Der Durchfall hatte auch Elvis heimgesucht. Er war richtig leergesch*****, es kam nur noch Wasser. Ich kaufte Perenterol und gab den Inhalt einer Kapsel über alle drei Futterportionen. Das half.
Während Djuke mit Genuss die Bierhefetabletten kaut, muss ich sie den beiden anderen zwischen zwei Löffeln zerdrücken und als Appetitanreger übers Futter geben. Noch immer ist Elvis beschwerdenfrei, was die Harnwegsprobleme angeht. Er setzt auch keinen Kot mehr ab. Statt dessen legt er manchmal einen kompletten Haufen vors Katzenklo oder in die Badewanne.
Madamchen ist wieder unruhiger geworden. Kratzmarkieren, wenn auch dezenter, aber sie heult wieder mehr herum, tigert wie besessen durch die Bude, latscht übern Couchtisch, lässt sich nur ungern runterkomplimentieren. Ich bin genervt von ihr, sie schreit auch gnadenlos in der Nacht.
Ich habe bei ihr das Amitriptylin abgesetzt. Keine Ahnung, ob das die richtige Entscheidung ist. Vielleicht bemerkt sie auch meine schlechte Phase. Ich bin schlagskaputt und ich habe Schmerzen, dass ich an die Decke gehen könnte. Das drückt natürlich auch aufs Gemüt. Auch wenn ich es nicht zeige, sie bemerkt es immer, wenns mir nicht gut geht. Ich habe das schonmal beobachtet, das ist gar nicht so lange her, und es legte sich wieder. Möglich, dass meine Katze meine eigene Gemütslage wiederspiegelt.
Sie reagiert auch immer stark auf meine Schmerzzustände. Liege ich platt auf dem Sofa oder im Bett, weicht sie nicht von meiner Seite. Fließen Tränen, kommt sie, miaut und stupst mich an, als wolle sie mich trösten: He, alles nicht so schlimm, ich bin doch da!
Meine launische Reaktion auf sie tut mir dann doch leid. Kurze Zeit später stresst sie mich doch wieder und ich denke, es schaukelt sich hoch. Gar nicht gut. Ich kann mich nur schwer beherrschen.
Da muss was passieren, ich werde es wohl mit einem anderen Mittel probieren müssen. Sensibel und empfindsam ist gut und schön, aber darunter zu leiden ist schrecklich. Da macht es keinen Unterschied, ob man nun Mensch oder Katze ist.