Also, ich für meinen Teil wohne gerne in einem Haus. Meines ist riesengroß und warm und die Balken, an denen ich mich hin und wieder leidenschaftlich kratze, riechen nach Geheimnissen, die uralt sind.
Bei dieser Wetterlage befinde ich mich lieber im Haus. Da draußen ist scheinbar alles eingefroren. Noch nicht mal ein Vogel verirrt sich auf die Reifbedeckte Wiese und lässt sich von mir beobachten ( ich bin eben eine wahre Naturfreundin ) Nur das Sikawild steht am Zaun und gafft mich an. Die sind mir einfach zu groß und ich weiß auch nicht ob sie zu der Gattung Hunde oder Kühe gehören! (Das werde ich auch noch heraus bekommen!)
Nun befinde ich mich also in der Mitte es Hauses auf der Treppe, wo ich einen wunderbaren Überblick habe und genau beobachten kann, was hier so von sich oder vor sich geht!
Eine muss ja den Überblick behalten und die Bestandsliste führen!
Auch bei diesem durchaus eisig kalten Winterwetter lässt der Bruno es sich nicht nehmen, seine Runden zu drehen.
Beim Meister Grabowski hat er im Moment kein Glück, der hat sich in das Erdinnere zurückgezogen (oder sich schon erfolgreich nach Australien durchgegraben)
Der Erdboden ist zugefroren!
Apropos „Härte“, mein roter Bruder Bruno gehört zu den ziemlich Härtesten unter der Wintersonne; dem macht es nichts aus, sich im Freien aufzuhalten, bei Temperaturen, die einem das Pipi gefrieren lassen. (Ich bin weiß Gott keine Freundin von Blasenentzündungen – unsere Toilette ist aus hygienischer Sich recht gut bestückt!)
Nun, wie gesagt, eine gewisse Art von Kontrolle finde ich äußerst wichtig und von Nöten! Sonst machen die Jungs was sie wollen und ich als Wachsamste und Penibelste hier im Hause sollte immer die Zügel in der Pfote haben!
So weit wäre es vorgestern noch gekommen, wenn ich auch noch zur Nacht schlafend in der Kuschelecke geruht hätte!
Dieser dreiste Eindringling! Diese schäbige graue (recht fettleibige Maus) vierpfotige Kreatur. Sie wurde von mit ertappt, als sie sich hinterrücks an unserem Abendimbiss zu schaffen machten wollte.
So nun mal nicht, aber nicht mit mir- aber nicht mit Lillie!
Habe den Bruno geweckt und der alte Schnarcher und ich haben den beiden Jungs erstmal gezeigt, wie man Katz und Maus spielt.
Bis(s) zum Morgengrauen...
Zugegeben, wir konnten uns hinterher nicht einigen, wer die Maus verspeisen sollte.
Das Problem war, wie ich zugeben muss, wir ein ordentliches Blutbad angerichtet haben und weil das Objekt unserer Begierde nicht zum Anhalten zu bewegen war, ging (es war eindeutig die Schuldfrage war schnell geklärt- die Maus war´s eine Blume zu Bruch...
Das Ablenkungsmanöver nutzte dem kleinen Nager nicht viel- ehrlich gesagt- eher wenig- eigentlich gar nichts...
Was treibt Maus auch zu nachtschlafender Zeit in einem sechsköpfigen und achtundzwanzigpfotigen Katzenhaushalt herum? Ich sage da nur: „selber Schuld!“
Nun, die Hausordnung ist wieder hergestellt: Die Zweipfotigen bekamen die Beute zum Frühstück- die Jungs haben Jagdkunst in Vollendung erleben dürfen.
Was will Katz mehr?
Da hockt der Bruno wieder auf dem Maulwurfhügel und schreit, dass ich es durch die Scheiben hören kann: „ Dich kriege ich auch noch- ich habe Zeit!“
Nun entschuldigt, es ist Zeit für meinen Kontrollgang...