positives sein. Nutzt man sie zum schlagen, so wird die Katze recht bald handscheu sein, kein Vertrauen mehr zu der Hand und irgendwann auch dem dazugehörigen Dosi haben.

entschuldige, von gewalt kann absolut nicht die rede sein. der klapps auf den po muss nicht zwingend als solche erlebt werden. da haben die racker schon ein feines gespür. daher sind die beiden auch weder mangelhaft handzahm nóch in irgendeiner art und weise veschüchtert. ich respektiere aber selbstverständlich deine haltung, finde das du dich sehr intensiv auf deine tiere einlässt und bin sicher das alles prima läuft.

gruß

dino
 
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