Da saß ein kleines fast verhungertes Katerchen im Gebüsch und hat auf uns gewartet. Meine Schwägerin hat ihn entdeckt und uns sofort angerufen. Es war Karfreitag 2001, ich wollte nach der Frühschicht ein bißchen schlafen, aber daran war natürlich nicht mehr zu denken. Wir hatten eine neues WG-/Familienmitglied! Und was gäb es für einen passenderen Namen für ein Findelkind am Freitag?!
Von oben bis unten voller Zecken, von denOhren bis zu gaaanz unangenehmen Stellen, überall waren diese kleinen Blutsauger auf dem dürren Katerkörper. Das ganze WoEnde haben wir eine nach der anderen entfernt und er hat das endlos geduldig machen lassen, hat den Glücksmotor angeworfen (so nennen wir sein "ich fühl mich sau wohl, deswegen wird`s jetzt laut"-Schnurren) und geschmust.
Der Tierarzt hat ihn auf ca. ein halbes Jahr geschätzt und außer den Zecken und der Mangelernährung war er relativ fit. Die Zähne entwickelten sich im Lauf der Zeit zur Schwachstelle, das Zahnfleisch ist öfter entzündet und die unteren Schneidezähne (weiß nicht, ob das bei Katzen anders heißt) sind fast nicht vorhanden, weswegen die Zungenspitze eigtl. immer rausschaut, was ihm so ein niedlich dämliches Aussehen verleiht. Für einen Kater ist er sehr klein geblieben, in etwa so groß wie eine mittelgroße Katzendame. Er war wohl nicht sehr lange bei seiner Mutter, da er das mit dem sich putzen nicht so gut hinbekommen hat, so mußten wir da immer mal nachhelfen.
Die Zeit ohne Futter hat ihn sehr geprägt: im Napf muß immer was drin sein, sonst hört er nicht auf zu drängeln - das war auch, was mir in der letzten Zeit fast das Herz gebrochen hätte, dieser ewige Hunger den er jetzt nochmal erleiden mußte (obwohl er ja gefressen hat wie ein Wahnsinniger, aber er konnte nix verdauen, wir wären beide fast durchgedreht).
Heute hat die Trin ihn seit langem mal wieder geputzt. Wahrscheinlich wirkt das Kortison und er riecht wieder anders? Keine Ahnung. Sie sind wieder ganz lieb miteinander und das ist das Wichtigste!